„Fürstenhof“-Eigentümer will mit Neubau von zwei Villen beginnen

Eisenach  Bauantrag angekündigt. Zunächst Teilabriss. Parallel dazu sollen erhaltenswerte Teile des Ensembles gesichert werden

So könnte der sanierte und teilweise neu gebaute "Fürstenhof" nach Vorstellungen des Eigentümers aussehen. Abbildung: Thomas Cannon

So könnte der sanierte und teilweise neu gebaute "Fürstenhof" nach Vorstellungen des Eigentümers aussehen. Abbildung: Thomas Cannon

Foto: zgt

Im Herbst will Thomas Cannon einen Bauantrag für das "Fürstenhof"-Ensemble einreichen. Das kündigte der Besitzer des Areals jetzt an. Für den teilweisen Abriss und Neubau gibt es bereits seit Dezember 2015 eine genehmigte Bauvoranfrage, nun will er einen konkreten Antrag stellen und anfangen mit Abrissen und Neubauten. Parallel dazu läuft ein Verfahren zur Sicherung der erhaltenswerten Gebäudeteile.

"Die genehmigten Abrisse sollen bis Februar erfolgen, und im Anschluss wird der Bau von zunächst zwei Villen beginnen", kündigte Cannon an.

Die Vermessung des Geländes sei bereits beauftragt, für den Abbruch liefen entsprechende Anfragen, und mit den Architekten sei soweit alles verhandelt, teilte er mit. Insgesamt seien im rückwärtigen Teil des Areals vier neue Villen geplant.

Gleichzeitig soll er gemeinsam mit der Stadt die zu erhaltenden Teile des Ensembles sichern. Stehen bleiben die Bauteile 1 und 2 (von der Luisenstraße aus gesehen rechts), die den Anblick des Ensembles prägen. Ebenso das ehemalige Casino an der Waisenstraße. Der frühere Saal sowie die Bauteile 3 und 4 – hier war der Eingang zum Saal – werden abgerissen.

Cannon will mit dem Neubau beginnen, um mit dem Erlös aus dem Verkauf der Wohnungen die Sanierung der erhaltenen Teile des Fürstenhofes mit zu finanzieren. "Anders ist ein solches Projekt für einen Privatmann auch gar nicht zu realisieren", erklärte er. 60 Wohnungen sollen nach seinen Angaben auf dem Areal entstehen.

Neben massiven Feuchteschäden haben laut einem im November im Bauausschuss vorgestellten Gutachten auch Vandalismus und Verfall dem Gebäudekomplex schwer zugesetzt. Auf bis zu 90 Prozent bezifferte ein Sachverständiger die Schäden an der Substanz.

Für die Aufnahme in das Sicherungsprogramm wurde das Areal eigens in das Stadtumbaugebiet Innenstadt aufgenommen. Die Fördermittel für die Sicherung sollen laut Stadt 2017 bereitstehen, sodass die Erhaltungsmaßnahmen bis 2018 abgeschlossen werden könnten.

In einer Berichtsvorlage informierte die Verwaltung zur letzten Stadtratssitzung über weitere Details. So habe es eine Abstimmung mit dem Eigentümer über die Sicherung gegeben, zudem Gespräche mit dem Landesverwaltungsamt wegen der Förderung. Seine Pläne habe er im Februar und Mai auch der Verwaltungsspitze vorgestellt, bestätigte Thomas Cannon.

Doch ganz reibungslos läuft die Zusammenarbeit offenbar nicht: Von Seiten der Stadt wird in der Vorlage beklagt, dass Cannon die Planer für das Sicherungskonzept zunächst nicht auf das Grundstück ließ. Auch habe der Eigentümer verlangt, dass die Stadt das Ensemble übernehmen soll. Dieses Verfahren ruhe aber. Thomas Cannon wiederum kritisierte mehrfach die Stadtverwaltung. Er mahnt in einem Schreiben "gegenseitiges Vertrauen" an.

Sicherungskonzept soll im Herbst vorliegen

Ziel der Verwaltung ist laut Berichtsvorlage, nun erneut Planungsbüros zur Erstellung eines Sicherungskonzeptes abzufragen. Danach müsse die Finanzierung des Konzepts aus städtischen Mitteln geklärt werden. Im dritten Quartal soll das Konzept vorliegen. Bis Jahresende soll die Förderung geklärt sein.

"Die faktische Sicherungsmaßnahme kann aus heutiger Sicht 2017 im zeitigen Frühjahr beginnen und direkt in die Sanierung des verbleibenden Bestands münden", heißt es von Seiten der Stadt.

Und weiter: "Das ganze Sicherungsverfahren wird vom Erhaltungsgedanken getragen sein." Begonnen werde mit den Gebäuden 1 und 2, "Überlegungen zur baulichen Verwertung des Casinos werden folgen".