Was als kleines, feines Festival 2014 auf einem Hof nahe dem Schloss begann, soll in diesem Sommer zum bereits 8. Mal über die Scheunenbühne gehen: Der „Molsdorfer Kultursommer“. Wieder hat sich Initiatorin Maria-Theresa Meißner mit ihren Mitstreitern ein Programm ausgedacht, dass Musik, Kunst und Kultur in den Erfurter Vorort bringt. Aber es gibt ein paar Neuerungen.

Aus einem Festival-Freitag mach zwei

Statt wie bisher an einem Wochenende, teilt sich der Kultursommer auf zwei Freitage: Am 6. und am 20. Juni soll es jeweils um 18 Uhr losgehen. „Wir rahmen quasi das Erfurter Krämerbrückenfest ein und laden mit dem zweiten Datum ein zum Aufwärmen für die Fete de la musique“, sagt Maria-Theresa Meißner, die den Hof ihrer Familie einmal mehr zum Festivalgelände werden lässt. „Zurück zu den Wurzeln“, heißt das Motto. Mit mehreren Bühnen und diversen Künstlern war das Hoffest immer größer geworden, hatte sich weit auf den Garten ausgedehnt. Nun soll es fein bleiben, aber kleiner geraten.

Das Duo Stiehler/Lucacio hat viele Jahre in Molsdorf auf der Scheunenbühne gespielt. Diesmal lassen sie anderen Künstlern den Vortritt.
Das Duo Stiehler/Lucacio hat viele Jahre in Molsdorf auf der Scheunenbühne gespielt. Diesmal lassen sie anderen Künstlern den Vortritt. © Funke Medien Thüringen | Frank Karmeyer

Vier Bands an zwei Terminen und improvisiertes Theater

„So soon“ aus Gießen sowie „Zukunft und die Lichter“ aus Berlin sind im ersten Festival-Teil zu erleben. An beiden Tagen sorgt Andreas „Andi“ Schulze nicht nur für die Moderation, sondern auch gemeinsam mit Steffen „Willi“ Wilhelm für Improtheater. Am 20. Juni stehen dann „Scheiba“ aus Dresden auf der Bühne. Inzwischen steht auch der zweite Programmpunkt fest für diesen Abend: Rahel aus Österreich wird von ihrem Plattenlabel wie folgt beschrieben: „Rahel macht Musik für die Merkwürdigen, sprachlich raffinierte, schrullig-schillernde Deutschlyrik, mit einer Stimme, die süchtig macht. Wenn Rahel mit ihrem Dreampunk und verspieltem Ernst auf den Lippen zum Tanz einlädt, legen sich Zukunftssorgen und Weltschmerz kurz schlafen und in den Niederungen des Alltags glitzern queere Utopien.“ 

Cosima Göpfert eine Ausstellung ihrer Porzellankunst macht.

Weniger Bühnen, weniger Bars, weniger Helfer – so lautet die einfache Rechnung des Organisationsteams. Seit 2018 liegt die Vorbereitung und Durchführung des kleinen Festivals zwar auf breiteren Schultern, nämlich denen eines Kultursommer-Vereins, doch der Aufwand bleibt immens. Seit 2014 fand der Molsdorfer Kultursommer jährlich statt, pausierte 2019 und 2020, lud 2023 wieder nach Molsdorf und ist mit einem Jahr Pause wieder da. Zuletzt waren 600 bis 700 zahlende Gäste dabei. Nun rechnet das Kultursommer-Team mit 250 bis 300 je Abend. Der Vorverkauf unter www.molsdorfer-kultursommer.de startet am Samstag, 5. April.

Eine zweite Bühne im Garten wird es diesmal nicht geben.
Eine zweite Bühne im Garten wird es diesmal nicht geben. © Funke Medien Thüringen | Frank Karmeyer

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Liste der Kultursommer-Bands ist lang

In der Kulturszene hat sich der Molsdorfer Kultursommer längst einen Namen gemacht. „Wir bekommen viele Bewerbungen“, sagt Maria-Theresa Meißner. Von Schlager bis zu Symphonisch reicht dabei die Palette. Die Auswahl trifft dabei die Festival-Erfinderin. Sie lädt sich Musiker ein, die sie andernorts schon live erlebt hat oder irgendwo gehört hat, wie sie sagt. Bulgarian Cartrader, Francesco Wilking & Band, Invisible Popcorn, Mama und Lejo waren die Acts des letzten Kultursommers. Aber auch das Duo Stiehler und Lucaciu, Anger 77, Steiner und Madleina, Egolaut, Kat Frankie und Hundreds waren im sommerlichen Molsdorf schon zu erleben.