In der Kolumne „Buchtipp der Woche“ wird jede Woche ein neues Kinder- oder Jugendbuch vorgestellt. Dieses Mal freut sich Sophia Klefisch darüber, dass sich so viele unterschiedliche Menschen in einem Bilderbuch wiederfinden können.

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Vergangenen Dienstag wurde der Tag der Vielfalt gefeiert. Wenn es ein Buch gibt, dass perfekt zu den Gedanken eines inklusiven Miteinanders passt, dann ist es „Alle spielen mit“. Die beiden Autorinnen, Jessica Slice und Caroline Cupp, sind selbst Mütter mit Behinderung und wissen, dass es trotzdem möglich ist, mit ihren Kindern zu spielen und herumzualbern. Diese Freude am Spiel steht im Fokus des Buches, farbenfroh illustriert von Kayla Harren.

Im Gespräch mit vielen Familien haben die Autorinnen die unterschiedlichsten Erzählungen zusammengetragen. Nur wenige Sätze stehen auf jeder Seite, die Geschichten wirken vor allem über die Bilder. Kleine Details wie eine Perücke oder auf der Kommode liegende Hörgeräte geben tiefere Einblicke in den Alltag der Personen und regen dazu an, mit Kindern ins Gespräch zu kommen.
Weitere Buchtipps der Woche:
Fantasy: Durch ein Wurmloch in die 80er Jahre
Mädchenpower: Girlhood: Sechs Geschichten über Mut und Vielfalt
Mitmachbuch über Vincent van Gogh: Farbkleckse wie Corona-Viren
Kinderbuch: Erst die Bilder, dann die Erklärungen
Schon auf der ersten Doppelseite bleibt man länger hängen, weil es so viel zu entdecken gibt. Ein Kind mit Beinprothese kickt einen Fußball, Menschen unterhalten sich mit Gesten, verschiedene Hautfarben und Altersgruppen sind vertreten. Sie alle kommen im Park zusammen, um zu spielen. Hier können sich Kinder wiederfinden, die in Büchern oder anderen Medien eher wenig auftreten. Schluss mit dem Unsichtbar-Machen, in diesem Buch ist Platz für alle.

Erklärungen folgen erst im Nachhinein: Ein Leitfaden ermuntert Erwachsene, Themen wie Krankheit und Behinderung nicht auszuklammern. Es ist ok, Fragen zu stellen, solange es auf eine respektvolle Art passiert. Das können, und sollten, Kinder früh lernen, denn die Menschen aus dem Buch werden ihnen auch im Leben begegnen.
Aber auch Erwachsene haben eventuell mit manchen Perspektiven und Lebensrealitäten bisher wenig Berührung gehabt. Die Auflistung verschiedener Einschränkungen ist simpel gehalten, aber kann als Startpunkt dienen, sich mehr damit zu befassen. Manche Behinderungen sind nicht auf den ersten Blick ersichtlich, aber man kann nie wissen, was die Geschichte einer Person ist.

Jessica Slice und Caroline Cupp (Text), Kayla Harren (Illu.): Alle spielen mit! Zuckersüß Verlag, 40 Seiten, 24,90 Euro, ab 3.





