Erstmals in Deutschland wurde einem Frühgeborenen, genau gesagt Baby Elisabeth, ein individuell modifizierter und besonders kleiner Herzschrittmacher implantiert, und zwar in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Die OP erfolgte unmittelbar nach der Geburt. Elisabeth war in der 35. Schwangerschaftswoche mit 2,2 Kilogramm per Kaiserschnitt auf die Welt geholt worden, nachdem sich ihre Herzfrequenz deutlich verschlechtert hatte.

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Bereits im Mutterleib war bei dem Kind eine seltene Herzrhythmusstörung festgestellt worden, sagt UMG-Sprecherin Lena Bösch. Es handelt sich um einen sogenannten totalen atrioventrikulären Block, bei dem die elektrische Weiterleitung zwischen Vorhof und Hauptkammer des Herzens unterbrochen sei, wodurch das Herz zu langsam schlage. Die Diagnose erfolgte in der Abteilung für Kinderkardiologie und Intensivmedizin mittels einer Ultraschalluntersuchung des kindlichen Herzens vor der Geburt.

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Das behandelnde Team: Maria Knierim, Assistenzärztin in der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Theodor Tirilomis, Schwerpunktleiter für Kinderherzchirurgie, Jaqueline Mediavilla Asenjo von der Herstellerfirma, Ulrich Krause, kommissarischer Leiter Kinderkardiologie und Intensivmedizin, Oberärztin Heike Schneider, Oberarzt Maxim Kartachov und Silke Seisselberg vom Pflegedienst (von links).
Das behandelnde Team: Maria Knierim, Assistenzärztin in der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Theodor Tirilomis, Schwerpunktleiter für Kinderherzchirurgie, Jaqueline Mediavilla Asenjo von der Herstellerfirma, Ulrich Krause, kommissarischer Leiter Kinderkardiologie und Intensivmedizin, Oberärztin Heike Schneider, Oberarzt Maxim Kartachov und Silke Seisselberg vom Pflegedienst (von links).© Universitätsmedizin Göttingen | Eva Meyer-Besting

Kurz nach der Entbindung kam Elisabeth in den Operationssaal. Das Team um Professor Theodor Tirilomis implantierte während der etwa zwei Stunden dauernden Operation den nur knapp 2,7 Zentimeter langen Schrittmacher. Zurück bleibt bei dem kleinen Mädchen eine etwa 2,5 Zentimeter lange Narbe. „Das spezial angefertigte Gerät ist etwa 93 Prozent kleiner als herkömmliche Herzschrittmacher, etwa so groß wie eine große Vitaminkapsel, und hat eine erwartete Laufzeit von mindestens zehn Jahren“, erkärt Lena Bösch.

Der Zustand des Kindes erforderte ein schnelles Handeln. Dank der engen Zusammenarbeit mit einem internationalen Medizintechnikunternehmen konnte ein spezieller Miniatur-Schrittmacher zur Verfügung gestellt werden, berichtet Tirilomis.

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Der Schrittmacher wurde speziell für den Einsatz bei Neugeborenen in den USA abgewandelt. Die Sonderzulassung für den Einsatz in Deutschland wurde vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte kurzfristig erteilt.

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„Dank intensiver Vorbereitung und innovativer Technik konnten wir dem Kind bereits in den ersten Lebensminuten helfen. Das ist ein großer Fortschritt in der Versorgung herzkranker Neugeborener“, meint seinerseits Ulrich Krause, kommissarischer Leiter der Abteilung für Kinderkardiologie und Intensivmedizin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG. Das kleine Mädchen wird in den nächsten Wochen engmaschig durch die Kinderkardiologie und Neonatologie betreut, heißt es aus der Universitätsmedizin abschließend.

sma