Ein Australier in Coburg kommt nach Weimar. Daniel Carter, seit vier Jahren Generalmusikdirektor am Landestheater der oberfränkischen Residenzstadt, wird neuer Chef im Orchestergraben des Deutschen Nationaltheaters Weimar (DNT). Mit dem Titel eines Musikdirektors wechselt er zur Spielzeit 2025/26 zur hiesigen Oper. Was dem Namen nach zunächst wie eine Degradierung klingen mag, bedeutet für Carter in Wahrheit einen Karriereschritt. So formuliert es auch Coburgs Theater. Es gratulierte seinem GMD dazu und drückte zugleich Bedauern über den absehbaren Abschied aus.

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Vom „großen Verlust für Coburg“ spricht lokalen Medien zufolge Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig. Mithin dürfte Carter ein großer Gewinn für Weimar sein. Hier habe er sich in einem intensiven Auswahlverfahren als herausragend geeigneter Bewerber profilieren können, teilte das DNT mit. „Dabei überzeugte er durch sein exzellentes Dirigat und die klare Vermittlung seiner musikalischen Visionen sowie seine herausragenden Qualitäten als zugewandter Kommunikator.“

Australier in der Oper, Kroate im Konzert

Carter folgt auf Dominik Beykirch, der angekündigt hatte, das DNT nach insgesamt zehn Jahren verlassen zu wollen. Begonnen hatte Beykirch hier als Kapellmeister, 2020 wurde er dann zunächst zum „Chefdirigenten Musiktheater“ ernannt. Seit 2023/24 ist er DNT-Musikdirektor.

Ohne GMD steht das Haus erst unfreiwillig, inzwischen freiwillig da, seitdem Kirill Karabits es 2019 verließ. Denn nach mehrjähriger Übergangszeit entschied man sich für eine Ämtertrennung: ein Chefdirigent im Konzert, ein Musikdirektor in der Oper. Eine solche Doppelspitze hatte sich die Staatskapelle Weimar schon länger gewünscht. Intendant Hasko Weber, „lange skeptisch“, ließ sich letztlich überzeugen. Chefdirigent wurde 2024 der Kroate Ivan Repušić. Nach dem kommenden Sommer wird dieser außerdem als Generalmusikdirektor an der Oper Leipzig tätig sein.

Auch an der Deutschen Oper in Berlin am Pult

Die neue Teamintendanz des DNT Weimar, die die Leitung zur Spielzeit 2025/26 von Hasko Weber übernimmt, wollte den Musikdirektor schnellstmöglich neu besetzen. Der April wurde angepeilt, der März ist es geworden. Nun freuen sich Valentin Schwarz, Dorian Dreher und Timon Jansen über Carter als „einen der erstklassigen Operndirigenten seiner Generation.“ Damit sei die musikalische Leitung des Hauses zu Beginn komplett und vielversprechend aufgestellt, ließen sie sich zitieren.

Neuer Musikdirektor am DNT Weimar
Die künftige Teamintendanz des DNT Weimar freut sich auf Daniel Carter (2. von links): Operndirektor Dorian Dreher, Schauspieldirektor Timon Jansen und der künstlerische Geschäftsführer Valentin Schwarz (von links).© DNT Weimar | Henry Sowinski

Daniel Carter ist seit August 2019 auch Dirigent an der Deutschen Oper Berlin, wo er zuvor als Kapellmeister engagiert gewesen war. Mit Mozarts „Zauberflöte“ debütierte er zudem in der Saison 2023/24 an der Wiener Staatsoper. Dem Landestheater Coburg wird er in seiner ersten Weimarer Spielzeit in Oper und Konzert noch enger verbunden bleiben. Derart wollte er dort den Übergang zu einer wirklich guten Nachfolge mitgestalten, ließ er mitteilen.

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Neben dem Musikdirektor hat Weimars Teamintendanz auch die Stellen des ersten und zweiten Kapellmeisters neu besetzt. Marco Alibrando, „einer der begabtesten italienischen Dirigenten der jüngeren Generation“, folgt demnach auf Andreas Wolf. Und Johannes Pierre Bettac, aus Augsburg stammend, übernimmt von Nathan Blair.