Der seit Anfang November geltende Notfahrplan für die Erfurter Straßenbahnen wird bis Jahresende verlängert. Gleichzeitig wird es ab dem 1. Februar deutliche Verbesserungen für Fahrgäste geben. So kehren die Stadtbahnen zu den Stoßzeiten am Nachmittag zum 10-Minuten-Takt zurück, teilten die Erfurter Verkehrsbetriebe (Evag) am Mittwoch mit.

An den Nachmittagen wieder 10-Minuten-Takt

Mit dem Fahrplanwechsel gelten folgende Regelungen: Wochentags bis 8 Uhr bleibt der bekannte Standardfahrplan bestehen. Von 8 bis 14 Uhr fahren die Linien 1, 2 und 6 weiterhin abschnittsweise im 20-Minuten-Takt. Von 14 bis 18 Uhr kehren alle Linien auf der gesamten Strecke zum 10-Minuten-Takt zurück. Ab 18 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags fahren die Linie 2 (Anger – P+R-Platz Messe) und Linie 6 (Anger – Steigerstraße) im 30-Minuten-Takt. Der Abschnitt Rieth – Europaplatz der Linie 1 wird samstags ganztägig nicht bedient.

Die Evag weist darauf hin, dass die Busanschlüsse angepasst werden. Die aktualisierten Fahrpläne sollen ab dem 24. Januar in der Evag-App, auf der Webseite und am Service-Telefon bereitstehen, ab dem 31. Januar auch an den Haltestellen.

Notfahrplan hat sich aus Evag-Sicht bewährt

„Wir hatten uns vorgenommen, ab Februar wieder den vollständigen Standardfahrplan anzubieten. Trotz intensiver Anstrengungen lässt die Personalsituation das aktuell noch nicht zu. Wir bündeln weiterhin alle Kräfte, um die Lage nachhaltig zu verbessern“, sagt der neue Evag-Chef Mario Laube.

Aus seiner Sicht habe sich der Notfahrplan bewährt. Denn kurzfristige Fahrtausfälle wegen Personalmangel habe es seitdem nicht mehr gegeben. „Der Betrieb läuft seit der Umstellung stabil, was für unsere Fahrgäste eine deutlich bessere Planbarkeit bedeutet“, so Mario Laube.

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Vom Personalmangel betroffen ist auch das touristische Angebot. Straßenbahnen und Busse werden bis Ende des Jahres nicht vermietet. Stadtrundfahrten seien noch begrenzt möglich, etwa die „Erfurt-Tour“ mit dem Tatra-Wagen.

Sechs Quereinsteiger zu Fahrern ausgebildet

Seit einiger Zeit suchen die Verkehrsbetriebe mit diversen Ansätzen nach Personal. Im Herbst sollte eine Bewerberbahn das Interesse potenzieller Kandidaten wecken. Ab Februar soll ein Bewerberbus in die Spur geschickt werden. „Unsere Anstrengungen in Sachen Personalgewinnung zeigen erste positive Ergebnisse und wir sind optimistisch, dass wir in Zukunft noch schneller Fortschritte erzielen und die Personalsituation verbessern können“, sagt Mario Laube.

Jörg Harder
In der hauseigenen Fahrschule bildet die Evag neue Fahrerinnen und Fahrer aus.© Funke Medien Thüringen | Marco Schmidt

So kann sich jeder und jede in sechs Wochen zum Fahrer beziehungsweise zur Fahrerin ausbilden lassen. Alle zwei Monate startet ein neuer Intensivkurs. Sechs Quereinsteiger haben ihre Ausbildung inzwischen beendet und sind mit erfahrenen Kollegen im Linienverkehr unterwegs. Zehn weitere werden seit Januar ausgebildet, für März ist der nächste Kurs geplant.

Viele Langzeitkranke können nicht ersetzt werden

Die Ursachen für den Fahrermangel sieht die ehemalige Evag-Chefin Myriam Berg auch in einer veränderten Arbeitswelt. Gegenüber dieser Zeitung sagte sie Ende November, dass Menschen heute schneller bereit seien, den Job zu wechseln. „Wenn es an einer Stelle, vielleicht auch mit einer Führungskraft, nicht so einfach ist, kündigen sie dann auch“, sagte sie. Hinzu komme eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Langzeitkranken, deren Stellen nicht ohne Weiteres neu besetzt werden könnten.

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