Überraschend groß war jetzt die Gästezahl im ehemaligen Pfarrhaus in Dingelstädt zur Eröffnung der neuen Vierer-WG für volljährige junge Erwachsene. Neugierig streifen sie durch die freundlich eingerichteten, hellen Räume. Im neuen Jahr startet hier das ambulante Wohnangebot – mit vier Zimmern, Gemeinschaftsküche und Bad. „Es werden ‚erprobte‘ junge Erwachsene ab 18 Jahren aus unseren Einrichtungen des betreuten Wohnens hier einziehen“, erklärt Stefanie Schmerbauch, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Eichsfeld-Mühlhausen.

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Menschen, die aus stationären Jugendhilfeeinrichtungen kommen, sollen hier mithilfe individueller Betreuungsangebote auf die Selbständigkeit vorbereitet werden. Alle sind in Schule oder Ausbildung eingebunden. Die sogenannte stationäre Jugendhilfe endet teilweise mit dem 18. Geburtstag, berichtet Regina Englert, Sprecherin des Kirchenkreises Mühlhausen. Das bedeute für Jugendliche ohne familiäres Netz, dass sie plötzlich auf sich allein gestellt sind. „So etwas geschieht im ‚normalen‘ Leben nicht, da begleitet man seine Kinder viel länger“, so Stefanie Schmerbauch. Um diese Lücke zu füllen, gebe es diese Formen des Wohnens.

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Wohngemeinschaft mit zentraler Lage in Dingelstädt

Junge Menschen brauchen auch in der Volljährigkeit Unterstützung und Hilfe. Regelmäßig werden Mitarbeitende vor Ort sein und beispielsweise bei Behördengängen zur Seite stehen. Jedes Mitglied der gemischten Gruppe zahlt hier Miete und Verbrauchskosten. Die Wohngemeinschaft liegt zentral – Einkaufsmöglichkeiten und Busbahnhof sind in direkter Nähe.

Über das neue Angebot informierten sich jetzt Netzwerkpartner, Mitarbeiter und Kollegen, Vorstandsmitglieder des Diakonischen Werkes Eichsfeld-Mühlhausen, Gemeindeglieder, die örtliche Pfarrerin, beteiligte Firmen sowie Vertreter der Stadtverwaltung Dingelstädt in die Bahnhofsallee. Hauptamtsleiter Michael Groß vertrat Bürgermeister Andreas Fernkorn (CDU) und überbrachte dessen Grüße. An seiner Seite die Dezernentin Ilona Helbing, die Jugendamtsleiterin Nicole Weber, der Kontaktbereichsbeamte Gerd Müller sowie die Leiterin des Ordnungsamtes Anja Eulitz.

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Gemeinsam mit allen anderen wollten sie sich einen persönlichen Eindruck verschaffen, was hier zukünftig konkret angeboten wird. Warum die Stadtverwaltung so zahlreich vertreten ist, liege an einem Missverständnis im Vorfeld, so Regina Englert.

Hauptamtsleiter Michael Groß erklärte dazu: „Wir als Stadt sind anfangs von falschen Voraussetzungen ausgegangen, was die Belegung der Wohnung betrifft. Aber wir konnten das miteinander klären.“ Als Stadt könne man dieses Projekt nur unterstützen, unterstreicht er jetzt. Junge Erwachsene, die hier integriert würden und damit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden, wären ein Gewinn für Dingelstädt.

Ausdrücklich bedankt haben sich Stefanie Schmerbauch und Christina Mann, die Ansprechpartnerin der WG, bei den Förderern des Projekts und nannten dabei explizit die Share Value Stiftung und Stiftung Wohnen sowie das Diakonische Werk. „Nun ist alles bereit und wartet auf den Erstbezug“, sagt Regina Englert. red

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