Am 20. November wird Rudolstadt zum Treffpunkt für Zukunftsfragen: Das Thüringer Nachhaltigkeitsforum 2025 steht ganz im Zeichen der „Kulturen der Nachhaltigkeit“. Im historischen Löwensaal soll nicht nur diskutiert, sondern ausprobiert, vernetzt und inspiriert werden. Eingeladen haben das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF) sowie der Thüringer Nachhaltigkeitsbeirat (TNB). Gemeinsam wollen sie herausfinden, wie nachhaltige Werte in Alltag, Politik, Kultur und Kommunen stärker verankert werden können – und welche Rolle Thüringen dabei spielt.

Nachhaltigkeitsforum 2025 Rudolstadt: Kultur und Zukunft verbinden

Kultur prägt, wie wir denken, fühlen und handeln – und genau da setzt das Forum an. „Gibt es eine Kultur des Wandels, die wir begleiten können?“, lautet eine der Leitfragen. Nachhaltigkeit soll nicht nur ein technischer Begriff bleiben, sondern als gelebte, kreative Praxis verstanden werden – offen, streitbar und gemeinschaftlich.

Thüringer Nachhaltigkeitsforum 2025

  • Wann: Donnerstag, 20. November, 10.00 bis 16.30 Uhr
  • Wo: Löwensaal Rudolstadt, Markt 5
  • Mehr gibt es hier

Das Programm zeigt, wie vielfältig Nachhaltigkeit sein kann. Den Auftakt gestaltet das Nationaltheater Weimar mit dem Monolog „Wir sind das Volk“ – einer eindrucksvollen Collage über Zusammenhalt, Trennung und Identität. Danach denkt Steffen Mensching, Intendant des Theaters Rudolstadt, über „Kultur für eine andere Gesellschaft und Politik“ nach.

aria Klärner
Das diesjährige Thüringer Nachhaltigkeitsforum (TNF) widmet sich der Frage, wie Kulturen der Nachhaltigkeit in Thüringen unterstützt und gelebt werden können.© Funke Medien Thüringen | Maria Klärner

Impulse folgen vom Thüringer Nachhaltigkeitsbeirat und vom Institute for Planetary Health Behaviour der Universität Erfurt – zu Themen wie Klimagesundheit und der psychologischen Dimension der Klimakrise. Anschließend öffnet sich das Forum für den Dialog: Eine Podiumsdiskussion mit Publikum lädt zum Austausch ein – kontrovers, offen und praxisnah. Nach der Theorie wird’s konkret: In vier Workshops geht es um Reparieren, Mitgestalten, Visualisieren – und ums Spielen.

Werkstätten des Wandels

„Eine Kultur der Reparatur, eine Kultur der Suffizienz“ heißt der erste Workshop – hier dreht sich alles ums Bewahren statt Wegwerfen. Vertreter:innen der Thüringer Repair-Cafés, darunter das Repaircafé Gotha, diskutieren, wie Ressourcenschutz und kommunale Verantwortung Hand in Hand gehen können.

Im zweiten Workshop steht das gesellschaftliche Miteinander im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Demokratische Kultur im Städtedreieck“ geht es um Engagement und Beteiligung im ländlichen Raum – exemplarisch an den Erfahrungen von Saalfeld, Rudolstadt und Bad Blankenburg. Wie gelingt Demokratie, wenn man sich kennt? Und was hält eine Gemeinschaft wirklich zusammen?

aria Klärner
Das diesjährige Thüringer Nachhaltigkeitsforum (TNF) widmet sich der Frage, wie Kulturen der Nachhaltigkeit in Thüringen unterstützt und gelebt werden können.© Funke Medien Thüringen | Maria Klärner

 „KlimaWandeln – Thüringer Zukunftsbilder“ heißt der dritte Workshop im Bunde und lädt zum Perspektivwechsel ein. Gemeinsam mit dem Verein Reinventing Society zeigt Zukunftsfähiges Thüringen e. V., wie Kommunen mithilfe bearbeiteter Luftbilder Visionen für klimaangepasste Städte entwickeln. So werden Zukunftsideen greifbar – in Bildern, die zeigen, wie Gera, Kahla oder Schmölln morgen aussehen könnten.

Sonntag

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Im vierten Workshop schließlich heißt es beim Deutschen Nationaltheater Weimar: „Was war das denn?!“ – ein spielerisches Experiment zu nachhaltigen Begegnungen zwischen Kunst und Alltag. Hier darf gelacht, gezweifelt und improvisiert werden. Ob das nachhaltig ist? „Vielleicht“, heißt es augenzwinkernd im Programm. Aber eines ist sicher: Wer mitmacht, verändert etwas – zumindest die eigene Perspektive.

Gemeinsam verändern: Kommunen im Gespräch

Währenddessen treffen sich Thüringer Bürgermeister:innen zum „Bürgermeisterdialog zur nachhaltigen Kommunalentwicklung“, einem Netzwerk, das seit 2013 besteht. Vertreter:innen aus Sozial- und Finanzministerium sowie dem Gemeinde- und Städtebund diskutieren über Fortschritte und offene Baustellen nachhaltiger Stadtentwicklung – mit einem besonderen Blick auf Rudolstadt.

Das Thüringer Nachhaltigkeitsforum versteht sich als offener Raum für Begegnung, Austausch und Kooperation. Laut dem Verein Zukunftsfähiges Thüringen geht es nicht um fertige Antworten, sondern um gemeinsames Lernen – darum, Wandel zu denken, zu leben und zu gestalten.

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Denn nachhaltige Veränderung gelingt, wenn überhaupt, nur gemeinsam. Oder, wie es im Leitgedanken der Veranstaltung heißt: Positive Veränderung ist möglich – aber niemals allein. Am Ende dieses Tages steht kein Abschluss, sondern ein Anfang: neue Impulse, frische Ideen und vielleicht ein bisschen mehr von jener Kultur, die den Wandel trägt.