Jena. Sommerhitze ist nicht nur schön, sondern auch gesundheitsgefährdend für viele Menschen. Darauf machten Ärzte und Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit am Mittwoch am Hitzeaktionstag aufmerksam.

Der von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigte Hitzeplan für Deutschland muss nach Ansicht der Landesärztekammer sofort kommen. „Wir Ärztekammern fordern das schon lange“, sagte Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen, die auch Vizepräsidentin der Bundesärztekammer ist, am Mittwoch.

Nötig sei nicht nur ein detailliertes Konzept, das etwa Warnstufen für die Bevölkerung vorsehe, die gesundheitlich durch Hitze besonders gefährdete Gruppen wie alte Menschen und Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen aufmerksam machen sollen. „Der Bund muss den Kommunen auch entsprechende Gelder zur Verfügung stellen, damit sie Hitzeschutz finanzieren können.“

4500 Sterbefälle durch Hitze im vergangenen Jahr

Bundes- und Landesärztekammern machten am Mittwoch mit einem Aktionstag auf die gesundheitlichen Gefahren durch Hitze aufmerksam. Sie verwiesen darauf, dass es nach Zahlen des Robert Koch-Instituts allein im vergangenen Jahr in Deutschland zu 4500 hitzebedingten Sterbefällen gekommen war. Laut RKI reicht dies von Todesfällen durch Hitzschlag bis zu komplexeren Konstellationen zum Beispiel bei Menschen mit Herz-Kreislauf- oder Lungen-Vorerkrankungen.

Neben Älteren, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangeren, Säuglingen und Kindern gehören laut Landesärztekammer auch Obdachlose und Menschen, die im Freien arbeiten – etwa Bauarbeiter – zu den besonders gefährdeten Gruppen.

Kälteräume sollen eingerichtet werden

Lauterbach hatte im Vorfeld der Ärzteaktion einen Hitzeplan für Deutschland nach dem Vorbild Frankreichs angekündigt, den das Ministerium gemeinsam mit Vertretern aus der Pflege, den Kommunen, aus der Medizin und der Wissenschaft erarbeiten will. Er nannte als Vorhaben etwa die Einrichtung von Kälteräumen und kostenlose Trinkbrunnen in großen Städten.

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In Thüringen hatte die Landesregierung im April einen Maßnahmenkatalog zum Hitzeschutz für Kommunen zur Umsetzung vor Ort vorgelegt. Er bündelt Akutmaßnahmen, mittel- und längerfristige Schritte und informiert die Kommunen über finanzielle Fördermöglichkeiten. 2022 war nach früheren Angaben des Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz das wärmste Jahr in Thüringen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881, zwischen Ende März bis in den August hinein herrschte eine Dürrephase.