Das Welterbezentrum wird klein geredet
Steffen Raßloff über das Unesco-Welterbezentrum: „Mit zunehmendem Entsetzen sehen viele Erfurter, wie die Verwaltungsspitze das mit Abstand wichtigste und drängendste Kulturprojekt der nächsten Jahre klein redet und auf die lange Bank schiebt. Frau Hildebrandt hat sich hierzu ja treffend geäußert. Aus meiner Sicht müssten jetzt alle Kräfte hierauf gebündelt und teure Luxusprojekte wie das Pop-Up-Museum gestoppt werden! Gleichzeitig muss das Welterbezentrum bei der Schaffung zukunftsfester Museumsstrukturen mitgedacht werden. Es darf nicht passieren, dass unsere Stadt die seit Jahrzehnten größte Chance auf internationale kulturell-historische Profilierung kläglich verstolpert!“

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- Näheres zum Thema lesen Sie hier: Rekordjahr bei den Übernachtungen: Erfurt steigt in neue Tourismus-Liga auf
- Einen Überblick über zum Thema Welterbe in Erfurt lesen Sie hier: Rückblick 2023: Erfurt betritt die Weltbühne
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Waren Akteure der Demo gegen Rechts „sehr weit links“?
Hans-Werner Fell über die Demonstration gegen die AfD auf dem Domplatz: „Ich bin 74 Jahre alt und seit 2012 aktiv in der Flüchtlingshilfe. Natürlich machen mich die aktuellen Ereignisse rund um die AfD noch besorgter als ich es schon lange bin. So habe ich über meinen WhatsApp-Status Werbung für die heutige Demonstration auf dem Erfurter Domplatz gemacht und war natürlich auch vor Ort. Gemeinsam mit mir waren drei Nachbarn etwa gleichen Alters. Erfreulich waren die wirklich große Resonanz und die hohen Teilnehmerzahlen der Thüringer, die mich - auch hinsichtlich der anstehenden Wahlen - ein bisschen hoffen lassen. Allerdings schien es mir, dass die Moderation von Leuten ausgeführt wurde, die wahrscheinlich sehr weit links stehen.
Insbesondere eine junge Frau hat nach meinem Empfinden, mit einer durchdringenden und aggressiv klingenden Stimme die ganze Veranstaltung in ihrem Sinne gekapert. Das waren kein „Gemeinsam“ und keine „Vernunft“. Das war einseitiges Heizen in einer Richtung, welche die angesprochenen Akteure der blauen Partei sehr freuen dürfte. Denn am Ende haben wir Älteren - aus der Mitte der Gesellschaft - die Veranstaltung früher verlassen. Leider werden beim nächsten Mal wahrscheinlich einige nicht mehr teilnehmen. Ja und das können wir uns überhaupt nicht leisten. Es braucht einen Konsens der Demokraten in diesem Land und keinen Krieg der Opposition gegen die Ampel. Sind wir dazu nicht in der Lage, werden wir alle - zur Freude der Putins usw. - die Konsequenzen zu tragen haben. Freundliche Grüße vom Dorf, wo die AfD schon bei der letzten Wahl fast 30% hatte.“
- Näheres zum Thema lesen Sie hier: Etwa 9000 Menschen bei Demonstration gegen Rechtsextremismus in Erfurt
Die Zivilgesellschaft kam bei der Demo gegen Rechts zu Wort
Joachim Gruber über die Demonstration gegen die AfD auf dem Domplatz: „Zehntausend sind am Samstag auf den Domplatz gekommen, um gegen den aufstrebenden Faschismus zu demonstrieren. Die Demo hat mir Mut gemacht - gerade, weil hier die Zivilgesellschaft zu Wort gekommen ist. Die Redner sind zum Glück nicht dabei stehen geblieben, den Faschismus als gemeinsamen Feind zu beschwören. Sie haben auch Gesellschaft, Parteien und Regierung zur Verantwortung für sein Erstarken gezogen. Die hohen Umfragewerte der AfD folgen keinem Naturgesetz. Sie haben wirtschaftliche und politische Ursachen.
Die Schere zwischen Arm und Reich wird in Deutschland immer größer. Das gefährdet die Demokratie. Doch dagegen tut die Regierung wenig bis nichts. Der FDP-Finanzminister brüstet sich stolz mit Sozialstaatsabbau. Statt für Gerechtigkeit zu sorgen wird fleißig nach unten getreten - Asylsuchende halten als Sündenbock her und werden zunehmend in ihren Rechten eingeschränkt. Ampel und Union lassen sich in Rhetorik und Taten von den Rechten treiben. Nützen tut es ihnen nicht selbst, sondern nur der AfD. Ich konnte mich zwar nicht in allen Reden am Samstag wiederfinden, doch sie haben mich allesamt zum Nachdenken angeregt. Ich werbe deshalb dafür: Haben wir Verständnis und hören wir genauer hin, wenn jene sprechen, die jeden Tag rechten Hass und Gewalt fürchten müssen und die sich schon lange gegen Rechtsextremismus engagieren. Auch wenn es uns manchmal wehtut.“
- Näheres zum Thema lesen Sie hier: Etwa 9000 Menschen bei Demonstration gegen Rechtsextremismus in Erfurt
Die Öffentlichkeit für im Ungewissen gehalten
H.-P. Goltz über Montavons künstlerische Leistung am Theater: „Als außenstehender Leser steht man schlicht fassungslos vor dem „Theater“ welches die Verantwortlichen der Stadt hier dem geneigten Publikum anbieten. Erst wird offenbar ignoriert, dann herunter gespielt, ja sogar eine Frauenbeauftragte entlassen. Als diese Taktik nicht mehr aufgeht, erfolgt der rasante Wechsel der Fronten. Nun ist man empört und feuert schon mal die Theaterleitung. Die Öffentlichkeit hält man indes geflissentlich im Unwissenden über Inhalte der Vorwürfe und Hintergründe der widersprüchlichen Entscheidungen. Schließlich erwartet man Vertrauen in die hier so wechselhaft handelnden Akteure der Stadt, man agiere ja im fürsorglichen Interesse der Betroffenen, die geschützt werden müssten.
Längst fragt sich der Leser, was diese Taktik wirklich bezweckt. Am Ende bleiben nur Opfer: Die der nach wie vor in der Öffentlichkeit nicht bekannten Vorgänge im Theater und die der „Aufklärungsarbeit“ der Verantwortlichen in der Stadt. Bleibt zu hoffen, dass das Ensemble in diesem Umfeld das künstlerische Niveau halten kann und nicht Misstrauen jede weitere Zusammenarbeit belastet. Das hat das Erfurter Theater, das uns in den letzten Jahren so viele tolle Erlebnisse geboten hat, schlicht nicht verdient.
Ob die Veröffentlichung des Untersuchungsberichts nun die Lösung bringt, darf allerdings auch bezweifelt werden. Vielleicht gibt es ja eine wirklich integre Persönlichkeit, die hier Licht ins dunkle Dickicht bringen kann. Anders dürfte die von widersprüchlichen Entscheidungen und Mutmaßungen geprägte öffentliche Debatte kaum konstruktiv aufzulösen sein. Die Stadt muss sich umfassend erklären, was deren eigenes Agieren ausdrücklich einschließt.“
- Näheres zum Thema lesen Sie hier: „Montavons künstlerische Leistung am Theater Erfurt wird in den Schmutz getreten“
Die Stadtgesellschaft soll entscheiden, wie die Zukunft des Petersbergs aussehen soll
Andreas Hultsch über Projekte auf dem Petersberg: „Nachdem wir für mehrere Millionen eine Brücke über das Lauentor gebaut haben, wollen wir 30 Meter neben diese Brücke noch eine Brücke für mehrere Millionen über die gleiche Straße bauen. An allen Ecken und Enden wird in dieser Stadt aus Geldnot gespart und für wichtige Dinge ist kein Geld mehr da. Wenn die 2. Brücke gebaut ist, will man im Zickzack eine Schneise durch das Wäldchen schlagen, um dort den Pfad errichten zu können. Sollte der Pfad einmal fertig sein, dann hat man vom Pfad einen Ausblick auf das Umspannwerk der Stadtwerke, einen Parkplatz und das Bundesarbeitsgericht von hinten. Sind die Millionen dafür wirklich gut angelegt? Wie von BUND und der BI vorgeschlagen, könnte der Pfad entlang des Wäldchens auf dem schon existierenden Weg verlaufen und wenn man eine behindertengerechte Lösung möchte, dann kann man für deutlich weniger Geld den Fahrstuhlturm dort bauen.
Fazit: Geld ist endlich - also lasst es uns möglichst sinnvoll für notwendige Dinge ausgeben, anstatt es in teure Luxusprojekte zu stecken, die schwer zu kalkulieren sind.
Generell müssen wir uns als Stadtgesellschaft entscheiden, wo wir den Petersberg hin entwickeln wollen. Soll er eher eine „grüne Lunge“ und Aufenthalts-/Erholungsort für die Erfurter Bevölkerung sein bzw. werden? Mit mehr Bäumen und sonstiger Begrünung, einer hohen Aufenthaltsqualität und einer attraktiven Gastronomie? Oder wollen wir immer mehr touristischen „Halli-Galli“ und immer mehr Veranstaltungen auf dem Petersberg? Der Domplatz wird schon zusätzlich bespielt, während hingegen die für Konzerte und Events mal gebaute millionenschwere Multifunktionsarena weitestgehend brach liegt. Gibt es ein Ende der Spirale „Wir wollen mehr Touristen“ - wenn wir mehr Touristen haben, dann brauchen wir auch mehr Infrastruktur für Touristen (Hotels, Gastronomie etc.), die dann nach noch mehr Touristen verlangen? Mein Eindruck als Erfurter Bürger ist, dass diese Stadt andere Probleme hat, denen wir uns widmen sollten. Touristenmangel sehe ich nicht als Problem. Dass finanziell davon profitierende Branchen, wie Hotels, die Gastronomie oder der Einzelhandel und deren Lobbyverbände nach immer mehr Touristen rufen, ist verständlich. Aber müssen wir als Stadtgesellschaft dem Ruf nachkommen und selbst wenn: Hilft ausgerechnet ein millionenteurer 200 Meter langer Pfad durch ein Naturschutzgebiet dazu, dieses Ziel zu erreichen?“
- Näheres zum Thema lesen Sie hier: Wie der Erfurter Petersberg noch attraktiver werden soll
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red




