Die Heizsaison beginnt – und für viele Haushalte stellt sich damit die Frage, wann sie ihr Heizöl bestellen sollten. Im September sind die Heizölpreise bereits kräftig angestiegen, liegen insgesamt auf einem hohen Niveau. Wer seinen Tank noch nicht füllen musste, steht deshalb vor einer schwierigen Entscheidung: jetzt kaufen oder auf günstigere Preise hoffen?
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Heizöl jetzt kaufen oder warten? Das raten Experten
Genau diese Frage stellt sich für viele Haushalte jetzt. Denn wer nur noch wenig Heizöl im Tank hat, kann nicht beliebig lange auf günstigere Preise warten. Gleichzeitig ist es angesichts des aktuell hohen Preisniveaus riskant, den gesamten Jahresbedarf auf einmal zu kaufen. Lesen Sie hier: Heizölpreise heute - Das kostet ein Liter aktuell.
„Wir raten in solchen Marktsituationen immer zur Bestellung von Teilmengen, sofern absehbar ist, dass der Heizöltank eine Füllung verlangt“, sagt Tobias Cramer von Clausbruch, Geschäftsführer der agital.online GmbH, Betreiberin des Heizölportals esyoil. Interessant seien derzeit Mengen zwischen 1000 und 1500 Litern. Diese lägen über den häufig teuren Kleinmengen, aber unter den üblichen Bestellmengen von 2500 bis 3000 Litern, die aufgrund der größeren Menge zu hohen Gesamtkosten führten.

Denn: Wer nur einen Teil des Tanks füllt, kann später erneut bestellen, wenn die Preise tatsächlich sinken. Gleichzeitig ist bereits ein Teil des Bedarfs gedeckt, falls Heizöl wieder teurer wird.
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Stefan Materne von der Energieberatung der Verbraucherzentrale hält die Preisentwicklung bei Heizöl derzeit für unsicher. Es gebe viele Faktoren, die sich auf den Preis auswirken und die Verbraucher nicht beeinflussen könnten, vor allem die geopolitische Entwicklung. Deswegen sei eine klare Prognose sehr schwierig. „Klar ist: Heizöl und Erdgas sind derzeit sehr teuer“, so der Experte. „Mit Beginn der Heizsaison steigt die Nachfrage tendenziell wieder an, und traditionell gehen die Preise dann nach oben.“
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Cramer von Clausbruch empfiehlt, Preise verschiedener Anbieter und Bestellmengen zu vergleichen. Gerade wegen regionaler Unterschiede könne sich das lohnen. Heizölpreise könnten sich praktisch stündlich ändern, da die wesentlichen Preisbestandteile an den Börsen gehandelt und somit durch diese beeinflusst werden. Es sei sinnvoll, die Preise zu beobachten und gegebenenfalls einen Preiswecker einzurichten.
Heizölpreise hoch: Was die Preise derzeit antreibt
Ein wichtiger Grund für die hohen Preise sind die Entwicklungen auf dem internationalen Ölmarkt. Heizöl wird aus Rohöl hergestellt. Steigt der Preis für Rohöl, wirkt sich das in der Regel auch auf die Kosten für Heizöl aus. Der Zusammenhang ist aber nicht eins zu eins: Zwischen dem Rohöl und dem Heizöl aus dem Tank liegen Verarbeitung, Transport, Lagerung und Handel.
Grundsätzlich wirkten sich der Iran-Krieg und die unsichere Lage an der Straße von Hormus auf die Preise aller Brenn- und Kraftstoffe aus. „Speziell beim Heizöl sind aber auch fehlende Raffineriekapazitäten ein zusätzlicher Preistreiber“, erklärt Cramer von Clausbruch. Denn das für Heizöl entscheidende Vorprodukt sei Gasöl. Es werde als sogenanntes Mitteldestillat in Raffinerien aus Rohöl gewonnen. Große Gasölkapazitäten befinden sich dem Experten nach unter anderem in Russland und am Persischen Golf. „Durch die aktuellen geopolitischen Krisen fallen diese Kapazitäten aus unterschiedlichen Gründen jedoch zu einem großen Teil aus“, so Cramer von Clausbruch. Hinzu kämen weitere, etwa technisch bedingte Raffinerieausfälle. Diese Kombination aus eingeschränktem Angebot und hoher Nachfrage führe zu den aktuellen Preissteigerungen.
Auch lokale Faktoren können den Heizölpreis beeinflussen. So verteuern niedrige Wasserstände auf dem Rhein den Transport. „Durch lokale Ereignisse wie den niedrigen Rheinpegel und die dadurch gestiegenen Frachtkosten kann der Heizölpreis in entsprechenden Gegenden Deutschlands beeinflusst werden“, so Cramer von Clausbruch.
Heizölpreise Prognose: Welche Tendenz Experten jetzt erwarten
Grundsätzlich ja. Entscheidend wäre, dass sich die derzeitigen Engpässe an mehreren Stellen entspannen. „Die Heizölpreise können kurzfristig nur durch das Wiedererlangen der vollen Raffinerie- und Rohölkapazitäten signifikant gesenkt werden“, sagt Cramer von Clausbruch.
Das wiederum hängt nach seiner Einschätzung wesentlich von der geopolitischen Lage ab. Das erfordere eine Lösung der aktuellen Krisen, insbesondere am Persischen Golf. Eine sichere Prognose sei deshalb nicht möglich. „Hier sind die Marktteilnehmer aber leider machtlos und völlig der Weltpolitik ausgeliefert“, so der Experte. „Dementsprechend überwiegt eher die Hoffnung auf eine baldige Lösung, als eine seriöse Vorhersage.“
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„Selbst wenn der Krieg im Iran vorbei wäre und die Straße von Hormus wieder geöffnet würde, blieben die Schäden an der Infrastruktur zunächst bestehen“, sagt auch Materne. Für die Reparatur zerstörter Anlagen seien teilweise mehrere Monate bis hin zu 15 Monaten genannt worden. Das könne die Förderleistung von Öl und Gas länger beeinträchtigen und den Preisdruck aufrechterhalten.
Gleichzeitig könnte zusätzliches Angebot auf den Markt kommen, etwa durch eine höhere Förderung. Deshalb lasse sich die weitere Entwicklung nicht seriös vorhersagen. „Es wäre aber sicherlich nicht richtig, einfach davon auszugehen, dass wir nach dem Krieg wieder auf das Preisniveau von davor zurückfallen“, sagt Materne. Innerhalb eines Jahres sei der Ölpreis um 85 Prozent gestiegen und sei momentan höher als zum Ausbruch des Iran-Krieges.






