Noch nichts vor am Wochenende? Sie würden gern irgendwohin, aber die Auswahl ist zu groß? Dann lassen Sie sich inspirieren von der Auswahl an Wochenend-Tipps von unseren Kulturreporterinnen und -reportern.

Violetta kommt nochmal vom Weg ab

»La Traviata« am DNT Weimar
Taejun Sun als Alfredo Germont und Ylva Stenberg als Violetta Valéry: So feierte am Weimarer DNT „La Traviata“ in der vorigen Spielzeit in Weimar Premiere.© Candy Welz

Als Wiederaufnahme spielt das DNT Weimar die tragische Liebesgeschichte zwischen der Edelkurtisane Violetta Valéry und dem allzu braven Studenten Alfredo Germont – weltbekannt und heiß geliebt dank der Vertonung durch Guiseppe Verdi unter dem Titel „La Traviata“ (wörtlich: die vom Weg Abgekommene) – an diesem Freitag, 21. November, ab 19.30 Uhr. Regie führte bei dieser Produktion der vergangenen Spielzeit die damalige Operndirektorin Andrea Moses mit emanzipatorischem Eifer, unser Rezensent Joachim Lange war davon recht angetan. Nur die Sänger-Besetzung hat inzwischen gewechselt. Tickets gibt‘s hier.

Don Giovanni treibt in Erfurt sein Unwesen

Theater Erfurt Don Giovanni
Das Theater Erfurt spielt Mozarts „Don Giovanni“ als MeToo-Opernklassiker. Szene mit Máté Sólyom-Nagy als Don Giovanni, Alexandra Yangel als Donna Elvira.© Theater Erfurt | Lutz Edelhoff

Als skrupellos Sexbesessenen, der vor Übergriffen jeglicher Art nicht zurückschreckt, hat Alexandra Pape den Edelmann Don Giovanni in der gleichnamigen Oper von Mozart und da Ponte am Theater Erfurt inszeniert. Unser Kritiker Wolfgang Hirsch war von dieser finsteren Lesart aus dem MeToo-Umfeld nicht eben begeistert; ob er recht damit hat, mag, wer möchte, am Freitag, 21. November, 19.30 Uhr nach eigenem Augenschein selbst überprüfen.

Auch interessant

Betörende Wiederentdeckung von Eugen d‘Albert

Eugen d'Albert "Die toten Augen" in Gera
Das Theater Altenburg-Gera spielt Eugen d'Alberts Oper „Die toten Augen“ - eine äußerst lohnenswerte Entdeckung. Szene mit Isaa Lee (Galba) und Anne Preuß (Myrtocle)© Theater Altenburg Gera | Ronny Ristok

Den genialischen Komponisten, Klaviervirtuosen und Kosmopoliten Eugen d‘Albert (1864-1932) hat das Theater Altenburg-Gera wiederentdeckt und spielt in Gera dessen Oper „Die toten Augen“. Hausherr Kay Kuntze überträgt mit seiner Inszenierung das biblisch-antike Sujet in die Entstehungszeit des Werks – nicht zufällig mit einem psychoanalytischen Ansatz im Sinne Freuds: als Traumspiel.

Sonntag

Der Gute Woche-Newsletter

Alles Gute aus Thüringen in einem Newsletter - jede Woche gute Nachrichten

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Musik d‘Alberts verbindet zeittypische Strömungen, so dass man sich mal an Debussy, mal an Strauss oder Puccini erinnert fühlt. D‘Albert war Meisterschüler Franz Liszts in Weimar; eine Zeitlang wohnte er in einer Villa in Eisenach. Wer das sehr selten aufgeführte Werk sehen möchte, hat in Gera am Freitag, 21. November, 19.30 Uhr die Gelegenheit. Hier geht's zur Kritik und hier zu den Tickets.

Auch interessant

„Woher wir kommen, wohin wir gehen“: Podiumsdiskussion mit wichtiger Autorin

Emma Braslavsky (Archivbild)
Emma Braslavsky (Archivbild)© Alexander Volkmann | Alexander Volkmann

„Zeitenwende - woher wir kommen, wohin wir gehen“ ist eine Gesprächsreihe der Landeszentrale für politische Bildung in Thüringen und des Thüringer Literaturrates. Im Podiumsgespräch am Freitag, 21. November, 18 Uhr in den Kaiserwerken in Gera (Rudolf-Diener-Straße 4) diskutieren die renommierte Erfurter Autorin Emma Braslavsky, der Berliner Politikwissenschaftler und Ökonom Philipp Lepenies und Geras Oberbürgermeister Kurt Dannenberg über Umbrüche und Herausforderungen. Moderator ist der Weimarer Schriftsteller Stefan Petermann. Der Eintritt ist frei.

Emma Braslavsky, geboren 1971 in Erfurt, lebt seit 1999 als freie Autorin und Kuratorin in Berlin. In ihren letzten Romanen und Erzählungen setzte sie sich intensiv mit dem Thema KI auseinander. Mit ihrer Erzählung „Ich bin dein Mensch“ lieferte sie die Vorlage für den gleichnamigen Film von Maria Schrader, der 2022 mit vier Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet und als deutscher Kandidat für die Oscars ausgewählt wurde.

Gera lässt Don Quijote in Erfurt tanzen

Szene aus dem Tanzstück „Don Quijote“ mit Merlin Erdelen in der Titelrolle und Giacomo Ruben Repetti als Sancho Panza
Szene aus dem Tanzstück „Don Quijote“ mit Merlin Erdelen in der Titelrolle und Giacomo Ruben Repetti als Sancho Panza© Ronny Ristok | Ronny Ristok

Ausdrucksstarke Charaktere, originelle, temporeiche Gruppenchoreografien und kraftvolle Tanzbilder sah unsere Rezensentin, als das Tanzstück „Don Quijote und die schwebende Wirklichkeit“ vor zwei Jahren in Gera Premiere feierte.

Nun bringt das Thüringer Staatsballett diese „eigenwillige“ Choreografie des Italieners Mauro de Candia für insgesamt vier Aufführungen ans Theater Erfurt. Die erste ist an diesem Samstag, 22. November, ab 19 Uhr zu erleben. Inspiriert von Cervantes‘ Roman „Don Quijote von der Mancha“, entsteht ein Spiel zwischen Traum und Realität, zwischen Sehnsucht und Wahrheit, heißt es in der Ankündigung dazu. Begleitet wird der moderne Tanzabend von ausgewählter Musik, unter anderem von Ludwig Minkus. Mehr unter www.theater-erfurt.de.

Sinfonische Maskerade mit der Staatskapelle Weimar

Ivan Repusic - Staatskapelle Weimar
Chefdirigent Ivan Repušić leitet das dritte Sinfoniekonzert der Staatskapelle in Weimar.© DNT Weimar | Candy Welz

Unter Leitung ihres Chefdirigenten Ivan Repušic, zugleich Generalmusikdirektor der Oper Leipzig, veranstaltet die Staatskapelle an diesem Sonntag, 23. November, eine „Sinfonische Maskerade“ in der Weimarhalle. Bei diesem dritten Sinfoniekonzert der Saison stehen Sergej Prokofjews drittes Klavierkonzert C-Dur von 1921 und Dmitri Schostakowitschs neunte Sinfonie Es-Dur von 1945 auf dem Programm.

Die „Maskerade“ bezieht sich darauf, dass beide Werke auf verschiedene Weise die Erwartungen konterkarieren, die man in die Komponisten gesetzt hatte. Als Solisten für Prokofjews Konzert hat Weimar den Pianisten Simon Trpčeski aus Nordmazedonien verpflichtet. Zuvor eröffnet eine „Hommage à Bach“ den Abend, die Boris Papandopulo 1972 für Orchester schrieb. Das Sinfoniekonzert wird am Montag, 24. November, wiederholt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.

Mehr zu Kultur und Freizeit in Thüringen

Vertonte Objekte in Gotha

Isabelle Lehn in der Villa Rosenthal
Isabelle Lehn hat Museumsobjekte in Gotha aus dem Blickwinkel der Mode betextet.© Jasmin Zwick

Im Herzoglichen Museum Gotha startet am Samstag, 22. November, in der Reihe „Beredsamkeit der Dinge“ die Ausstellung „Dresscode“.

Kann man einen Mumiensarg, Conrat Meits „Adam und Eva“ oder einen Tanzspiegel aus Wyoming aus dem Blickwinkel der Mode lesen? Ja, man kann! Die Autorin Isabelle Lehn hat acht Exponaten einen literarischen Objekttext an die Seite gestellt. Zur Museumsnacht am Samstag werden die Texte zu lesen und hören sein, mit einem Bonusobjekt im Schloss Friedenstein.

Isabelle Lehn begleitet die Eröffnung und liest aus ihrem aktuellen Roman „Die Spielerin“ (S. Fischer, 2024). Der Abend beginnt 20 Uhr in der Skulpturenhalle im Museum.