Die Erfurter Stadtspitze hat die Bürger ausgesucht höflich darum gebeten, den Feuerwerkseinsatz in der Silvesternacht infrage zu stellen. „Wir danken allen Erfurterinnen und Erfurtern, die bereits auf ein Silvesterfeuerwerk verzichten und sind zuversichtlich, dass sich weitere unserem Anliegen anschließen“, sagt die kommissarische Ordnungsdezernentin Ricarda Schreeg.

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Schreeg zählt in einer Mitteilung zahlreiche „Schattenseiten“ auf, die mit der Böllerei in Verbindung gebracht werden. Viele Menschen würden lautstarkes und leuchtendes Feuerwerk mit Angst verbinden und sich in der Silvesternacht isolieren, meint sie. Tiere fürchteten um ihr Leben, weil sie die Blitze und Knallgeräusche nicht einordnen könnten.

61 Brandeinsätze am letzten Silvester

Das Abbrennen von Feuerwerk könne bei Unachtsamkeit oder Bedienungsfehlern zudem zu Unfällen und Bränden führen. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei seien oft über die Maßen gefordert. Im Vorjahr zum Beispiel gab es in der Silvesternacht für die Feuerwehr und den Rettungsdienst 61 Brandeinsätze, 15 Hilfeleistungseinsätze und 153 Rettungsdiensteinsätze.

Auch die Notaufnahmen stießen häufig an ihre Kapazitätsgrenzen, fügt Ricarda Schreeg hinzu. Die ungesund hohe Feinstaubbelastung und der zusätzliche Müll des abgebrannten Feuerwerks seien weitere Gründe, sich gegen die Böllerei zu entscheiden.

Müll wird weniger – auch die Raketen?

Geht es nach der von der Stadtwirtschaft am Neujahrstag 2024 eingesammelten Müllmenge, wurde am vergangenen Silvester tatsächlich weniger Feuerwerk eingesetzt als in den Jahren zuvor. Die Müllbilanz betrug 7,6 Tonnen und damit gut drei Tonnen weniger als in anderen Jahren.

In weiten Teilen der Erfurter Altstadt und auf dem Petersberg ist Feuerwerk ohnehin nicht erlaubt, betont Ricarda Schreeg. Sie verweist auf die bundesweite Verordnung zum Sprengstoffgesetz, die besagt, dass Pyrotechnik nicht in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie in der Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern gezündet werden darf.

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red/hw