Nachdem der Insolvenzverwalter der Firma Breckle in Weida, Kai Dellit von der Kanzlei „hww hermann wienberg wilhelm“ (Eigenschreibweise), bereits am Samstag, 5. September, einen ersten Fragenkatalog dieser Zeitung zur Insolvenz des Unternehmens beantwortet hatte, meldet er sich per Pressemitteilung am Montag darauf noch einmal zu Wort.

„Die Sanierung von Breckle Weida, einem der größten deutschen Hersteller von Matratzen und Schlafmöbeln, kommt planmäßig voran“, schreibt er darin. Am 1. August habe man das Insolvenzverfahren eröffnet und Dellit bestellt.

„Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter“, heißt es weiter. „Die Kunden werden wie gewohnt beliefert, Aufträge werden angenommen und ausgeführt.“

Der Eröffnung des Insolvenzverfahrens als Regelverfahren sei eine bewusste Entscheidung des Geschäftsführers Gerd Breckle vorausgegangen, der seinen zunächst gestellten Antrag auf Eigenverwaltung freiwillig zurückgenommen habe.

Hintergrund sei, dass sich seine Familie als Investor am laufenden Investorenprozess beteiligen möchte. „Mir ist wichtig, jeden Anschein einer Interessenkollision zu vermeiden und für unsere Gläubiger volle Transparenz herzustellen“, wird Gerd Breckle zitiert. „Deshalb war für die Fortsetzung der Sanierung im Regelinsolvenzverfahren der richtige und faire Weg.“

Die Marktposition von Breckle Weida bleibe stabil, wird weiterhin betont. Die Kunden würden die hochwertigen Produkte des Unternehmens nach wie vor schätzen und dem Unternehmen ebenso die Treue wie die Lieferanten halten.

Das schlage sich in einem hohen Auftragseingang für die kommenden Monate nieder. Im gestarteten, strukturierten M&A‑Prozess (steht für Merger & Acquisition, also Fusion und Erwerb) bestehe eine erfreulich hohe Nachfrage der Investoren. „Das ist ein deutliches Signal für die Substanz und die Perspektiven des Unternehmens.“

Künftig sind bei der Firma rund 235 Mitarbeiter beschäftigt

Den stattgefundenen Personalabbau bis zu diesem Zeitpunkt erklärt Dellit in der Mitteilung: „Im Jahr 2025 hatte Breckle Weida in Vorbereitung eines erwarteten Großauftrags zusätzliche Mitarbeitende eingestellt. Da dieser Auftrag jedoch nicht im erhofften Umfang zustande kam und auch die übrige Nachfrage verhalten blieb, leitete das Unternehmen Anfang des Jahres einen Personalabbau ein. Zu diesem Zeitpunkt waren noch etwas über 300 Mitarbeitende beschäftigt.“

Der Abbau sei noch während der vorläufigen Eigenverwaltung abgeschlossen gewesen: Künftig seien rund 235 Mitarbeitende für das Unternehmen tätig.

Durch diese und weitere Restrukturierungsmaßnahmen sei Breckle Weida in der Lage, die Löhne und Gehälter aus eigener Kraft zu zahlen, nachdem das Insolvenzgeld im Juli ausgelaufen sei. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Fundament dieser Sanierung“, so Insolvenzverwalter Kai Dellit. „Der Geschäftsbetrieb läuft stabil, die Auftragslage hellt sich auf und das Interesse potenzieller Investoren ist hoch. Das sind gute Voraussetzungen, um Breckle Weida erfolgreich in die Zukunft zu führen.“

Die Breckle Matratzenwerk Weida GmbH ist ein deutscher Matratzen-, Polster- und Boxspringbettenhersteller mit Sitz in Weida-Hohenölsen, Thüringen. Das 1932 gegründete Familienunternehmen ist einer der größten Matratzen- und Schlafmöbelproduzenten Deutschlands.