• Das Hotel „Hammermühle“ in Stadtroda hat neue Besitzer.
  • Diese Ideen und Ziele sollen in Zukunft umgesetzt werden.
  • Welche Unternehmer die Mühle erwarben.

Noch stapeln sich an einigen Ecken des weitläufigen Geländes blaue Plastiksäcke, liegen zersägte Baumstücke am Ufer der Roda und es wird mit Baggern Erdreich beiseite geschoben. Das Hauptgebäude des Hotels „Hammermühle“ in Stadtroda ist eingerüstet, demnächst werden hier Maler der Fassade einen neuen Anstrich verleihen. Auch wenn viele Bereiche noch eine Baustelle sind - langsam aber sicher hält neues Leben Einzug in das historische und aufwändig restaurierte Mühlen-Fachwerkensemble an der Roda.

Hammermühle
"Toni" Kumi, neuer Mitinhaber der Hammermühle in Stadtroda, steht an der großen Baustelle, an der der neue Biergarten entstehen wird.© Funke Thüringen Medien | Frank Kalla

Schon im vergangenen Jahr war es immer stiller um das Wellness-Hotel geworden, das die alten Besitzer aus Altersgründen abgeben wollten. Eines Tages wurde „Toni“ Kumi angesprochen, ob er nicht das Hotel übernehmen wolle. „Toni“, wie ihn alle nennen, gehören die Taverne Jena und die „Taverne Apolda mit Hotel“. Erst ließ er die Offerte verstreichen, bei einem zweiten Treffen, an dem auch Frank List von der Jenaer Linimed GmbH teilnahm, wendete sich das Blatt. Die beiden Unternehmer schauten sich die Mühle an und erwarben sie zum 1. Januar dieses Jahres.

Erste Ziele in der Hammermühle bereits erreicht

Toni weiß um die Größe des Ensembles, um die Verantwortung. Aber, sagt er, hier könne man Träume verwirklichen, außerdem sei die Mühle sehr idyllisch gelegen. „Hier kann man sich austoben.“ Tatsächlich steht vor den neuen Besitzern eine gewaltige Aufgabe, wobei man erste Teilziele bereits erreicht hat.

Nach jahrzehntelangem Betrieb nehmen die neuen Eigentümer etliches Geld in die Hand, um das Hotel neu zu positionieren. Altes Mobiliar wurde herausgenommen, die 30 Zimmer des Hotels umfassend renoviert und neu möbliert. In Österreich ließ man beim Spezialisten Voglauer Holzmöbel für die Zimmer fertigen, „passend zum Stil, den das gesamte Haus ausstrahlt“, sagt Toni.

Das große Hotel hat bereits für Gäste wieder geöffnet

Seit dem 1. Februar hat das Hotel wieder für Gäste geöffnet, wegen der Bauarbeiten ringsherum startete man mit einem Eröffnungsangebot. „Wir sind in der Optimierungsphase, das heißt, ständig wird hier sprichwörtlich an den Schrauben gedreht, um alles noch besser zu machen.“

Alles besser, schöner, offener machen: Für mehrere tausend Euro wurden zahlreiche kranke Bäume, die am Ufer der Roda, aber auch auf dem weiträumigen Hotelkomplex standen, entfernt. Kleine, unschöne Ecken werden ebenso verschwinden wie der beim Umbau anfallende Bauschutt. In Arbeit ist der Einbau einer großen, hochmodernen Küche. „Die haben wir für 300.000 Euro bestellt.“ Hinzu kamen neue Fenster, Türen und andere Dinge.

Hammermühle
Blick in eines der neu ausgestatteten Hotelzimmer.© Funke Thüringen Medien | Frank Kalla

Restaurant soll demnächst wieder eröffnet werden

Doch was soll aus der „Hammermühle“ eines Tages einmal werden? Man gehe das Projekt Stück für Stück an, sagt Toni. Für den Monat Mai sei die Wiedereröffnung des Restaurants und des Wellnessbereiches geplant, im Juni wolle man im Rahmen einer Eröffnungsfeier allen Interessierten aus der Region zeigen, in welche Richtung es bei der „Hammermühle“ gehen soll. „Wir würden uns sehr freuen, wenn unsere Gastronomie, unser Haus für alle Menschen ein Ort wird, wo man gut essen und entspannen kann“, betont der Mitinhaber. „Wir wollen für die ganze Region etwas Gutes tun.“

Den Blick in die Zukunft richten: Nicht nur der Wellnessbereich wird einige Neuerungen erfahren, auch an der Außengastronomie wird gearbeitet. So entsteht in unmittelbarer Nähe vom Hotel und dem öffentlichen Radweg ein großer Biergarten, erste Arbeiten sind bereits im Gange. Zudem wird in der Küche künftig ein Ein-Sterne-Koch stehen. „Er stammt aus der Region und er möchte gern zurück in die Heimat“, sagt Toni. Derzeit seien fünf Mitarbeiter im Hotel beschäftigt, die volle Personalstärke soll einmal bei 35 Mitarbeitern liegen. Geplant sei eine gutbürgerliche Küche.

Hammermühle
Blick in den Innenhof der Hammermühle, wo es auch noch einige Anpassungen geben wird.© Funke Thüringen Medien | Frank Kalla

Physiotherapie im Wellnessbereich geplant

Ebenfalls geplant ist, eine Physiotherapie im Wellnessbereich, der unter anderem verschiedene Saunen, Erholungsbereiche, ein Schwimmbecken sowie einen Tennisplatz umfasst, zu etablieren. „Da werden wir mit einer eigenständigen Praxis zusammenarbeiten.“ Und da wären ja auch noch die Tagungsräume und andere Dinge wie die Bar, die ebenfalls ins Gesamtkonzept integriert werden müssen.

Etliche Dinge sind noch offen und in Planung. Klar ist für Toni indes, dass man keine eigenen Pferde halten wird. „Das ist nicht unser Ding.“ Dafür sei er für Ideen offen, was die technische Ausstattung der alten Mühle angehe. „Vielleicht wird eines Tages ein Museum daraus.“

Noch gibt es also viel zu tun auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Areal mit viel historischer Bausubstanz. „Wir sind noch weit entfernt, am Ziel zu sein“, sagt Toni. „Aber befinden uns ja gerade am Anfang einer guten Geschichte.“

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Stadt freut sich über Fortführung der Hammermühle

Dass die „Hammermühle“ eine gute Geschichte wird, davon ist Stadtrodas Bürgermeister Klaus Hempel (Freie Wähler) überzeugt. „Wir sind als Stadt hocherfreut, dass es das Hotel weiter geben wird“, erklärt er. Zwar müsse Stadtroda als staatlich anerkannter Naherholungsort nicht selbst Übernachtungsmöglichkeiten vorhalten, aber „30 Hotelzimmer spielen in der Bewertung und der Förderung eine nicht unbedeutende Rolle.“ Für Stadtroda sei das Engagement der beiden Unternehmer ein großer Gewinn.

Dieser Artikel wurde erstmals am 20. März veröffentlicht.