Streit in Apoldaer Flüchtlingsheim: Mit Gabel in Hals gestochen

Apolda  Der Angeklagte gibt die Auseinandersetzung in einem Flüchtlingsheim in Apolda zu und korrigiert seine persönlichen Angaben vor Gericht.

Symbolbild.

Foto: Tino Zippel

Im Prozess um schwere Körperverletzung in der Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Apolda haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung am zweiten Prozesstag am Landgericht Erfurt Fakten geschaffen.

Dem Angeklagten Marouane Z. drohen nach Verfahrensabsprache zwischen drei Jahren und sechs Monaten bis zu vier Jahren Haft. Vorausgesetzt: Er gesteht einen Großteil der ihm vorgeworfenen Taten.

Das folgte auf dem Fuß. Anwalt Alexander Giehler erklärte für seinen Mandanten, dass dieser sowohl Widerstand gegen Polizeibeamte im Februar geleistet habe, diese als „Nazis“ sowie „Faschisten“ beschimpfte und sie anspuckte. Außerdem habe sein Mandant im April ein Opfer aus der Aufnahmeeinrichtung mit einer Gabel in den Hals gestochen – die zur Last gelegte schwere Körperverletzung.

„Ich bring dich um“, habe er seinem Opfer ebenfalls angedroht. Zwischen dem Angeklagten und seinem Widersacher sei es in der Einrichtung in Apolda immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen. Sie kamen, so formulierte es Giehler, „einfach nicht miteinander aus“. Der Fall gehört zu einer Reihe von Vorfällen in der Einrichtung, die seit einiger Zeit im Ausschuss für Justiz und Migration des Thüringer Landtags diskutiert werden und zur Jahresmitte öffentlich wurden.

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Im Fall Maroune Z. musste das Gericht auch die vorliegenden persönlichen Daten korrigieren. Sowohl sein Name als auch das Alter waren falsch. Außerdem die Herkunft. Nachdem er bei seiner Einreise nach Deutschland angegeben hatte, Libyer zu sein, stellte sich gestern nun heraus, dass er Tunesier ist. Damit konnte auch seine dreijährige Dienstzeit in der libyschen Armee nicht stimmen.

Das, so gab es der Angeklagte unumwunden zu, habe er wegen seines Asylantrages angegeben – und wohl die Hoffnung auf einen positiven Ausgang damit verbunden. Das abschließende Urteil wird Mittwoch erwartet.

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