In der Kolumne „Buchtipp der Woche“ wird jede Woche ein neues Kinder- oder Jugendbuch vorgestellt. Dieses Mal erkundet Sophia Klefisch mit Feli die Großstadt Kitty City.

Sonntag
Der Gute Woche-Newsletter
Alles Gute aus Thüringen in einem Newsletter - jede Woche gute Nachrichten
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Feli stammt aus einem Dorf mit 31 Menschen und mindestens 3000 Feldhamstern, so die Kurzbeschreibung zur Hauptfigur des Comics „Felis Geheimnis“. Kein Wunder, dass sie ein wenig überfordert ist von Kitty City, der Großstadt der Katzen. Schnell stellt sich allerdings heraus, dass Feli ein weiteres Problem hat: Sie kann weder lesen noch schreiben, und das darf niemand erfahren.
Weitere Buchtipps der Woche:
Fantasy: Durch ein Wurmloch in die 80er Jahre
Mädchenpower: Girlhood: Sechs Geschichten über Mut und Vielfalt
Mitmachbuch über Vincent van Gogh: Farbkleckse wie Corona-Viren
Beim Einkaufen kann sie sich die Produkte aufmalen, auf der Arbeit hilft ihr ein sehr gutes Gedächtnis. Aber als Schnucki, eine junge Katze, sich mit ihr anfreunden möchte, bekommt Feli Panik: Wie soll sie einen Freund finden, wenn sie nicht einmal simple Nachrichten verschicken kann? Vielleicht sollte sie doch aufgeben und zurück nach Hause ziehen.

Kinder können die Probleme gut nachvollziehen
Die deutsche Autorin und Zeichnerin Inga Steinmetz bricht das Thema Analphabetismus auf eine gut verständliche Art herunter. Gerade Grundschulkinder können Felis Problem gut nachvollziehen – vielleicht tut sich auch das ein oder andere schwer damit, alle Buchstaben zu lernen.
Es wird nicht erklärt, wieso Feli nicht lesen kann – viel wichtiger ist, dass dies ihr Leben immer stärker beeinflusst. Und, dass sie auch als junge Erwachsene etwas dagegen unternehmen kann. Vor allem, indem sie sich endlich Unterstützung sucht.

Bei dem niedlichen Zeichenstil kann der Comic gar nicht aus der Hand gelegt werden, keine Katze gleicht der anderen und man möchte sie am liebsten alle aus den Seiten ziehen und knuddeln. Es bleibt nur die Frage offen, wieso sich keiner wundert, dass außer Feli keine weiteren Menschen in Kitty City herumlaufen. Schließlich sei dies doch der Ort für alle, die ihr Glück suchen. Aber vielleicht kann dies in einer Fortsetzung aufgegriffen werden.

„Felis Geheimnis“ von Inga Steinmetz, Carlsen Manga, 136 Seiten, 9 Euro, ab 8 Jahren.





