Kreative Kindertorten sind ihr Ding. Und feine, filigrane Arbeiten. „Das Spektrum ist sehr groß und reicht von Torten, über Schokolade, bis zu Speiseeis. Ich werde von A bis Z an die Hand genommen und habe trotzdem genügend Freiraum für meine eigene Kreativität“, schwärmt Franziska Holu über ihren Arbeitsalltag im Café Junghans in Gotha.
Ihr Weg in das Konditorhandwerk war alles andere als geradlinig. Nach dem Abitur hat die Erfurterin ein Lehramtsstudium begonnen, um später vor Kindern zu unterrichten. „Nicht, weil ich das wollte, sondern weil es mir eingeredet wurde. Meine Eltern haben meine Entscheidung am geringsten beeinflusst. Es war eher ein gewisser gesellschaftlicher Druck, dass man mit einem Abitur doch bitte auch studieren, viel Geld verdienen und Karriere machen muss“, sagt sie heute.
Rückenstärkung der Familie
Für Franziska Holu war es der falsche Weg. Kurz vor dem Abschluss bricht sie ihr Studium ab. „In einem Anflug von Mut habe ich mich für den zweiten Bildungsweg entschieden. Als ich meiner Familie und meinen Freunden offenbart habe, dass ich mir meinen Traum von der Konditorei erfüllen möchte, haben sie mir entgegnet: Wir haben nur darauf gewartet. Mach dein Ding und zieh es durch.“

Von der Reaktion ihrer Liebsten gestärkt, nahm Franziska Holu, die seit ihrem zwölften Lebensjahr leidenschaftlich gern backt und seitdem im Familien- und Freundeskreis für die Torten zu besonderen Anlässen zuständig war, Kontakt mit der Handwerkskammer Erfurt auf. Die Beraterinnen des Projekts „Passgenaue Besetzung“ konnten schnell einen Betrieb finden, in welchen sie 2022 eingestiegen ist.
Insolvenz der Ausbildungsbetriebe
Nach nur wenigen Monaten in der Ausbildung der Schock: Der Betrieb muss schließen. Wieder ist es die Handwerkskammer Erfurt, die unterstützen kann. Im Januar 2023 wechselt Franziska Holu in einen neuen Betrieb.
„Im Sommer des gleichen Jahres ist aber auch dieser Betrieb insolvent gegangen. Ich habe mir geschworen: Ich breche die Ausbildung nicht ab. Immerhin sind alle guten Dinge drei.“
Die Handwerkskammer Erfurt bringt sie mit Thomas Junghans, Inhaber des Café Junghans, in Kontakt. „Ich könnte mir keinen besseren Chef und kein besseres Team vorstellen. Ich wurde toll aufgenommen und habe schon sehr viel gelernt“, sagt Franziska Holu, die noch vor der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrags eine freudige Nachricht zu verkünden hatte: Sie erwartete Nachwuchs.

Bis zum Mutterschutz arbeitete die Auszubildende im Betrieb. Mittlerweile hat die Tochter ihren ersten Geburtstag gefeiert und Franziska Holu ist Anfang März wieder in den Betrieb eingestiegen. „Ich habe die Elternzeit sehr genossen, mich aber auch sehr auf den Wiedereinstieg gefreut“, betont sie.
Vorurteile aus dem Weg räumen
Mit ihrer Geschichte will die Erfurterin Jugendlichen, die mit der Berufswahl hadern, Mut machen. Und mit dem Vorurteil aufzuräumen, dass eine Ausbildung einem Studium unterlegen sei.
„Abgesehen davon, dass man im Handwerk gutes Geld verdienen kann, sollte das Gehalt nicht der ausschlaggebende Punkt für die Entscheidung sein. Ich möchte mit einem Lachen zur Arbeit gehen. Nicht der Kontostand treibt mich an, sondern das, was mich glücklich macht.“
Den ursprünglichen Plan, das zweite Lehrjahr zu überspringen und die Ausbildung zu verkürzen, hat die 33-Jährige aufgegeben. „Das traue ich mir mit Kind nicht zu“, begründet sie. Nun will sie ihre Ausbildung im Sommer 2026 abschließen und danach vielleicht die Meisterschule besuchen.
„Ich schmiede gerne Pläne“, sagt sie lachend, „aber ich habe in den vergangenen Jahren auch gelernt, dass das Leben meist anders kommt, als man denkt.“

Berufliche Orientierung, Ausbildung und Karriere -
die Handwerkskammer Erfurt unterstützt dich!
Egal, ob man ganz am Anfang seines Berufslebens steht und noch seinen Weg sucht, oder ob man sich umorientieren, weiterbilden und mit einer Karriere durchstarten will – die Handwerkskammer Erfurt ist immer ein guter Ansprechpartner.
Berufliche Orientierung und Ausbildung
Die Bildungsberaterinnen und Bildungsberater der Handwerkskammer Erfurt unterstützen Schülerinnen und Schüler, aber auch Eltern, Lehrerinnen und Lehrer im Bereich der beruflichen Orientierung und der Berufsvorbereitung.
Telefon: 03 61 / 67 07 – 81 81
E-Mail: bildung@hwk-erfurt.de
Mehr unter: www.hwk-erfurt.de/berufsorientierung
Weiterbildung und Karriere
Ob Auszubildender, Geselle oder Meister, ob Betriebswirt oder Quereinsteiger: Die Mitarbeiterinnen des Karrierecenters der Handwerkskammer Erfurt haben die Antworten auf jegliche Karrierefragen. In persönlichen Beratungsgesprächen entwickeln sie individuelle Konzepte für den Aufstieg im Handwerk und ebnen den Weg im weiteren Berufsleben. Schwerpunkte der kostenfreien Beratung sind zum Beispiel Fördermöglichkeiten für Weiterbildungen, Termine, Kosten und Inhalte der Lehrgänge und Seminare, individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Durchführung von Inhouse-Schulungen in Betrieben.
Nutzen Sie die Hilfsangebote der Handwerkskammer Erfurt.
Karrierecenter der Handwerkskammer Erfurt
Telefon: 03 61 / 67 07 - 55 20
E-Mail: karrierecenter@hwk-erfurt.de
Mehr unter: www.hwk-erfurt.de/karriere
Die Meistermacher: Alles für den Meisterbrief
In der Meisterschule erfahren Interessierte, wie sie an den Meisterbrief kommen. Leicht verständlich informieren Experten über Vorbereitungslehrgänge, die Meisterprüfung aber auch Fördermöglichkeiten. Es lohnt sich, denn der Meisterbrief ist die Voraussetzung zur selbstständigen Niederlassung in einem Handwerk und zur Eintragung in die Handwerksrolle der Handwerkskammer. Mit der Meisterprüfung dokumentiert man, dass man einen Handwerksbetrieb führen und Lehrlinge ordnungsgemäß ausbilden kann. Gemäß Deutschem Qualifikationsrahmen (DQR) ist der Meistertitel dem Bachelorabschluss auf Niveaustufe 6 vergleichbar.
Mehr unter: www.hwk-erfurt.de/meisterschule



