Mieter als Stromproduzenten: Solaranlage für 16 Wohnungen in Erfurt

Andreasvorstadt  Seit gestern ist die erste Mieterstromanlage in Erfurt am Netz. Die Stadtwerke sind Investor und Betreiber.

In der Adalbertstraße wurde das erste staatlich geförderte Mieterstromprojekt in Erfurt eingeweiht.

In der Adalbertstraße wurde das erste staatlich geförderte Mieterstromprojekt in Erfurt eingeweiht.

Foto: Stadtwerke Erfurt

Mieter werden zu Stromproduzenten und bringen die Energiewende in die Stadt. In der Adalbertstraße wurde das erste staatlich geförderte Mieterstromprojekt in Erfurt von Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) eingeweiht.

Solaranlagen auf dem Dach der Wohnanlage „Auenhöfe“ erzeugen Strom, der direkt an die dort wohnenden Eigentümer und Mieter geliefert wird. Diese Elektroenergie wird als Mieterstrom bezeichnet.

Seit gestern versorgt die Solaranlage 16 der insgesamt 30 Wohneinheiten der „Auenhöfe“, Bauabschnitt 2 sowie weitere sieben Gemeinschaftsräume. 25 Prozent ihres gesamten Strombedarfs können damit abgedeckt werden. Darüber hinaus beziehen die Mieter grünen Strom von den Stadtwerken Erfurt (SWE) Energie GmbH.

Vor zwei Jahren sprach der Miteigentümer Mirco Jetschny zur ersten Eigentümerversammlung der „Auenhöfe“ den Wunsch nach Selbstversorgung mit grünem Strom aus. 16 Wohneigentümer schlossen sich drauf hin zusammen, um aktiv ihren kleinen Anteil an der Energiewende beizusteuern. Das 2017 beschlossene Bundesgesetz zur Förderung von Mieterstrom hilft dabei. „Wir hatten vier Firmen, die sich um den Auftrag beworben haben. Ausschlaggebend dafür, dass wir uns letztendlich für die SWE entschieden haben, war das lokale Engagement“, erklärt Mirco Jetschny.

Das Thüringer Umweltministerium hatte die Planung des Musterprojekts über das Förderprogramm „Solar Invest“ mit 8000 Euro gefördert, was 80 Prozent der Planungs- und Beratungskosten des Vorhabens deckte. Die Stadtwerke Erfurt wurden zum Investor des Pilotprojekts. Die „Auenhöfe“ stellten 100 Quadratmeter ihres Daches zur Verfügung, damit die Stadtwerke auf eigene Kosten die Photovoltaikanlage erreichten konnten. Der erzeugte Strom wird von der SWE als Anlagebetreiber an die einzelnen Bewohner verkauft.

„Mieterstrom macht Menschen in den Städten zu Energiegewinnern. So können auch Mieter vom selbst erzeugten, günstigen Sonnenstrom profitieren. Gleichzeitig schützen sie das Klima und entlasten die Stromnetze“, so Ministerin Siegesmund und ermutigt Interessenten für Solaranlagen, sich solchen Projekten anzuschließen.