Neustart in Eisenach: Opel-Werk produziert wieder

Eisenach  Im Eisenacher Opel-Werk startete die Serienfertigung des neuen Modells Grandland X. Betriebsrat und Landesregierung wollen ein zweites Modell und eine dritte Schicht.

Unter dem Beifall der Gäste und Beschäftigten rollte der erste Grandland X aus Eisenach durch eine Nebelwand in die Halle.

Unter dem Beifall der Gäste und Beschäftigten rollte der erste Grandland X aus Eisenach durch eine Nebelwand in die Halle.

Foto: Sascha Fromm

Guten Grund zu feiern gab es am Mittwoch im Opelwerk in Eisenach. Am Mittag rollte dort der erste Grandland vom Band, die Serienfertigung des neuen Modells startete.

In den zurückliegenden vier Monaten hätten die Mitarbeiter enorme Anstrengungen unternommen, um einen pünktlichen Anlauf der Produktion zu ermöglichen, sagte Werkleiter Fernando Andreu zum Auftakt der kleinen Feier. Die umgerüstete Linie im Werk ermögliche es wahlweise den Grandland X mit Diesel- oder Benzinmotor oder mit einem teilelektrischen Hybridantrieb zu fertigen. Damit könne man flexibel auf des Kaufverhalten der Kunden reagieren, erläuterte Andreu.

In der Vergangenheit sei in Eisenach kaum ein Jahr ohne neue Hiobsbotschaften geblieben, erinnerte Betriebsratschef Bernd Lösche daran, dass die Belegschaft gemeinsam mit der Politik noch im Frühjahr 2018 vor dem Werkstor um eine Investitionsentscheidung für eine Zukunft dieses Werks gekämpft habe. „Heute ist ein fast perfekter Tag“, sagte Lösche. Was ihm noch fehle, sei die Ankündigung ein zweites Modell in Eisenach zu fertigen.

„Weltrekordleistung“ bei der Umstellung der Fertigung

Darauf drängte auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). „Ich hätte einen Vorschlag für das Management, ein zweites Modell und eine dritte Schicht für eine bessere Auslastung der Fabrik“, so Ramelow. Er begrüßte jedoch, dass PSA und Opel in den Standort investiert haben.

Bei den Mitarbeitern in Eisenach bedankte sich Opel-Vorstandschef Micheal Lohscheller für eine „Weltrekordleistung“ bei der Umstellung der Fertigung. Er sieht das Werk mit dem Volumenmodell gut ausgelastet, „Wir könnten im Moment mehr Grandland X verkaufen, als wir produzieren können“, so Lohscheller.

Mit der Hybridversion werde sich der Trend noch verstärken. „Opel wird elektrisch und Eisenach macht dabei den Anfang“, so der Vorstandschef. Nahezu jedes dritte Auto, das Opel derzeit verkaufe, sei ein SUV, sieht Lohscheller in diesem Segment ein ungebrochenes Wachstum.

Neue Tarifverträge für alle deutschen Opel-Werke

Kein anderes Unternehmen dieser Branche habe in letzter Zeit eine große Investition in einem Hochkostenland gewagt, sagte der Produktionschef der PSA-Gruppe, Yann Vincent. Er lobte die neuen Tarifverträge, die man für alle deutschen Opelwerke ausgehandelt habe, sie hätten zur Sanierung des Autobauers beigetragen.

„Ich bin überzeugt, dass alle Mitarbeiter den Grandland X für unsere Kunden in hervorragender Qualität herstellen werden“, so Vincent.

Unter dem Beifall der Gäste und Beschäftigten rollte der erste Grandland X aus Eisenach durch eine Nebelwand in die Halle. Das Thüringer Model Eva Padberg übergab den Schlüssel des Fahrzeuges in Topas Blau mit einem Turbobenzin-Direkteinspritzer und 180 Pferdestärken an Opelchef Lohscheller, der diesen an Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf weiterreichte. Im Museum Automobile Welt in Eisenach, werde das Fahrzeug schon bald einen Ehrenplatz einnehmen, an der Seite der anderen ersten Opel aus Eisenach, kündigte Wolf an.

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