Ermittlungen

Vermisster Berliner möglicherweise Opfer eines Kannibalen

Berlin.  Ein Monteur aus Berlin ist vermutlich Opfer eines Kannibalen geworden. Leichenspürhunde schlugen in der Wohnung eines Verdächtigen an.

Ermittelnde Einheiten der Berliner Polizei untersuchen den Fundort der Knochen am Rande Berlins.

Ermittelnde Einheiten der Berliner Polizei untersuchen den Fundort der Knochen am Rande Berlins.

Foto: Morris Pudwell

Grauenhafter Verdacht in Berlin: Ein Monteur aus der Hauptstadt wird seit mehr als zwei Monaten vermisst. Die Berliner Staatsanwaltschaft geht nun davon aus, dass der Vermisste zum Opfer eines Kannibalen wurde.

Der 44-jährige Monteur habe im September seine Wohnung kurz vor Mitternacht verlassen und sei danach spurlos verschwunden, erklärte die Polizei schon im Oktober. Anfang November entdeckten Spaziergänger menschliche Knochen , als sie mit ihrem Hund unterwegs waren. Die Gerichtsmedizin stellte die Überreste sicher und untersuchte sie.

Kannibalismus in Berlin? Verdächtiger arbeitete als Lehrer in Berlin

Die Ermittlungen der Mordkommission ergaben schließlich, dass es sich um die Überreste des vermissten Monteurs handelte. Durch die Auswertung von Chatgruppen geriet schließlich ein 41-jähriger Berliner ins Visier der Ermittelnden. Er arbeitete als Lehrer in Berlin und sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft.

Am Donnerstag erließ ein Richter einen Haftbefehl wegen Sexualmordes aus niedrigen Beweggründen gegen den Mann, der in Chatgruppen für Kannibalen unterwegs gewesen sein soll. Daher bestehe der Verdacht, dass er das Opfer getötet und anschließend Teile von ihm verspeist haben soll. Dieser Umstand könnte auch die gefundenen Knochen erklären, an denen kein Fleisch mehr vorhanden war.

Leichenspürhunde schlugen in der Wohnung des Verdächtigen an

Als Beamtinnen und Beamte am Mittwoch die Wohnung des Verdächtigen durchsuchten, kamen auch Leichenspürhunde zum Einsatz. Diese sollen nach bei Tiefkühlbehältnissen und Dosen angeschlagen haben. Außerdem fanden die Ermittelnden Blutspuren des Vermissten in der Wohnung des Verdächtigen, zudem eine Sackkarre sowie eine Tiefkühlbox.

Der aktuelle Fall erinnert frappierend an den „Kannibalen von Rotenburg“ . In diesem Fall hatte der Täter sein späteres Opfer ebenfalls im Internet kennengelernt, ihn getötet und anschließend Teile des Mannes gegessen. Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Mörder im Jahr 2006 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. (te/dpa)