Pünktlich traf er ein, pünktlich fuhr er ab, der erste ICE von Erfurt nach Paris am Sonntagmorgen. Trotz des Medienrummels am Bahnsteig 1 schlossen sich um 8.52 Uhr die Zugtüren und surrend ging die Fahrt in die französische Hauptstadt weiter. Von nun an liegen die Blumenstadt an der Gera und die Metropole an der Seine nur sechs Stunden auseinander.
Endlich geht es aus Paris direkt nach Erfurt
Wer will, kann morgens mit Blick auf den Dom frühstücken, um kurz vor 9 Uhr den Expresszug nehmen und abends das Panorama vom Eiffelturm genießen. Umgekehrt können endlich auch die Bewohner von Paris dem mittelalterlichen Charme Erfurts verfallen. Immerhin sind nun zwei Städte mit Unesco-Welterbe-Status direkt miteinander verbunden.
Ankunft im Pariser Ostbahnhof ist um 14.52 Uhr. In der Gegenrichtung startet die Fahrt um 11.07 Uhr in Paris und erreicht Erfurt um 17.08 Uhr. Ein deutsch-französisches Zugteam betreut die Fahrgäste. Mit dem Fahrplanwechsel bietet die Deutsche Bahn gemeinsam mit der Nationalen Gesellschaft der Französischen Eisenbahnen täglich diese Verbindung an. Erfurt ist ein Halt auf der Fahrt von Berlin über Halle (Saale) und Straßburg nach Paris-Est.

Auch wenn die Landesregierung auf die Linien- und Fahrplangestaltung keinen direkten Einfluss habe, stehe sie in engem Austausch mit der Bahn. „Wir fühlen uns gehört. Das ist ein Festtag. Die Krämerbrücke ist schön, der Pont Neuf auch. Mit der Bahn geht es besser, schneller, komfortabler nach Paris“, sagte Steffen Schütz (BSW), Thüringens Minister für Digitales und Infrastruktur.
Hohe Nachfrage für internationale Verbindungen
Minimum siebeneinhalb Stunden ohne Pause dauert eine Autofahrt von Erfurt nach Paris. Hier biete die Bahn eine echte Alternative, sagte Erfurter Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU). Die neue Anbindung rücke Erfurt aus der Mitte Deutschlands in die Mitte Europas. „Das ist gut für unsere Stadt. Unser ICE-Knoten wird noch besser in das internationale Schienennetz eingebunden, und die Menschen in Erfurt gewinnen einen direkten, schnellen Zugang in eine der wichtigsten Metropolen Europas. Diese Verbindung bringt uns nicht nur geografisch näher zusammen, sondern steht auch für das Europa, das wir leben wollen: offen, vernetzt und zusammenwachsend“, so der OB.
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