Weimars Prominenz protestiert gegen gedrosselten ICE-Verkehr

Zahlreiche Vertreter aus Kultur, Politik und Gastronomie protestierten am Montag am Weimarer Hauptbahnhof dagegen, dass im Zuge des Fahrplanwechsels die gute ICE-Anbindung Weimars an den Fernverkehr gekappt wurde. Doch als sie auf gepackten Koffern sitzend symbolisch dem vorbei rauschenden ICE nachblicken wollten, wurden sie von der eiskalten Realtiät eingeholt: Der Zug kam nicht - witterungsbedingt.

Rund 20 Vertreter hofften am Weimarer Bahnhof auf einen Blick auf den vorbei rauschenden ICE. Foto: Candy Welz

Rund 20 Vertreter hofften am Weimarer Bahnhof auf einen Blick auf den vorbei rauschenden ICE. Foto: Candy Welz

Foto: zgt

Erfurt. So war der Weimarer Prominenz an den Bahngleisen selbst der sehnsüchtige Blick auf den ICE kurz nach 12 Uhr nicht vergönnt: Schuld waren die bereits angekündigten, witterungsbedingten Verspätungen der Bahn.

Unter den 20 Vertretern, die sprichwörtlich auf ihren Koffern sitzen blieben, waren der Präsident der Klassik Stiftung Weimar, Hellmut Seemann, der Rektor der Bauhaus Universität Weimar, Professor Gerd Zimmermann, der Präsident der Hochschule für Musik "Franz Liszt", Professor Christoph Stölzl, der Direktor der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Professor Volkhard Knigge, der Geschäftsführer des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Thomas Schmidt, sowie Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD). Außerdem vor Ort waren die Gewerkschaft der Bahn, viele Weimarer Hoteliers und Stadtrat Rudolf Keßner.

Protest gegen Fernverkehrs-Einschränkungen
Protest gegen Fernverkehrs-Einschränkungen

Die symbolische Aktion der rund 20 öffentlichen Entscheidungsträger ist mit dem neuen Fahrplan vom 12. Dezember für Weimar längst Realität geworden: In der Klassikerstadt halten statt bisher 77 nur noch 42 Fernverkehrszüge. Die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Tourismus erklärten, dadurch hätten sich die Reisezeiten deutlich verlängert.

Und nicht nur das: Die Kultur- und Universitäts-Stadt Weimar mit der Klassik Stiftung Weimar, ihren beiden internationalen Hochschulen, dem Deutschen Nationaltheater Weimar und ihrem Museums-Angebot sieht sich abgeschnitten von den notwendigen Verbindungen zur Politik, Kultur und Wissenschaft im restlichen Bundesgebiet. Die Stadt schreibt in einer Presseerklärung, sie sei von der Deutschen Bahn zu keinem Zeitpunkt über die einschneidenden Pläne informiert worden. "Was so unauffällig als Fahrplanänderung daher kommt, ist ein Skandal, ein Affront gegen die Kultur in unserem Land", sagte der Präsident der Hochschule für Musik Franz Liszt, Christoph Stölzl.