Vollständig modernisiert hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ihr hauseigenes interdisziplinäres Labor. Die neuen Systeme und vollautomatisierten Prozesse ermöglichen ein breiteres, rund um die Uhr verfügbares Analysespektrum sowie eine effizientere Diagnostik zur schnelleren Versorgung der Patienten in Südniedersachsen. Die neue Laborstraße wurde jüngst offiziell eingeweiht, wie UMG-Sprecherin Lena Bösch mitteilt.

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Neue Hightech-Geräte sorgen für schnellere Analysen von Patientenproben direkt im Haus. Denn der Gerätepark für die Bereiche Hämatologie, Hämostaseologie, Klinische Chemie und Virusserologie wurde vollständig ausgetauscht. Auf einer Fläche von knapp 350 Quadratmetern ist die gesamte Laborautomation von Grund auf erneuert worden, so Bösch.
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Den Auftakt machte bereits vergangenes Jahr die Laborstraße für die Untersuchung hämatologischer Proben beispielsweise von Krebspatienten. Seit Anfang Mai ist nun auch die Modernisierung der großen Laborstraße für die übrigen Bereiche abgeschlossen und in die Routinediagnostik integriert.
Nur noch neun statt 20 Minuten werden gebraucht
Die Umbaumaßnahmen erfolgten während des laufenden Betriebs über einen Zeitraum von insgesamt rund sechs Monaten. „Die Modernisierung des Interdisziplinären UMG-Labors erlaubt eine effiziente und qualitativ-hochwertige Probenanalyse auf höchstem technischen Niveau. Präzise und fundierte Laborwerte bilden die Grundlage für eine optimale Patientenversorgung. Da die UMG bereits seit vielen Jahren auch Proben von anderen Gesundheitseinrichtungen bearbeitet, profitieren nicht nur die Menschen bei uns im Haus von den neuen Systemen, sondern auch die Patienten in der gesamten Region“, sagt Lorenz Trümper, Vorstand Krankversorgung. Ziel sei es, das Leistungsspektrum kontinuierlich zu verbessern und weiterzuentwickeln. Die neue Laborstraße trage wesentlich dazu bei.
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Durch die hochmodernen Geräte und automatisierten Prozesse könnte die Diagnostik in bestimmten Bereichen wesentlich beschleunigt werden, meint Andreas Fischer, Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Ärztlicher Leiter des Interdisziplinären UMG-Labors. Zum Beispiel die Messung des Troponin-Wertes, dem wichtigsten Marker für den Nachweis eines Herzinfarktes, könnte jetzt doppelt so schnell erfolgen, in nur neun statt bisher 20 Minuten. Hiervon profitierten vor allem Patienten, die als Notfall kommen und eine zeitnahe Diagnose zur weiteren Behandlung benötigt

Und Moritz Schnelle, geschäftsführender Oberarzt des Interdisziplinären UMG-Labors ergänzt: „Zudem können wir durch die vollautomatisierten Prozesse jetzt auch ein deutlich größeres Spektrum an Laborwerten an Wochenenden und Feiertagen analysieren, ohne zusätzliche personelle Ressourcen zu benötigen. Dadurch schaffen wir zugleich weitere Kapazitäten für die Bearbeitung größerer Probenmengen und entlasten unsere Kollegen, da einige manuelle Arbeitsschritte jetzt vollständig entfallen.“
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Fast die gesamte Diagnostik erfolgt im eigenen Labor
An der UMG wird fast die gesamte Diagnostik im eigenen Labor durchgeführt, ohne Zeitverlust durch den Versand der Proben an externe Labore, erklärt Lena Bösch. Die Umstellung auf die hochmodernen Systeme und die vollautomatisierten Prozesse ermöglicht eine schnellere Bearbeitung von beispielsweise Urin-, Blut- oder Hirnwasserproben und schnellere Befundrückführung an die behandelnden Ärzte.
Die Proben würden über das hausinterne Rohrpostsystem oder die Teleliftanlage, ein 4500 Meter langes Schienensystem, direkt aus den einzelnen Kliniken in das Labor transportiert. Ein automatisierter Vorsortierer ordne die Proben anhand eines Barcodes den entsprechenden Laborbereichen zu.
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Zugleich enthalte der Barcode die Informationen für die Messungen, die durchgeführt werden sollen und die Zuordnung zum Patienten. Somit werde das Verwechslungsrisiko der Proben minimiert, sagt die UMG-Sprecherin. Technische Assistenten überführten die sortierten Proben dann auf das Laufband und die Fahrt auf der Laborstraße beginne.
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Proben für spezielle Messungen werden vom Vorsortierer ebenfalls automatisch erkannt und aussortiert. Diese werden dann von Mitarbeitern abgeholt und an separaten Geräten analysiert. Sind für eine Probe Spezial- und Routinemessungen vorgesehen, ermögliche die neue Technik erstmals eine vollautomatisierte Aufteilung in kleinere Volumina, sagt Lena Bösch. Auf diese Weise steht ein Teil der Probe für die Spezialmessung und ein weiterer für die Routinemessung auf der Laborstraße bereit.
red








