Mit dem Spargel kommen die Erdbeeren: Während das Stangengemüse bereits seit ein paar Wochen in Erfurt und Umgebung verkauft wird, sind nun auch die süßen Früchte dran. Am Mittwoch (23. April) wurden auf dem Erdbeerhof Gebesee die ersten Beeren gepflückt. Damit sind sie dieses Jahr etwas später reif als im vergangenen Jahr, bestätigt Geschäftsführerin Carolin Leefers.
Durchgehend Erdbeeren ab Mai
Noch wichtiger als für den Spargel ist für die möglichst süßen Erdbeeren genügend Sonnenlicht, so Carolin Leefers. Auch ein bestimmter Temperaturbereich muss für eine ideale Reifung gegeben sein. Folientunnel gleichen das aktuell wechselhafte Wetter aus. Sie halten den Regen ab und bieten an kälteren Tagen den Früchten ausreichend Wärme.
Auf dem Hof der Erfurter Gärtnerei Gloria wurden die ersten Erdbeeren bereits am Ostersamstag gepflückt, zunächst nur in geringen Mengen. Geschäftsführer Carsten Gloria geht davon aus, dass die Mengen schrittweise zunehmen und im Laufe der ersten Maiwoche durchgängig Erdbeeren im Angebot sein werden.
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Sowohl der Erdbeerhof Gebesee als auch die Gärtnerei Gloria beliefern keine Lebensmittelbetriebe wie Cafés oder Konditoreien. Der Verkauf geschieht ausschließlich an den Endkunden – vor Ort auf den Höfen oder an den verschiedenen Erdbeerständen. Alle fünf Stände der Gärtnerei Gloria im Stadtgebiet Erfurt werden voraussichtlich ab Montag, 5. Mai, beliefert sein. Der Anfangspreis beträgt dabei 8,50 Euro pro 500 Gramm. An den Ständen vom Erdbeerhof Gebesee soll der Verkaufspreis bei 5,90 Euro pro 500 Gramm liegen.
Selbstpflückfelder in Gebesee und bei Hochheim
Ab Mitte Mai können in Gebesee wieder Erdbeeren selbst gepflückt werden. Kinder und Erwachsene bekommen einen Korb, der nach dem Pflücken abgewogen wird, woraus sich der Preis berechnet. Darüber hinaus bietet der Erdbeerhof verschiedene Leckereien wie Kuchen und Smoothies in einem Feldcafé unter freiem Himmel an. Auch können sich junge Besucher auf einer Erdbeerhüpfburg austoben.

Ebenfalls Mitte Mai öffnet das Selbstpflückfeld der Gärtnerei Gloria in der Hochheimer Flur, nahe der Ega. Wie auch in Gebesee werden auf dem Feld nicht Eintritts-, sondern Kilopreise gezahlt. Besonders im Sommer wird das Angebot der eigenständigen Ernte von vielen Leuten genutzt, vorwiegend von Familien mit Kindern. „Im Menschen ist der Drang drin, selber zu suchen“, so Carsten Gloria.
Erdbeeranbau ist eine Wissenschaft
Aus Carsten Glorias Erklärungen wird deutlich, dass der Anbau von Erdbeeren einer Wissenschaft gleicht. „Wenn man von April bis November Erdbeeren anbieten will, müssen mehrere Klimate überbrückt werden, die die Erdbeere gar nicht versteht. Im Frühjahr müssen wir die Früchte vor Frost schützen und im Sommer vor der Hitze. Das machen wir auch mit Tunneln.“
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Die Abdeckung, die die Erdbeeren also aktuell vor Regen schützt, wirkt im Hochsommer schattierend. Das große Erdbeerfeld mit den Tunneln der Gärtnerei Gloria befindet sich in Marbach. Dort herrscht, aufgrund der geringeren Höhe über dem Meeresspiegel, ein messbarer klimatischer Unterschied zum rund sieben Kilometer entfernten Hauptstandort des Hofes in Hochheim. Dadurch können die Witterungsverhältnisse stark abweichen.
Regionale Früchte bis in den Herbst hinein
Die in der zweiten Aprilhälfte beginnende Ernte staffelt sich in mehrere Phasen. Nach den Erdbeeren unter den Tunneln werden die Erdbeeren gepflückt, die sich auf einem anderen Feld unter einer einfachen Folienabdeckung befinden. Darauf folgt die Ernte der Normalkulturen unter freiem Himmel im Sommer. Danach sind jene Erdbeerbestände dran, die zunächst mit Stroh zugedeckt werden, um ihre Entwicklung zu verspäten.
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Bis November folgt dann die Ernte der herbsttragenden Erdbeeren. Damit ist dann Schluss mit regionalen Früchten. Die Erdbeeren, die es im Winter in den Supermärkten zu kaufen gibt, kommen aus Südeuropa, weiß Carsten Gloria. Die dortigen Höfe können im Sommer wiederum keine Erdbeeren produzieren, weil es zu heiß ist.



