In der Kolumne „Buchtipp der Woche“ wird jede Woche ein neues Kinder- oder Jugendbuch vorgestellt. Dieses Mal lässt sich Anette Elsner von einem Bilderbuch begeistern, das fast ein Roman ist.

Sonntag
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Wenn ein sehr, sehr schlauer Angsthase, der Abenteuer nur in seinen Büchern erlebt, mit der Sängerin einer Punkband, die früher eine echte Straßenkatze war, ins geheimnisvolle Drachenland aufbricht – dann sind wir mittendrin in „Hase Hollywood“. Alles beginnt im Gasthaus „Zum fröhlichen Pups“, das Hase Hollywood gehört, in dem Katze Kate Barkeeperin ist, Maus Giovanni in der Küche wirbelt und Nilpferddame Mama Lu für Ordnung sorgt. Dann ist da noch Affe, ganz klar ein Orang-Utan, superstark, kann aber nur drei Worte sprechen.
Hier geht es zur Leseprobe.
Dieses eingeschworene Team zieht aus, um Chili zurück zu ihren Eltern zu bringen. So haben sie die süße Mischung aus Einhorn und Drachen genannt, die ihnen unversehens ins Haus kam. Weil Captain Grünzahn, schlimmster aller Piraten und gefährliches Krokodil, eines Tages ein Ei im Gasthaus vergaß. Daraus schlüpft Chili, die ihren Namen ihrer Lieblingsspeise verdankt: Chilischoten, und zwar kiloweise.
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Altmodisch, peppig und überaus spannend
Auf ihrer Reise treffen sie auf jede Menge seltsame Wesen, manche freundlich, manche feindlich, überwinden verzauberte wie unwirtliche Gefilde – ganz so, wie es in Märchen und Abenteuergeschichten sein muss. In dieser Hinsicht ist „Hase Hollywood“ entzückend altmodisch, gut gemischt mit modernem Pep, witzig und überaus spannend, ohne grausam zu sein.
Weitere Buchtipps der Woche:
Fantasy: Durch ein Wurmloch in die 80er Jahre
Mädchenpower: Girlhood: Sechs Geschichten über Mut und Vielfalt
Mitmachbuch über Vincent van Gogh: Farbkleckse wie Corona-Viren
Genauso wollte es Simon haben, der Junge, der zusammen mit seinen Eltern „Hase Hollywood“ erfunden hat. Ein Buch, ganz ohne traurige Momente oder moralischen Zeigefinger. Sein Vater hat es geschrieben, seine Mutter illustriert und Simon hat es sich ausgedacht. Dabei haben Vater und Sohn Szenen und Dialoge in Rollenspielen mit Simons Plüschtieren so lange ausprobiert, bis sie zufrieden waren.
Farbenfroh und detailverliebt bis zum Wimmelbild
Herausgekommen ist ein echter Wälzer, wunderbar fabuliert und dermaßen gespickt mit Illustrationen, dass die Leserin gar nicht anders kann als innezuhalten, zu schauen, zu schmunzeln. Alles ist über die Maßen farbenfroh, detailverliebt bis zum Wimmelbild, mal umfasst ein Bild eine Seite, mal ist es winzig wie die Miniaturen, die die Seitenzahlen einrahmen – sie wechseln je nach Kapitel.
Hier gibt‘s was auf die Ohren: ein Auszug aus dem Hörspiel.
Hase Hollywood: Poppige Illustrationen aus einem fantasievollen Bilder-Roman
Einen Übergang vom Bilderbuch zum Roman mit Comic-Elementen wollte die Familie Rasch-Abicht schaffen und ein Buch schreiben, „das Kinder nicht nur mögen, sondern wirklich lieben – und das Eltern jeden Abend mit Freude vorlesen.“
Das ist ihnen bestens gelungen – und vielleicht gibt es ja ein zweites Abenteuer mit Hase Hollywood und seinen Freunden.

Bis dahin gibt es möglicherweise etwas zu feiern: „Hase Hollywood“ ist für den Jugendliteraturpreis „Kalbacher Klapperschlange“ nominiert, der im Herbst verliehen wird. Und das Hörspiel, das aus dieser Geschichte entstanden ist, gehörte zu den Nominierten für den Preis der deutschen Schallplattenkritik.
Stefan und Simon Rasch (Text), Anja Abicht (Illu.): Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes. Hasenfrosch-Verlag, 208 Seiten, 28,70 Euro, ab 4













