In der Kolumne „Buchtipp der Woche“ wird jede Woche ein neues Kinder- oder Jugendbuch vorgestellt. Dieses Mal begleitet Nathalie Lauterbach einen Jungen und seinen metallenen Partner auf der Suche nach einem magischen Artefakt.

Sonntag
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Alexander Lunar ist unzufrieden. Einerseits hat er die nutzloseste Superkraft, die man sich vorstellen kann: Er kann im Dunkeln sehen. Das hat zwar ein paar Vorteile, verursacht aber auch Schlafstörungen. Und dann ist da andererseits noch sein Großvater, der vor kurzem gestorben ist und ihm ein seltsames Erbe hinterlassen hat: einen Schlüssel, einen Colt … und einen abgetrennten Zeh?
So richtig schlimm wird es, als ein hinterlistiger Gestaltwandler namens Solomolo sich als seine beste Freundin ausgibt, und aus dem Gewölbe unter seinem Haus – von dem er gar nicht wusste, dass es existiert – ein mysteriöses Artefakt stiehlt.
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Zum Glück steht ihm John Eisenhauer zur Seite, der schon lange mit der Lunar-Familie zusammenarbeitet, um magische Artefakte zu suchen und zu schützen. Alexander ist froh, jemanden zu haben, der ihm dabei hilft, das Diebesgut zurückzuerobern. Auch wenn John einige Eigenarten hat.
John ist nämlich ein sogenannter „Eisenmann“. Statt aus Blut und Knochen besteht er aus Metall und Getriebe. Und auf Kriegsfuß mit Stühlen steht er auch – So ein Eisenmann wiegt eine ganze Menge.
Weitere Buchtipps der Woche:
Fantasy: Durch ein Wurmloch in die 80er Jahre
Mädchenpower: Girlhood: Sechs Geschichten über Mut und Vielfalt
Mitmachbuch über Vincent van Gogh: Farbkleckse wie Corona-Viren
Leser begleiten in „Lunar und Eisenhauer“ nicht nur Alexander auf seiner Suche und erfahren, was ihm durch den Kopf geht, sondern blicken in einigen Kapiteln auch hin und wieder auf Solomolo und seine Machenschaften. Die Dialoge strotzen nur so vor Witz, Sarkasmus und pointierten Sätzen.
Außerdem wird das Setting – die Geschichte spielt in New Orleans – sehr gut genutzt. Bildhaft beschreibt der Schweizer Autor Sergio Dudli die Stadt des US-amerikanischen Bundesstaats Louisiana. Leser erfahren etwas über den Jazz, der zu New Orleans gehört wie die Zahnräder und Kabel zu John Eisenhauer. Alexanders Mutter kocht Gumbo, ein typisches Südstaatengericht. Eine Szene spielt im Lager der berühmten Mardi Gras-Parade, wo dutzende kuriose Parade-Wagen stehen.
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Zudem taucht Baron Samedi auf. Dies ist eine tatsächlich existierende Figur des Voodoo-Kults, dessen Anhänger sich heute zahlreich in New Orleans wiederfinden, und auch im Buch begegnen Alexander und Eisenhauer ihm im Laufe des Abenteuers. Der Baron hat sich im Körper eines Mädchens eingenistet, das gar nicht so begeistert davon ist, plötzlich eine Totenherrscherin zu sein.
Das Buch enthält ganz viel Spaß und Spannung, und in jedem Kapitel findet man neue interessante Aspekte der fantastischen Welt, die Dudli ersonnen hat. Und mal ganz ehrlich: Wie kann man einen Roboter-Cowboy nicht cool finden?
Buch „Lunar und Eisenhauer“ von Sergio Dudli, dtv, ab 12 Jahren, 288 Seiten, 16 Euro







