Manchmal schreibt die Landesgartenschau ihre ganz eigenen Geschichten. Für Siegmund Tristram aus Leinefelde wurde ein Besuch im Blumenblock zu einem emotionalen Wiedersehen mit der eigenen Vergangenheit.

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Ein Bekannter hatte kurz nach Eröffnung der Gartenschau die Ausstellung im Blumenblock besucht und dabei eine überraschende Entdeckung gemacht. Auf einem großformatigen Bild im Bereich „Sport und Freizeit“ der Stadtumbau-Ausstellung erkannte er Siegmund Tristram wieder und informierte ihn umgehend.

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Neugierig geworden, ließ sich der gebürtige Leinefelder nicht lange bitten und machte sich selbst auf den Weg in das vierte Obergeschoss des DDR-Plattenbaus. Dort blickte er schließlich auf ein Stück seiner eigenen Geschichte. Das Foto zeigt eine Akrobatikgruppe mit ihrem Übungsleiter Dieter Roth. Ganz oben auf der Pyramide aus sechs Sportlerinnen und Sportlern steht der junge Siegmund Tristram.

Alte Erinnerungen treffen auf neue Geschichten im Blumenblock

„Das war ein Auftritt auf der IGA in Erfurt“, erinnert er sich. „Ende der 1960er Jahre muss das gewesen sein.“ Die Freude über das Wiedersehen ist ihm deutlich anzumerken. Rund 60 Jahre nach diesem Moment findet sich seine Geschichte nun als Teil der Ausstellung wieder. Um die Erinnerung noch greifbarer zu machen, brachte Tristram eigene alte Fotografien mit, die er vor Ort mit dem Ausstellungsbild verglich. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen so auf besondere Weise.

Die Stadtumbau-Ausstellung im Blumenblock macht genau solche Begegnungen möglich. Sie zeigt nicht nur die Entwicklung Leinefeldes, sondern erzählt auch persönliche Geschichten aus mehreren Generationen. Für viele Besucher wird Geschichte dadurch lebendig und nahbar. Der Blumenblock erweist sich damit einmal mehr als eines der Herzstücke der Landesgartenschau. Neben floralen Inszenierungen und thematischen Ausstellungen entstehen hier immer wieder ganz persönliche Momente, die den Besuch unvergesslich machen.

Landesgartenschau
Eine Zeitreise in die Leinefelder Geschichte: Der sogenannte „Krippenwagen“ war das Fahrzeug, mit dem wohl die meisten DDR-Sprösslinge transportiert wurden.© Stadt Leinefelde-Worbis | Eckhard Jüngel

Siegmund Tristram ist aber nicht der einzige Gast, der sich wiedererkannt hat. „Immer wieder melden sich Besucherinnen und Besucher, die sich selbst, Angehörige, Freunde, frühere Nachbarn oder ehemalige Kolleginnen und Kollegen auf den großformatigen historischen Fotografien wiedererkannt haben“, erzählt Stadtsprecher René Weißbach begeistert. Genau diese Entdeckungen möchte das LGS-Team nun aufgreifen.

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Denn hinter vielen Bildern verbergen sich persönliche Geschichten, Erinnerungen und Lebenswege. Wer war die junge Frau, die an einer Maschine in der ehemaligen Baumwollspinnerei arbeitete? Wer erkennt sich als Kindergartenkind wieder, das im Gemeinschaftswagen durch die Straßen der Leinefelder Südstadt geschoben wurde? Wer erinnert sich an Feste, Arbeitsalltag, Schulzeit, Sportgruppen, Einkaufserlebnisse oder die ersten Jahre in den neuen Wohngebieten?

Stadt sucht jetzt die Geschichten hinter den Bildern

Die Landesgartenschau ruft deshalb dazu auf, die Ausstellung im Blumenblock ganz bewusst als kleine Zeitreise zu erleben. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, auf den zahlreichen Fotos zur Entwicklung Leinefeldes und zur Geschichte der Baumwollspinnerei nach bekannten Gesichtern, Orten und Situationen zu suchen.

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Bereits in den ersten Tagen der Landesgartenschau gab es berührende Wiedererkennungen. Menschen entdeckten sich selbst auf historischen Aufnahmen, erkannten frühere Weggefährten wieder oder konnten zu einzelnen Motiven wertvolle Erinnerungen beitragen. Diese persönlichen Geschichten machen die Ausstellung lebendig und ergänzen die Stadtgeschichte um viele individuelle Perspektiven.

Gesucht werden daher nicht nur Namen zu den abgebildeten Personen, sondern auch kleine Anekdoten, Erinnerungen und Hinweise: Wann könnte das Foto entstanden sein? Wo genau wurde es aufgenommen? Wer ist darauf zu sehen? Welche Geschichte steckt hinter diesem Moment? Ob Arbeitsalltag in der „Spinne“, Kindheit in der Südstadt, Freizeit, Kultur, Sport oder das Leben in einer jungen Stadt im Aufbau: Jede Erinnerung kann helfen, die Bilder weiter mit Leben zu füllen.

Erst entdecken, dann erzählen, dann füllt sich ein weiteres Kapitel

Die Fotos selbst sollen dabei bewusst in der Ausstellung entdeckt werden. Wer neugierig ist, sollte sich auf den Weg in den Blumenblock machen, die Wände aufmerksam betrachten und sich auf die Suche nach bekannten Gesichtern begeben. Vielleicht wartet dort ein Stück eigene Familiengeschichte, eine fast vergessene Erinnerung oder ein überraschender Moment des Wiedersehens.

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Wer sich selbst oder andere Personen auf einem der Bilder erkennt oder eine Geschichte zu einzelnen Motiven erzählen kann, wird gebeten, sich bei der Stadtverwaltung zu melden. Besonders schön wäre ein aktuelles Foto direkt neben dem eigenen Bild an der Ausstellungswand, quasi als kleines „Beweisbild“ des Wiedersehens. Ergänzend dazu reichen ein paar Stichpunkte zum Hintergrund: Wer ist auf dem Foto zu sehen? Wann und wo könnte die Aufnahme entstanden sein? Welche Erinnerung oder Geschichte verbindet sich damit?

Diese Hinweise und Fotos können einfach per E-Mail an tourismus@leinefelde-worbis.de geschickt werden. Die Stadtverwaltung möchte die eingehenden Geschichten sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt gebündelt aufbereiten. So können aus einzelnen Wiedererkennungen viele persönliche Beiträge zur Leinefelder Stadtgeschichte entstehen.

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„Die Landesgartenschau wird nicht nur zum Ort für Gartenkunst, Kultur und Begegnung, sondern auch zu einem Erinnerungsraum für viele Leinefelderinnen und Leinefelder. Jeder Besuch kann dabei zur ganz persönlichen Spurensuche werden“, so Weißbach.

red