Dutzende Infektionen bei Massentest im Kreis Greiz nachgewiesen

Greiz/Ronneburg.  Fachklinik für Geriatrie in Ronneburg stellt Betrieb nicht ein und behandelt Covid-19-Patienten mit mildem Krankheitsverlauf jetzt selbst. Ein weiterer Todesfall wird aus dem Kreis Greiz gemeldet.

Der Haupteingang des Kreiskrankenhauses Ronneburg, Fachklinik für Geriatrie.

Der Haupteingang des Kreiskrankenhauses Ronneburg, Fachklinik für Geriatrie.

Foto: Peter Michaelis

Nach den Massentests in sechs Pflegeeinrichtungen im Landkreis Greiz und in der Fachklinik für Geriatrie in Ronneburg vom 1. bis zum 3. Mai liegen nun fast abschließende Ergebnisse vor. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Von den 854 Tests, die von Ärzten der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KV) sowie Mitarbeitern der Rettungsambulanz Greiz und des Gesundheitsamtes Greiz durchgeführt wurden, seien mit Stand Mittwochnachmittag 852 Befunde bekannt, sagt KV-Sprecher Veit Malolepsy. Davon seien 50 positiv. Eine Aufschlüsselung auf Heime oder Mitarbeiter und Bewohner könne er nicht geben. Insgesamt waren am Wochenende rund 1000 Personen getestet worden. Wie die einzelnen Einrichtungen betroffen sind, darüber gebe es „vor Donnerstagmittag keine belastbaren Zahlen“, sagte am Mittwoch Landrätin Martina Schweinsburg (CDU).

In der Fachklinik für Geriatrie des Kreiskrankenhauses Ronneburg sorgen sich unterdessen Mitarbeiter um die Infektionsrate. Nahezu täglich würden neue Patienten zur Nachbehandlung aus anderen Krankenhäusern, auch aus Greiz, aufgenommen, obwohl kaum Therapie stattfinde, heißt es. Den Betrieb des Krankenhauses einzustellen, sei nicht vorgesehen, erklärten Geschäftsführer Clemens Schmitz und Chefarzt Ralf Oswald auf Anfrage unserer Redaktion.

Drei positive Ergebnisse vom Wochenende in Ronneburg

Nach ihrer Auskunft wurden am Wochenende zwei Mitarbeiter und ein Patient positiv getestet, damit seien jetzt neun infizierte Mitarbeiter bekannt. Zurzeit würden im Krankenhaus etwa 60 Patienten stationär behandelt. Dass deren Zahl reduziert wurde, erklärt man mit der überwiegenden Behandlung in Einbettzimmern. Zugleich räumt man ein, dass sich aufgrund der Infektionsprophylaxe die Therapien „deutlich geändert“ hätten. So seien Gruppentherapien ausgesetzt und würden vorzugsweise Einzeltherapien stattfinden. Letztlich seien sie Zweck der Einrichtung.

In Absprache mit dem Thüringer Gesundheitsministerium nehme Ronneburg „weiterhin keine Covid-19-Patienten primär“ auf. Allerdings würden Patienten, die Symptome zeigten und einen milden Krankheitsverlauf hätten, weiter behandelt, um nicht Infektionen in andere Einrichtungen zu übertragen. Dazu gebe es jetzt eine Covid-19-Station, auf der positiv getestete Patienten behandelt werden, einen Isolationsbereich, wo Personen bis zum Ausschluss einer Infektion untergebracht werden und die Normalstationen.

„Trotz eingehender Untersuchung bei der Aufnahme sind aufgrund der langen Inkubationszeit mehrere Patienten im Verlauf der stationären Behandlung erkrankt“, heißt es. Das betreffe nicht nur Menschen, die aus dem Kreiskrankenhaus Greiz verlegt wurden, sondern auch Patienten aus anderen Einrichtungen, wird erklärt.

Dass sich die Infektion auch deshalb übertrage, weil Zimmer nicht ordentlich desinfiziert und Betten mit Einwegtüchern abgewischt würden, weist die Klinikleitung von sich. „In unserem Haus wird streng nach den vorliegenden Hygienestandards und entsprechend der RKI-Richtlinien gearbeitet. Standardmäßig werden natürlich auch desinfektionsmittelgetränkte Einmaltücher verwendet“, wird erklärt. Ein Ausnebeln der Räume sei nicht Bestandteil der Richtlinien, so der Chefarzt. Ihm und dem Geschäftsführer sei es wichtig, den Mitarbeitern für ihre „hohe Einsatzbereitschaft und Flexibilität“ zu danken.

Weiterer Todesfall im Kreis Greiz

Am Mittwoch meldete das Landratsamt einen weiteren Todesfall und 13 Neuinfizierte. Damit steigt die Zahl der positiv Getesteten im Kreis Greiz auf 510. Dazu zählen auch zwischenzeitlich 167 nachweislich Genesene.
Die Zahl der Verstorbenen, bei denen COVID-19 nachgewiesen wurde, erhöht sich auf 34. Ein Patient des SRH Waldklinikums Gera mit Vorerkrankungen verstarb am 05.05.2020.