Thüringen gilt in Fachkreisen als „die Möbelwerkstatt der DDR“. Möbel waren nicht nur ein relevanter volkswirtschaftlicher Industriezweig – der Freistaat hatte mit Suhl, Eisenberg und auch Erfurt einige Standorte, die Schrankwände, Eckbänke und Esstischgarnituren herstellten. Heinz Möller aus Berlin möchte tiefer in dieses Thema einsteigen, braucht dafür jedoch die Zeitzeugen, die ihm von den Erfurter Betrieben berichten können.

Drei Möbelwerke sind für Erfurt bisher bekannt

Zum Kombinat Erfurt gehörten die Betriebe VEB Polstermöbelwerk Erfurt-Bindersleben und das Möbelwerk Aufbau und Polstermöbel Erfurt. Kenntnisse über die Betriebe und Abläufe der Entstehungen sind kaum vorhanden. Auch auf den VEB Möbelwerkstätten in Gispersleben ist der Historiker bei seinen Nachforschungen gestoßen. Hier hatte man 1974 beim Amt für industrielle Formgestaltung das Gütesiegel für die gleichnamige Schrankwand beantragt.

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Deutlich älter, aber auch in der DDR-Zeit in Betrieb, war die Polstermöbelwerkstatt am Venedig/Schlüterstraße.© Funke Medien Thüringen | Kathleen Kröger

Möller, der in der DDR selbst in der Möbelindustrie arbeitete, forscht seit Jahren eingehend zur Geschichte der DDR-Möbelbetriebe und sagt als Experte: „In Thüringen hat sich bisher niemand für die Geschichte der Möbelindustrie interessiert“. In Archiven hat er schon sein Glück versucht und einen Grundstock an Daten zusammengetragen. Doch sind leider viele aussagekräftige Zeitzeugen verstorben.

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Um seinen bereits verfassten vier Chroniken eine weitere hinzufügen zu können, ist er auf das Wissen der ehemaligen Erfurter Möbelwerker angewiesen. Zwischen der Landhausküche Zensi, Rustikamöbeln, Stühlen und Posterwaren sind ihm geschichtliche Daten genauso wichtig, wie Einblicke in die Betriebsabläufe.

Heinz Möller freut sich über jede noch so kleine Erinnerung an moeller.berlin@kabelmail.de