Mit guten Nachrichten kann das Duderstädter Krankenhaus St. Martini aufwarten, und zwar für kardiologische Patienten. Wie Krankenhaussprecher Florian Grewe mitteilt, hat das Haus im Berufungsverfahren vor dem Berufungsausschuss Niedersachsen einen wichtigen Teilerfolg erzielt. Der ursprüngliche Beschluss des Zulassungsausschusses sei auf den Widerspruch des Krankenhauses hin geändert worden. Die kardiologische Ambulanz öffnet wieder.

Täglich

Der Newsletter für das Eichsfeld

Alle wichtigen Informationen aus dem Eichsfeld, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Ende September 2025 musste die kardiologische Ambulanz ihren Betrieb einstellen, nachdem der Ausschuss keine weitere Ermächtigung zum Betrieb erteilt hatte. Viele Betroffene hatten das Nachsehen, mussten längere Anfahrtswege und eine erschwerte Terminvergabe in Kauf nehmen. Es entstand eine spürbare Versorgungslücke. Das sorgte im Eichsfeld für Fassungslosigkeit und löste eine Welle der Empörung aus. Schon da signalisierte das Krankenhaus, für den Erhalt der Ambulanz zu kämpfen.

Auch interessant

Die kardiologische Ermächtigungsambulanz an St. Martini war über viele Jahre ein zentraler Bestandteil der regionalen Versorgung gesetzlich versicherter Patienten, sagt Krankenhaussprecher Florian Grewe. Und er hat Zahlen parat, die das untermauern: Seit der Gründung 2009 seien dort pro Quartal mehrere Hundert Menschen mit komplexen Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreut worden, darunter viele mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren oder Systemen zur kardialen Resynchronisation.

Kontrolluntersuchungen für Herzpatienten nun wieder vor Ort möglich

Mit Wirkung zum 1. April wird nun der leitende Oberarzt der Kardiologie, Thomas Peter, ermächtigt, kassenärztliche Leistungen im Bereich der Funktionsanalyse von Herzschrittmachern, implantierten Kardiovertern, Defibrillatoren sowie Systemen zur kardialen Resynchronisationstherapie zu erbringen.

Damit verbessere sich die Versorgungssituation für viele gesetzlich versicherte Patienten der Region erheblich: Betroffene mit implantierten Herzsystemen können ihre regelmäßigen Kontrolluntersuchungen künftig wieder wohnortnah im Duderstädter Krankenhaus durchführen lassen, so Grewe. In den vergangenen sechs Monaten waren viele von ihnen gezwungen, hierfür weite Wege und lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen, was aus Sicht des Krankenhauses gerade mit Blick auf die älteren Patienten ein absolutes „No-Go“ war.

Auch interessant

„Diese Entscheidung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer besseren und vor allem patientennahen Versorgung. Gerade für Menschen mit komplexen Herzimplantaten sind regelmäßige Kontrollen unerlässlich und sollten möglichst dort stattfinden, wo auch die Implantation und ein Großteil der Behandlung erfolgt ist“, betont Geschäftsführer Markus Kohlstedde und ergänzt: „Dass unsere Patientinnen und Patienten nun wieder zu uns zurückkehren können, ist mehr als angemessen und ein großer Gewinn für die Versorgungsqualität in der Region.“

Gefreut hat er sich über den „riesigen Zuspruch“ der Eichsfelder, die gegen die nicht nachvollziehbare Entscheidung ihre Stimme erhoben haben. Das Krankenhaus selbst hatte nach dem Wegfall der kardiologischen Ermächtigungsambulanz zum 30. September 2025 daran gearbeitet, zumindest Teile des bewährten Versorgungsangebots wiederherzustellen.

Unverändert bleibt laut Grewe das Ziel, die kardiologische Versorgung weiter auszubauen und perspektivisch eine umfassendere ambulante Betreuung für gesetzlich Versicherte zu ermöglichen.