Die Erfurter lieben Rutschen, das zeigte sich nicht zuletzt bei der Bundesgartenschau 2021, als auf dem Petersberg gerutscht werden durfte, was das Zeug hielt. Demnächst lockt wieder eine riesige Rutsche, und zwar direkt auf den Domstufen. Doch sie wird den Akteuren der Oper „La Boheme“ vorbehalten sein und tagsüber sorgfältig eingepackt werden, damit sich die Darsteller abends nicht die Hinterteile versengen.

Bühnenbild wird nicht mit den Domstufen verschraubt

Er habe von winterlichen Schlittenabfahrten über die Domstufen vernommen, verriet der amerikanische Regisseur Matthew Ferraro, der auch das Bühnenbild austüftelte. Ob er auch vom prompten Verbot durch das Dombauamt erfuhr, weil die Stufen drohten, durch die Schlittenkufen Schaden zu nehmen? In jedem Fall habe ihm die Rodelgeschichte das kinetische Potenzial der Stufen nochmal vor Augen geführt.

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Im Dombauamt kann man indes ruhig schlafen, denn die Rutsche wird, wie das gesamte Bühnenbild der Domstufenfestspiele, so angebracht, dass keine Schraube in die Stufen gebohrt und keiner Treppenstufe ein Haar gekrümmt wird. Er habe für die Inszenierung eines der besten Technikteams Deutschlands, findet Matthew Ferraro und schaut auf Christian Stark, den Technischen Direktor des Erfurter Theaters.

Mehr als 30 Jahre Domstufen-Erfahrung

Ohnehin ist das Know-how des Theaters und die mittlerweile mehr als 30-jährige Erfahrung mit den Domstufenfestspielen die Basis für alles. Selbst wer beim Inhalt von „La Boheme“ erst mal intensiv überlegen muss – die Musik kommt garantiert den meisten bekannt vor. Weltberühmte Arien mit Geschichten von Liebe, verpassten Gelegenheiten, Abschieden.

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„Man verliebt sich, einer ist krank, am Ende wird gestorben“, bringt es Clemens Fieguth, der musikalische Leiter, auf den Punkt. Er wird das Erfurter Orchester, die Solisten und Chöre managen. Der Regisseur Ferraro weiß um die vielen Herausforderungen der Festspiele. „Ein besonderer, anspruchsvoller Ort. Kein Unterboden, keine Drehbühne. Und es gibt Wetter.“ Trotzdem freut er sich ungemein über die Aufgabe.

Kommt die Rutsche im 2. Akt zum Einsatz?

Die Zuschauertribüne will er recht nah heranholen an die Bühne, damit jeder das Geschehen gut verfolgen kann. „Das ganze Stück ist ein Meisterwerk. Die Musik ist wie ein warmes Bad. Man legt sich hinein, man fühlt.“ Und die Rutsche? Strukturiert das Bühnenbild und wird wohl im zweiten Akt von Puccinis weltberühmter Oper zum Einsatz kommen, der in einer Art Vergnügungspark spielt.

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Ehe es soweit ist, hat die komplette Mannschaft inklusive der Werkstätten und der Kostümabteilung alle Hände voll zu tun. Auch, weil eine weitere Premiere, eine Uraufführung gar, vorzubereiten ist. „Das kleine Gespenst“ nach dem Kinderbuch von Otfried Preußler für Zuschauer ab fünf. Wenn das Gespenst statt wie üblich um Mitternacht nun mittags 12 Uhr erwacht und dadurch in allerlei Verwicklungen verstrickt wird, hat auch das direkt mit dem Erfurter Domplatz zu tun.

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Hört man dem jungen Leitungsteam des Erfurter Theaters zu, spürt man den Elan und die Freude auf die Festspiele. Im August gehen sie über die Bühne. Ein paar Wochen sind also noch Zeit. Viele Details stehen schon auf der Website des Theaters unter domstufen-festspiele.de