Kosmetikerin Katharina Heisler-Hof aus Erfurt und Zimmerermeister Tom Stock aus Greußen, sind die neuen „Gesichter des Handwerks“ im Kammerbezirk Mittel- und Nordthüringen und dürfen ihre Gewerke und das Thüringer Handwerk nun ein Jahr lang vertreten. Beide stehen exemplarisch für die Leidenschaft und Begeisterung, mit der die neue Generation das Handwerk lebt und gestaltet.

Im Interview berichten sie, was sie an ihrem Beruf fasziniert, welche Herausforderungen sie gemeistert haben und warum sie junge Menschen ermutigen, ihren eigenen Weg im Handwerk zu gehen.

Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf als Zimmerermeister?

Tom Stock: Als Zimmerer arbeite ich mit einem der ältesten und schönsten Baustoffe: Holz – und gleichzeitig mit modernster Planung und Technik. Jedes Projekt ist unterschiedlich und am Ende steht immer etwas, das bleibt. Die Kombination aus Handwerk, Kreativität, Verantwortung und echter Teamarbeit macht den Beruf für mich besonders. Und das Beste: am Ende des Tages sieht man, was man geschaffen hat.

Gibt es ein Projekt, das Sie besonders geprägt hat?

Tom Stock: Eine riesige Salzlagerhalle für das Bergwerk in Sondershausen: 60 Meter lang, 30 Meter breit und 22 Meter hoch. Wir haben 28 Meter lange Leimholzbinder mit riesigen Kränen zu einem großen Dach zusammengeführt und mit Verbindungsmitteln fixiert, die so groß waren, dass selbst erfahrene Zimmermänner nicht aus dem Staunen herausgekommen sind. Das hat mir gezeigt, dass dem Baustoff Holz so gut wie keine Grenzen gesetzt sind.

Was hat Sie dazu bewegt, sich als Kosmetikerin selbstständig zu machen, und was für Herausforderungen mussten Sie dabei überwinden?

Katharina Heisler-Hof: In meinen früheren Festanstellungen war ich immer in meinen Ideen eingeschränkt und es fehlte die Wertschätzung für meine Arbeit. Ich konnte mein Potenzial nie ausschöpfen. Meine eigenen Ideen wurden meist abgelehnt oder ich musste sie aus eigener Tasche finanzieren.

2019 wurde mir unerwartet gekündigt – das war für mich ein Wendepunkt: Ich habe auf mein Herz gehört und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Zum Glück hatte ich mir ein großes Netzwerk aus vielen treuen Kunden aufgebaut – das hat sich inzwischen fast verdoppelt, ich habe aktuell Wartezeiten von bis zu einem Dreivierteljahr. Die Unterstützung durch die Handwerkskammer Erfurt und die Agentur für Arbeit war großartig. Innerhalb von nur sieben Wochen konnte ich starten.

Wie erleben Sie die Entwicklung Ihres Berufsbildes im Hinblick auf die Digitalisierung und neue Trends in der Kosmetikbranche?

Katharina Heisler-Hof: Natürlich bin ich offen für aktuelle Trends und neue Produkte, aber ich schaue genau hin, was wirklich sinnvoll ist. Viele neue Geräte oder Methoden sind meist nur Kombinationen von Altbewährtem mit neuem Namen. Ich finde es schade, dass viele Kosmetikerinnen sich heute mehr auf Technik als auf ihre Hände verlassen und immer mehr in die apparative Kosmetik gehen.

Was war bisher Ihr größter beruflicher Erfolg und was haben Sie daraus gelernt?

Katharina Heisler-Hof: Eine besonders schöne Zeit hatte ich als Kosmetikerin in einem Hotel in Dänemark. Ein Highlight war auch die Teilnahme an der Mitteldeutschen Meisterschaft der Friseure, wo ich als einzige Kosmetikerin angetreten bin – und auf dem letzten Platz gelandet bin. Aber ich habe viel dazugelernt. Beim zweiten Mal habe ich mir den zweiten Platz erkämpft!

Mein größter beruflicher Erfolg heute ist der enge Kontakt zu meinen Kunden. Mit vielen bin ich über die Jahre gemeinsam gewachsen, habe sie zur Hochzeit gestylt und behandle heute teilweise ihre eigenen Kinder.

Wie hat das Handwerk Ihr Leben geprägt, persönlich und beruflich?

Tom Stock: Das Handwerk hat mir nicht nur eine berufliche Heimat gegeben, sondern mich auch als Mensch geformt. Es hat mich gelehrt, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und Herausforderungen mit beiden Händen anzupacken.

Durch meine Ausbildung, die Meisterprüfung und die tägliche Arbeit auf der Baustelle habe ich gelernt, was es heißt, dranzubleiben und für etwas zu brennen.

Welchen Ratschlag möchten Sie jungen Menschen mitgeben, die sich beruflich orientieren und vielleicht einen handwerklichen Weg einschlagen möchten?

Katharina Heisler-Hof: Hört auf euch selbst und folgt eurer Leidenschaft! Es ist wichtig, sich auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln, bevor man sich festlegt. Viele junge Menschen werden beeinflusst, etwa von den Eltern, die auf ein höheres Einkommen drängen. Aber am Ende zählt, dass man das tut, was einen erfüllt.

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Berufliche Orientierung, Ausbildung und Karriere -
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Egal, ob man ganz am Anfang seines Berufslebens steht und noch seinen Weg sucht, oder ob man sich umorientieren, weiterbilden und mit einer Karriere durchstarten will – die Handwerkskammer Erfurt ist immer ein guter Ansprechpartner.

Berufliche Orientierung und Ausbildung
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