Schneefälle und glatte Straßen haben in Thüringen für einen rutschigen Wochenstart mit Unfällen, Staus auf Autobahnen, ausgefallenen Zügen und witterungsbedingt geschlossenen Schulen gesorgt. Von Mitternacht bis zum Mittag zählte die Polizei rund 166 witterungsbedingte Unfälle allein auf Autobahnen und Landstraßen, mehrere Menschen wurden teils schwer verletzt. Gegen Mittag begann sich die Lage wieder zu entspannen, hieß es aus der Landeseinsatzzentrale.

Einschränkungen bei der Bahn
Auch Zugreisende müssen sich auf Einschränkungen einstellen: Die Erfurter Bahn gab auf ihrer Internetseite bekannt, dass aufgrund der aktuellen Witterung auf mehreren Regionalbahnlinien Züge ausfallen können. Betroffen sind demnach die Linie RB32 zwischen Saalfeld (Saale) und Blankenstein, die RB26 zwischen Weimar und Kranichfeld sowie die Linie RB76 zwischen Zeitz und Weißenfels und die Linie RB22 zwischen Saalfeld (Saale) und Gera Hauptbahnhof. Ein Ersatzverkehr mit Bussen habe nicht eingerichtet werden können.

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Auch die Südthüringen Bahn weist auf ihrer Website darauf hin, dass es auf der Linie RB41 zwischen Meiningen und Eisenach vermutlich bis in den Nachmittag hinein zu Verspätungen kommen kann.
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Wetter in Thüringen bleibt winterlich
Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) bleibt es in den nächsten Tagen winterlich in Thüringen. Zwar werden am Dienstag keine neuen Niederschläge erwartet aber die Temperaturen steigen nur auf maximal zwei Grad.
Am Mittwoch sei laut dem DWD bei Höchstwerten um null Grad gebietsweise wieder Schneefall, Schneeregen oder teils gefrierender Regen zu erwarten und es könne wieder glatt werden. Schneefall oder Schneeregen bestimmen auch am Donnerstag und Freitag das Wetter, wobei die Temperaturen kaum über die Null-Grad-Grenze steigen und es frostig bleibt.
42 Unfälle auf Autobahnen
Im Zeitraum von Sonntagabend (18:00 Uhr) bis Montagmittag ereigneten sich 42 Unfälle auf Thüringer Autobahnen. Bei allen Unfällen sei unangepasste Geschwindigkeit auf winterglatter Fahrbahn die Unfallursache gewesen, hieß es von der Autobahnpolizei. Ein örtlicher Schwerpunkt könne nicht festgelegt werden. So wie die Wetterfront über Thüringen zog, ereigneten sich bereichsweise die Verkehrsunfälle nacheinander. Insgesamt seien sieben Personen leicht verletzt worden.
Die bei allen Verkehrsunfällen entstandene Sachschadenshöhe wird auf knapp eine halbe Million Euro geschätzt. Aktuell sei die A71 in Fahrtrichtung Sangerhausen zwischen den Anschlussstellen Stadtilm und Arnstadt-Süd nach einem Verkehrsunfall nur einspurig befahrbar. Außerdem staut es sich auf der A4 in Fahrtrichtung Frankfurt an der Landesgrenze zu Hessen. Hier gab es bereits einen Verkehrsunfall im Rückstau zwischen einem Lkw und einem Transporter. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Im Laufe des Tages werde es witterungsbedingt zu Verkehrsbehinderungen auf allen Autobahnen kommen.
Einige Schulen geschlossen
Wegen der Wetterunbilden blieben in Thüringen zum Wochenstart mindestens elf Schulen geschlossen, wie das Bildungsministerium auf Anfrage mitteilte. Die Zahl könne im Laufe des Tages durch weitere Meldungen noch steigen, hieß es. Teils wurde in den Meldungen aus den Schulämtern der Ausfall des Schulbusverkehrs als Grund genannt. „Wo Bedarf an Notbetreuung besteht, ist diese abgesichert“, erklärte ein Ministeriumssprecher.
Verkehrsmeldungen für die A4 (Stand: 14.40 Uhr)
- Zwischen Sättelstädt und Eisenach-Ost Gefahr durch ein liegengebliebenes Fahrzeug auf dem Standstreifen
- Zwischen Eisenach-West und Wommen Sperrung, derzeit 9 Kilometer Stau
- Zwischen Magdala und Bucha Störungen nach einem Unfall
Verkehrsmeldungen für die A71 (Stand: 14.40 Uhr)
- Zwischen Oberhof und Gräfenroda defekter Pkw auf dem Standstreifen, der rechte Fahrstreifen ist gesperrt
Landespolizeiinspektion Saalfeld meldet zahlreiche Unfälle
Zwischen den frühen Morgenstunden und dem Vormittag kam es in allen drei Landkreisen der Landespolizeiinsepktion Saalfeld aufgrund winterlicher Fahrbahnverhältnisse zu mehreren Verkehrsunfällen mit Blech- bzw. Sachschäden sowie zu Verkehrsbeeinträchtigungen.
Saalfeld-Rudolstadt
In Rudolstadt ereignete sich am Morgen ein Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich Saalgasse/Anton-Sommer-Straße, bei dem eine Person verletzt wurde. Ein Unfall zwischen zwei Lkw auf Höhe der Kaufland-Auffahrt führte zeitweise zu Verkehrsbeeinträchtigungen. In Unterwellenborn wurde eine Straßenlaterne durch ein Räumfahrzeug beschädigt, sodass der Technische Service Infrastruktur (TSI) zum Einsatz kam. Personen wurden nicht verletzt. Weiterhin kam es am Morgen in Saalfeld im Bereich der Kreuzung Meininger Hof sowie auf der B 85 im Bereich der Einfädelungsspur aus Richtung Bad Blankenburg zu Stau aufgrund liegengebliebener Lkw. Der Arnsgereuther Berg musste von morgens bis zum Vormittag aufgrund querstehender Lkw zeitweise gesperrt werden.
Saale-Orla-Kreis
In Schleiz fuhr sich am Morgen im Bereich Teichstraße/Barbergasse ein Lkw fest. Gegen 8 Uhr konnte die Strecke nach Räum- und Streumaßnahmen durch den Winterdienst wieder freigegeben werden. Kurze Zeit später blieben am Abzweig Keila/Posen bei Neustadt an der Orla zwei Schulbusse aufgrund der winterlichen Fahrbahnverhältnisse liegen. Die Busse waren teilweise mit Schulkindern besetzt. Sie wurden in der Folge anderweitig zur Schule gebracht. Die Bergung der Busse erfolgte zu einem späteren Zeitpunkt. Personen wurden nicht verletzt. Auf der L 1077 ereignete sich ein Verkehrsunfall im Bereich eines Kreisverkehrs. Ein Lkw befuhr die Strecke aus Richtung der Anschlussstelle Dittersdorf kommend und kam beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr aufgrund winterlicher Fahrbahnverhältnisse in den Straßengraben. Dabei entstand Sachschaden.
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Das Tief „Leonie“ hat in der Nacht zu Montag die Stadt Jena wieder weiß eingehüllt. Die Straßen waren dementsprechend zum Wochenstart teilweise sehr rutschig. Pendler in Jena scheinen „sehr vernünftig zu fahren“, sagt Thomas Grieß, Sprecher der Landespolizeiinspektion Jena. Kurz nach 8.30 Uhr war ihm kein Unfall in Jena bekannt.
Lkw rutscht auf der A 38 in den Graben
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Schwerer Unfall im Weimarer Land: Porsche kollidiert mit Krankentransport
Sowohl die Patientin als auch der Fahrer erlitten Verletzungen und wurden nach notärztlicher Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der KTW war mit einer Patientin auf dem Rücktransport vom Frankfurter Flughafen nach Potsdam unterwegs.
In der Folge kam es zu einem weiteren Auffahrunfall zwischen zwei Fahrzeugen, als diese wegen der Unfallstelle stark abbremsen mussten. Während der Bergungsarbeiten und der Unfallaufnahme war die A4 komplett gesperrt.
Schnee bis ins Tiefland
Im Thüringer Wald seien 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee möglich – im Tiefland drei bis acht Zentimeter. Auch am Montag schneie es tagsüber bei Minusgraden und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt weiter. In den Höhenlagen bleibe es frostig kalt. Auf den Straßen könne es glatt werden, hieß es. Dabei bleibe es grau und bewölkt. In der Nacht zum Dienstag sollen die Schneefälle allmählich ostwärts abziehen. Verbreitet herrsche jedoch Glättegefahr.
Der Neuschnee dürfte den Wintersport im Bergland wieder ankurbeln. Zuletzt waren dort die Bedingungen mit teils verharschten Schnee und glatten Waldwegen sehr eingeschränkt. Am Sonntag waren laut dem Regionalverbund Thüringer Wald noch 12,5 Kilometer Loipen präpariert, sechs Skilifte hatten geöffnet.
dpa, red




















