Mehrere Ämter der Erfurter Stadtverwaltung haben bei einer Seuchenübung den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in einem Erfurter Schweinemastbetrieb simuliert. Wie die Stadtverwaltung bestätigt, fand die Übung am Dienstag und Mittwoch (3. und 4. September) statt. Das Erfurter Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt habe dabei die Einsatzbereitschaft und Reaktionsfähigkeit der kommunalen Verwaltung bei einem möglichen Ausbruch der für die deutsche Schweinehaltung wirtschaftlich so bedeutsamen Tierseuche untersucht, heißt es aus dem Rathaus.

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Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erfordere aufgrund der vielen betroffenen Bereiche – Veterinärwesen, Jagd, Forst- und Landwirtschaft, Umwelt, Naturschutz, Katastrophenschutz – mehr als jede andere Tierseuche die Einbindung und gute Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. „Die Übung hat gezeigt, welche Herausforderungen ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei Haus- und Wildschweinen im Land darstellen wird“, sagt der Erfurter Veterinäramtschef Ulrich Kreis.
Heimische Haus- und Wildschweine sind gefährdet
Zur Übung wurde ein fiktives Szenario konstruiert, bei dem die Viruserkrankung in einem Erfurter Schweinemastbetrieb ausbrach. Neben dem Veterinäramt und den übergeordneten Behörden auf Landesebene waren auch das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sowie weitere Ämter der Stadtverwaltung beteiligt. Zu Übungszwecken wurde sogar ein Krisenstab der Stadtverwaltung einberufen.
„Alle einbezogenen Mitarbeiter der Veterinär-, Landwirtschafts-, Forst- und Jagdverwaltung, Naturschutzverwaltung, Ordnungsämter sowie des Katastrophenschutzes, alle Behördenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind sich der Gefährdung der heimischen Haus- und Wildschweine durch die Afrikanische Schweinepest bewusst und haben sich mit großem Engagement bei der Übung eingebracht“, betont Kreis. Die Übung sei erfolgreich verlaufen und habe für die weiteren Vorbereitungen auf einen Ausbruch in der Stadt viele Erkenntnisse gebracht, die nun ausgewertet und bei der Fortschreibung des städtischen Tierseuchenmaßnahmenplans berücksichtigt würden.
Für den Menschen ist das Virus ungefährlich
Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Virusinfektion, die ausschließlich Haus- und Wildschweine betrifft und für diese Tiere oft tödlich verläuft. Für Menschen und andere Tiere ist das Virus ungefährlich. Auch der Verzehr von Fleisch, das von infizierten Tieren stammt, birgt kein Gesundheitsrisiko für den Menschen.
Das ASP-Virus kann über verschiedene Wege von Schwein zu Schwein übertragen werden. Hauptsächlich wird es über direkte Kontakte zwischen infizierten Tieren oder durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere übertragen.
Lebensmittelreste sicher entsorgen
Eine besondere Rolle spielen aber Lebensmittel, die aus infizierten Schweinen hergestellt wurden und von nicht-infizierten Tieren – etwa über achtlos weggeworfene Reste – aufgenommen werden können. Deshalb sollten Lebensmittelreste so entsorgt werden, dass sie für Haus- und Wildschweine nicht erreichbar sind. Ein Seuchenausbruch bei Haus- und Wildschweinen wäre über einen langen Zeitraum mit erheblichen Belastungen für die Schweinehaltung, die Land- und Forstwirtschaft sowie die Jagd in den Sperrzonen verbunden – und mit enormen Kosten.
Seit 2020 ist das Virus in Deutschland
Die Afrikanische Schweinpest wurde erstmals am 10. September 2020 in Deutschland an der deutsch-polnischen Grenze festgestellt. Die Tierseuche bedroht nach wie vor die heimischen Haus- und Wildschweinebestände. Das Risiko des Seucheneintrags insbesondere über menschliches Fehlverhalten, aber auch über Wildschweine ist nach wie vor hoch, wie der aktuelle Seuchenausbruch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zeigt.
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red




