Die Krämerbrücke soll im Jahr 2026 eine Briefmarke der Deutschen Post zieren. Der Programmbeirat beim Bundesministerium der Finanzen hat sich am Donnerstag für das Erfurter Wahrzeichen als eines der 52 Jahresthemen geeinigt. Über das Motiv ist noch nichts bekannt. Und auch der Zeitpunkt muss verwundern: Schließlich feiert die Krämerbrücke bereits im kommenden Jahr ein Jubiläum ihrer steinernen Existenz.

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Auf Anfrage teilte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums gegenüber dieser Zeitung mit, warum die 700 Jahre keine Rolle spielen. Grund sei, dass in der fraglichen Briefmarken-Serie keinerlei Bezug auf solche Jahrestage genommen werde. Denn das Sonderpostwertzeichen erscheint innerhalb der Serie „Sehenswürdigkeiten in Deutschland“ und folgt damit Schloss Neuschwanstein (2022), der Insel Mainau und der Zeche Zollverein (2023) sowie dem Brocken und den Landungsbrücken im Hamburger Hafen (2024).

Jubilarin befindet sich in guter Gesellschaft

Neben der „Neuen Deutschen Welle“, Spongebob und einem Comic von Ralf Ruthe wird sich das Krämerbrückenmotiv im Jahresprogramm 2026 wiederfinden. Sich außerdem einreihen zwischen „Die schönsten Sonnenuntergänge“ und „25 Jahre Frauen in der Bundeswehr“. Auch die Alpen als beliebtes Reiseziel sollen mit einer Briefmarke gewürdigt werden sowie das Spitzenklöppeln als Immaterielles Kulturerbe. Aenne Burda, Siegfried Lenz sowie E.T.A. Hoffmann sind weitere Marken gewidmet.

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Doch zurück zum Erfurter Wahr- und bald Postwertzeichen: Die 1117 erstmals urkundlich erwähnte Krämerbrücke gilt als das älteste profane Bauwerk Erfurts und verbindet den Benediktsplatz mit dem Wenigemarkt. Sie wurde zunächst aus Holz und 1325 aus Stein errichtet – letzteres Datum wird 2025 als runder Geburtstag gefeiert. Und deshalb erscheint die Krämerbrücke bereits im kommenden Jahr als „Individual-Marke“ mit zwei Motiven von der Erfurter Krämerbrückenkünstlerin Beate Kister, die auf dem Erfurter Wahrzeichen lebt und in der Nummer 25 ihr Atelier „kleinformat“ betreibt. „Mit der Briefmarke Individuell kreieren Sie Ihre ganz eigene Briefmarke mit Ihren Motiven, Fotos und Ideen“ heißt es zu diesen Sonderdrucken im Shop der Post.

Die Sehenswürdigkeit im Herzen der Altstadt kommt 2026 vermutlich erstmals überhaupt zu regulären Briefmarken-Ehren. Bislang liefen ihr zumeist Dom und Severi und zu DDR-Zeiten eine Fülle von Blumenmotiven der Internationalen Gartenbauausstellungen den Rang ab.

Briefmarke Krämerbrücke
Krämerbrücke samt Brückenkater, entworfen von Beate Kister, die ihre Galerie auf der Krämerbrücke hat.© Deutsche Post | Deutsche Post

Die letzte Erfurter Briefmarke erschien zur Bundesgartenschau 2021, deren Auflage von 3,5 Millionen Exemplaren bereits nach kurzer Zeit vergriffen war. Davor sorgte der Jüdische Hochzeitsring (2010) für einen philatelistischen Blickfang. Anfang Januar 2025 dürfen sich zunächst alle Thüringer über die Sonderbriefmarke „500 Jahre Wasunger Karneval“ freuen. Ab wann die Kister-Motive auf Briefmarken erhältlich sein werden, ist aktuell noch nicht bekannt.

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