Im Bereich Kultur fördert die Stadt dieses Jahr Projekte mit einer Gesamtsumme von 404.221 Euro. Die Liste der bewilligten Anträge hat der Kulturausschuss am Montag bestätigt. 125 Anträge waren eingegangen, von denen 74 nach eingehender Prüfung für eine Förderung vorgeschlagen wurden. Die Projektträger, die vom Nochson-Verein über den Club Kalif Storch und die Ständige Kulturvertretung (SKV) bis hin zum Jazzclub und Verein für Geschichte und Altertumskunde reichen, wird das Votum freuen. Der eigentliche Bedarf an kultureller Förderung aber werde damit keinesfalls gedeckt, heißt es in der Information der Kulturdirektion dazu.
Gestiegener Bedarf und teils unscharfe Förderrichtlinie
Das hohe Antragsvolumen mit über 944.000 Euro zeige den erneut gestiegenen Bedarf der lokalen Szene. Dieser sei nicht nur auf die allgemeinen Preissteigerungen in sämtlichen Bereichen der Kulturproduktion zurückzuführen, sondern auch auf die zunehmende Notwendigkeit, Projekte nachhaltiger und inklusiver zu gestalten. Positiv formuliert zeigten die Antragszahlen und Projektinhalte aber auch, wie groß und divers die freie Kulturszene in Erfurt ist und wie viele Akteure sich für ein buntes und vielfältiges Kulturleben in der Stadt engagieren.
Deutlich in der zäh geführten Diskussion im Kulturausschuss wurde aber auch, dass es manche Unschärfe in der Kulturförderung seitens der Stadt gibt und die Förderrichtlinie nicht für alle Fälle eindeutige Regeln an die Hand gibt. Deutlich wurde auch, dass die Abteilung der Kulturdirektion deutlich an ihren Belastungsgrenzen arbeitet. Dass Kulturlotsin Theresa Kroemer hierher abgeordnet, schon seit Monaten nicht mehr ihrer eigentlichen Aufgabe im Kulturleben der Stadt nachkommen kann, stößt auf Kritik.
Die prekäre Personalsituation führe auch dazu, dass nicht alle Verwendungsnachweise der Vorjahre hätten geprüft werden können. „Wir hinken da deutlich hinterher“, lautete die Information dazu im Kulturausschuss. Um die Situation zu entspannen, soll die Antragsfrist im kommenden Jahr vorgezogen werden.
Schmucksymposium geht bei Förderung leer aus
Zwei auf Null gesetzte Förderanträge stießen auf Kritik: Sowohl das international anerkannte Schmucksymposium als auch die engagierte Kaufmänner-Gesellschaft gehen leer aus, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Das Schmucksymposium wird als rein städtische Veranstaltung betrachtet, die sich aus anderen Töpfen finanzieren müsse. Die Kaufmänner-Gesellschaft plane mit ihrer Förderung ein Soli-Konzert für die Orgel, was per Förderrichtlinie ausgeschlossen sei.
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