Kritische Versorgungslage mit Narkosemitteln: Hilferuf aus Krankenhaus Greiz

Jena.  Narkosemittel sind wichtig bei der Beatmung. Der Nachschub lässt derzeit länger als gewöhnlich auf sich warten, heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Blick auf das Kreiskrankenhaus Greiz.

Blick auf das Kreiskrankenhaus Greiz.

Foto: Ingo Glase

Thüringer Klinken haben derzeit Schwierigkeiten, stark wirksame Schmerzmittel einzukaufen. Besonders kritisch war in dieser Woche die Versorgungslage im Krankenhaus Greiz, wie das Thüringer Gesundheitsministerium auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt hat. Inzwischen sei eine ersehnte Nachlieferung eingetroffen und habe die Lage in dem Ostthüringer Krankenhaus entspannt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenfreien Corona-Liveblog.

„Die Krankenhausapotheken in Thüringen sind aufgefordert, täglich neue Aspekte zur Versorgungslage an das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz zu melden“, sagt Katharina Knoll vom Gesundheitsministerium. Berichte der Krankenhausapotheken und Krankenhaus-versorgenden Apotheken über Engpässe bei stark wirksamen Schmerzmitteln liegen den Angaben zufolge bereits vor.

Versorgung mit Wirkstoff Sufentanil war nur noch wenige Tage gesichert

„Zur Versorgungslage im Krankenhaus Greiz ist am Montag konkret informiert worden. Demnach war die Versorgung mit dem Wirkstoff Sufentanil nur noch für wenige Tage gesichert“, teilt die Sprecherin mit. Inzwischen sei bekannt geworden, dass eine Nachlieferung die Lage entspannt. Der Landkreis Greiz gehört zu den Schwerpunktregionen bei der Corona-Pandemie.

Neue Verordnung im Bundesministerium in Arbeit

Grundsätzlich sei die derzeitige Lage mit dem unerwarteten weltweiten Bedarf an Arzneimitteln zur Sicherstellung der Beatmung sehr angespannt, heißt es aus dem Ministerium. Hilfreich werde eine geplante Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums wirken. Die „SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung“ infolge der Epidemie werde aktuell beraten und zeitnah verkündet, so das Thüringer Ministerium.

Hintergrund ist, dass bei der Beatmung von Patienten Narkosemittel notwendig sind. Die Lieferfristen der Pharmahersteller haben sich deutlich verlängert. Bereits vor der Corona-Krise waren einige Mittel sehr knapp auf dem Markt geworden. Einige Krankenhäuser bereiten bereits Notfallpläne vor, auf andere Arzneimittel für die Narkose umzusteigen.