Mit dem Aufbau einer spezialisierten Schlaganfallstation erweitert das Krankenhaus St. Martini in Duderstadt sein medizinisches Angebot. Bereits seit August 2025 wird an einer modernen Stroke Unit, einer Schlaganfall-Einheit, gearbeitet, die nun die Versorgung von Patienten mit akutem Schlaganfall deutlich verbessern soll. Das teilt Krankenhaussprecher Florian Grewe mit. Sie soll schnell, hochspezialisiert und wohnortnah sein. Zusammengearbeitet wird mit dem Teleneurologie-Netzwerk der Medizinischen Hochschule Hannover.

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Die neue Einheit ist der Geriatrie zugeordnet und steht unter der Gesamtverantwortung von Chefarzt Mohammed Chebbok. Die operative Leitung übernehmen der Neurologe Caspar Stephani und der Internist und Geriater Sevtoslav Kosev Georgiev. Damit setze das Haus bewusst auf eine enge Verzahnung von Neurologie und Altersmedizin – ein Ansatz, der insbesondere älteren Schlaganfallpatienten zugute komme, so Grewe.
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Zusätzliche Bedeutung erhalte die neue Einheit durch eine aktuelle Entscheidung des Medizinischen Dienstes: Die Strukturmerkmale für die tele-neurologische Schlaganfallversorgung wurden positiv bestätigt. „Damit erfüllt die Stroke Unit auch formal die hohen qualitativen Anforderungen an eine moderne, vernetzte Schlaganfallversorgung“, so Geschäftsführer Markus Kohlstedde.
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute
Schlaganfälle gehören zu den häufigsten medizinischen Notfällen. Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die Zeit: Je schneller die Therapie beginnt, desto höher sind die Chancen, bleibende Schäden zu vermeiden. Rund um die Uhr stehe ein interdisziplinäres Team bereit, um Diagnostik und Therapie ohne Verzögerung einzuleiten, sagt Grewe.
Mit moderner Bildgebung wie CT und MRT werde innerhalb kürzester Zeit geklärt, ob ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung vorliegt. Auf dieser Basis erfolgt die gezielte Behandlung – von der medikamentösen Thrombolyse bis zur Organisation weiterführender Eingriffe.
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Für die Eichsfelder bedeute die neue Einheit kürzere Wege im Notfall, ist sich Grewe sicher. Zeitintensive Verlegungen in entferntere Zentren könnten reduziert werden und große Zentren wie die Uniklinik Göttingen sich noch mehr auf die Versorgung schwerer und komplexer Schlaganfälle konzentrieren.
Die Versorgung endet jedoch nicht mit der Akuttherapie. Auf der Stroke Unit werden die Patienten engmaschig ärztlich und pflegerisch überwacht – inklusive kontinuierlicher Kontrolle von Herzrhythmus, Blutdruck und neurologischem Status. Spezialisierte, intensivmedizinisch geschulte Pflegekräfte kümmern sich laut dem Krankenhaussprecher um eine frühe Mobilisation, Schluckdiagnostik und die Vermeidung typischer Komplikationen.
Parallel, so sagt Grewe, beginne bereits in der Akutphase die Rehabilitation: Physio- und Ergotherapie sowie logopädische Maßnahmen würden frühzeitig integriert. Ziel sei es, verlorene Fähigkeiten möglichst schnell wiederherzustellen und die Rückkehr in ein selbstständiges Leben zu fördern. Über das Patientenmanagement und den Sozialdienst werde parallel zum stationären Aufenthalt die Zeit nach der Entlassung vorbereitet.
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Ein weiterer Baustein ist die Kooperation von St. Martini mit externen Partnern, darunter neurologische Spezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover sowie niedergelassene Fachärzten. Diese Vernetzung soll rund um die Uhr und auch bei komplexen Fällen eine Behandlung auf hohem fachlichem Niveau sichern, sagt Grewe.
Hohes medizinisches Niveau im ländlichen Raum
„Mit der neuen Stroke Unit positioniert sich das St. Martini Krankenhaus klar als regionaler Versorger mit wachsender Spezialisierung. Die Kombination aus geriatrischer Expertise, neurologischer Kompetenz und moderner Notfallmedizin schafft eine Struktur, mit der wir unter Beweis stellen möchten, dass auch in einer ländlichen Region eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau möglich ist“, resümiert der Geschäftsführer.
Zu den Personalien: Privatdozent Caspar Stephani arbeitet seit November 2025 an St. Martini. Er verfügt über eine klinische und wissenschaftliche Qualifikation in der Neurologie sowie über ausgewiesene Expertise in der intensivmedizinischen Versorgung kritisch kranker Patienten. „Sein beruflicher Werdegang ist geprägt von universitärer Spitzenmedizin, interdisziplinärer Zusammenarbeit und internationaler Forschungserfahrung“, erklärt der Sprecher.
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Nach dem Studium der Humanmedizin in Mainz, Leipzig und London promovierte er 2009 an der Universität Leipzig mit „magna cum laude“. 2018 habe er die Lehrbefugnis im Fach Neurologie erhalten.
Seine klinische Tätigkeit begann Caspar Stephani an der Klinik für Klinische Neurophysiologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Weitere Stationen führten ihn unter anderem an die Paracelsus-Elena-Parkinson-Klinik Kassel, als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Case Western Medical Center in Cleveland (USA) sowie an die Klinik für Psychiatrie der UMG.
Sevtoslav Kosev Georgiev ist seinerseits seit 2023 in der Geriatrie des Duderstädter Krankenhaus tätig. Sein medizinischer Werdegang, so Gredwe, sei unter anderem geprägt von einer breiten internistischen Ausbildung, einer spezialisierten Zusatzqualifikation in der Geriatrie und kontinuierlicher Weiterentwicklung.
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Georgiev hat bulgarische Wurzeln und absolvierte sein Medizinstudium in Sofia. 2011 erhielt er die deutsche Approbation, 2018 schloss er die Facharztweiterbildung für Innere Medizin ab und erwarb zuletzt 2021 die Zusatzbezeichnung Geriatrie, heißt es aus St. Martini.
red/sma











