Gesellenbrief als Karrierestart

Erfurt/Jena  111 junge Handwerker erhalten nach erfolgreichem Lehrabschluss ihr Zeugnis. Die Jahrgangsbeste kommt aus Jena.

Die Jahrgangsbeste: Veronika Bensmann aus Jena wurde vom Präsidenten der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein (links), und dem Regionalgeschäftsführer der IKK classic, Marko Enke, ausgezeichnet.

Die Jahrgangsbeste: Veronika Bensmann aus Jena wurde vom Präsidenten der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein (links), und dem Regionalgeschäftsführer der IKK classic, Marko Enke, ausgezeichnet.

Foto: Handwerkskammer Erfurt

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Als Zeichen des erfolgreichen Abschlusses ihrer Ausbildung haben 111 junge Frauen und Männer am Dienstag in Erfurt ihre Zeugnisse und Gesellenbriefe in Empfang genommen. Damit erhielten die Junghandwerker den verdienten Lohn für ihre Anstrengungen, ihren Fleiß und ihr Durchhaltvermögen in den zurückliegenden Monaten, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, Thomas Malcherek, im Berufsbildungszen-trum der Kammer. Die Feier-stunde biete aber auch Gelegen-heit, jenen zu danken, die die Grundlage für den Erfolg der jungen Menschen gelegt hätten. „Unser Dank gilt den Ausbildern, den Prüfern und den Eltern“, so Malcherek.

Er zolle den jungen Menschen Anerkennung für die erreichte Zwischenstation auf ihrem beruflichem Weg, versicherte der FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas L. Kemmerich in seinem Grußwort. Er würdigte zugleich die Bedeutung der Handwerksbetriebe für den ländlichen Raum in Thüringen. „Diese Familienbetriebe sorgen dafür, dass das Dach gedeckt wird, sie sind aber auch Garanten für das gesellschaftliche Leben in den Dörfern“, sagte Kemmerich.

Als Fachkräfte und Nachfolger gefragt

„Sie haben ihr Ziel erreicht, das hat die nette Damenstimme aus dem Navi gerade zu ihnen gesagt, als sie auf den Parkplatz des Bildungszentrums gefahren sind“, sagte der Präsident der Erfurter Handwerkskammer, Stefan Lobenstein. Er sehe den Gesellenbrief aber als Etappenziel. Der öffne die Tore in den europäischen Binnenmarkt, denn die duale Ausbildung genieße international hohes Ansehen. „Es ist der dualen Ausbildung zu verdanken, dass Deutschland mit einer Quote von sechs Prozent bei der Jugendarbeitslosigkeit weltweit einen Spitzenplatz einnimmt“, sagte Lobenstein. In Spanien sei dagegen jeder dritte Jugendliche arbeitslos.

Natürlich stünden dreißig Jahre nach dem Mauerfall alle Wege ins Ausland offen, und er könne niemandem verdenken, wenn er internationale Erfahrungen sammeln wolle. Dennoch wünsche er sich, dass die junge Gesellen in ihre Heimat zurückkommen, so Lobenstein. Dem Handwerk in Thüringen gehe es gut. „Hier werden Fachkräfte und Firmennachfolger händeringend gesucht.“ Er hoffe, möglichst viele der Gesellen später bei einer Meisterfeier wieder treffen zu können, so der Kammerpräsident.

Als beste Auszubildende dieses Jahrgangs zeichnete Lobenstein dann Veronika Bensmann aus. Die 25 Jahre alte Maßschneiderin aus dem Jenaer Betrieb Andrea Philipp-Dittrich schloss ihre Prüfungen mit der Note eins ab.

„Unser Gewerk ist mit drei Absolventen überschaubar, davon die Beste zu sein, war weniger überraschend. Aber als Jahrgangsbeste von allen Gewerken ausgezeichnet zu werden – das hat mich schon gerührt“, sagte sie sichtlich überrascht.

Wie die meisten Absolventen hat sie bereits einen Arbeitsvertrag sicher. „Gern würde ich eine Meisterausbildung und den Master anschließen“, blickt die junge Frau bereits in ihre berufliche Zukunft.

Vor ihrer Karriere im Handwerk hatte sie schon ein Bachelorstudium der Chemie abgeschlossen. Als Anerkennung ihrer überdurchschnittlichen Leistungen übernimmt die Handwerkskammer Erfurt für sie die Kosten der Teile drei und vier der Meisterausbildung und -prüfung. Das entspricht laut Kammer rund einem Viertel der finanziellen Aufwendungen.

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