Über längere Zeit war der Trend der Freund der einheimischen Erzeuger von Wurst, Milch und Senf - die Thüringer Verbraucherinnen und Verbraucher setzten auf ihnen bekannte Marken aus der Region.

Das sicherte nicht nur hunderten Firmen der Ernährungsbranche im Freistaat ihre Umsätze, sondern auch 20.000 Arbeitsplätze. Doch der Griff zu den Erzeugnissen aus der heimischen Fertigung fällt gerade in letzter Zeit immer mehr Thüringerinnen und Thüringern deutlich schwerer.

Natürlich können sie das hart erarbeitete Geld nur einmal ausgeben. Und jene Euros, die sie für gestiegene Strom- und Gaspreise ausgeben müssen, fehlen im Geldbeutel dann im Supermarkt. Von den immensen Kosten an den Zapfsäulen der Tankstellen ganz zu schweigen. Da werden Thüringer Autofahrer gnadenlos abkassiert und dafür bestraft, dass sie eben nicht mal schnell über die Grenze ins Nachbarland fahren können, wo der Sprit deutlich billiger ist als in Erfurt oder Jena.

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Die Lebensmittelketten profitieren, ihre Eigenmarken sind oft deutlich billiger im Angebot als die Lebensmittel von Thüringer Markenherstellern. Die müssen sich einiges einfallen lassen, um dennoch nicht gänzlich aus den Augen und dem Gedächtnis ihrer Kundinnen und Kunden zu verschwinden.

Und natürlich richten sich die Blicke der Branche auf die Politikerinnen und Politiker in Berlin und Erfurt. Die sollen durch Bürokratieabbau den Aufwand und die Kosten für die Betriebe senken und ihnen eine spürbare Entlastung verschaffen. Diese Forderungen werden die drei Branchenverbände aus Mitteldeutschland kommende Woche beim Gipfel in Erfurt lautstark zu Gehör bringen.

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Bernd Jentsch über den Preiskampf im Regal© Marco Kneise