Ilmenauer Bahnhofsgelände: Terminal C soll bis Oktober 2018 stehen

Ilmenau  Die Ilmenauer Wohnungs- und Gebäudegesellschaft investiert fünf Millionen Euro in den Neubau. Die Umsiedlung von Eidechsen steht an.

Die Baustelle von Terminal C auf dem Ilmenauer Bahnhofsgelände ist die dritte Ausbaustufe bei der Entwicklung des Bahnhofsgeländes. Oberbürgermeister Seeber kündigte an, dass es bereits Überlegungen zur Fortsetzung in Form von Terminal D gibt.

Die Baustelle von Terminal C auf dem Ilmenauer Bahnhofsgelände ist die dritte Ausbaustufe bei der Entwicklung des Bahnhofsgeländes. Oberbürgermeister Seeber kündigte an, dass es bereits Überlegungen zur Fortsetzung in Form von Terminal D gibt.

Foto: Arne Martius

Die Ilmenauer Wohnungs- und Gebäudegesellschaft (IWG) hat gestern den Grundstein für ihren neuen Firmensitz gelegt, der als Terminal C gleichzeitig das Ensemble am Bahnhof komplettiert. Für den Neubau gibt das städtische Tochterun­ternehmen rund fünf Millionen Euro aus. Den Großteil der Flächen bezieht die IWG: Im Keller werden Lagerräume und eine Tiefgarage untergebracht, in den drei Etagen darüber Büros und Seminarräume.

600 Quadratmeter bezieht das Software-Haus „inverso“, das bereits in Terminal B gegenüber ansässig ist. Eine Verbindungsbrücke zwischen den beiden Gebäuden über die Schienen hinweg ist weiter geplant – allerdings befinde man sich noch in Verhandlungen mit der Deutschen Bahn, teilte IWG-Geschäftsführerin Karsta Rödiger auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Ursprünglich wollte auf dem Gelände am Neuhäuser Weg ein privater Investor ein Wohnhaus errichten. Doch die Pläne scheiterten wegen des Lärmpegels der ein- und ausfahrenden Züge am Bahnhof. Daraufhin wurde das Vorhaben der IWG angetragen, die darauf „mit sehr verhaltener Euphorie“ reagierte, erinnerte Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber (CDU). Mit dem Spruch „Halb zog man sie, halb sank sie hin“ beschrieb der Stadtchef den Überzeugungsvorgang – der sich so ähnlich schon bei Terminal B abspielte. Den übernahm die IWG ebenfalls, damals unter Leitung von Hermann Töpfer.

Die eigentlichen Probleme begannen für das kommunale Unternehmen allerdings erst bei den Bauvorbereitungen. Die untere Naturschutzbehörde trug der IWG auf, das Baufeld hinsichtlich des Artenschutzes zu überprüfen. Die Untersuchung förderte zutage, dass tatsächlich schützenswertes Leben den Boden bevölkerte. Für die Waldeidechsen wurde daraufhin ein Fangzaun errichtet und die Tiere bei Kontrollgängen zweimal am Tag umgesiedelt. „Das hat uns einige schlaflose Nächte bereitet“, bekannte Karsta Rödinger. Trotz der dadurch entstandenen Bauverzögerung von drei Wochen wurde den Reptilien noch eine besondere Ehre zuteil: Sie zierten die Einladungen zur Grundsteinlegung und ein Exemplar aus Gummi verschwand in der Zeitkapsel in der Bodenplatte.

Darüber hinaus drängte die Zeit: Das Unternehmen „inverso“ benötigte die zusätzlichen Unternehmensräume inklusive 30 Stellplätze für Mitarbeiterfahrzeuge bis zum 1. Oktober 2018. An Mario Mündel, dem stellvertretenden Abteilungsleiter für Firmenkundenbetreuung bei der Sparkasse war es nun, „die wohl schnellste Finanzierung seiner Laufbahn auf den Weg zu bringen“, wie IWG-Chefin Rödiger schmunzelnd bemerkte. Für das Wohnungsunternehmen „zählen Neubauten schließlich nicht zum Tagesgeschäft“, weswegen sie sich bei allen Beteiligten für die Unterstützung bedankte.

Bereits Neubau von Terminal D im Gespräch

Oberbürgermeister Seeber kündigte an, dass bereits über den Bau von Terminal D nachgedacht werde. Dank der Universität und der technologieorientierten Unternehmen „sind wir erfolgreich und werden erfolgreich bleiben“, fand der Stadtchef.

Die Geschichte der Ilmenauer Terminals begann im Jahr 2010, als die Stadt den Bahnhof von der Bahn übernahm. Drei Jahre später wurde bereits Terminal B angebaut. Neben „inverso“ und der IWG haben sich in den Gebäuden weitere Software-Unternehmen, ein Taxi-Betrieb, ein Fahrradgeschäft und eine Krankenkasse angesiedelt. Mit Fertigstellung von Terminal C werden dann insgesamt rund 14 Millionen Euro in das Bahnhofsgelände geflossen sein.

Zu den Kommentaren