Es geht nichts über eine echte „Thüringer“. Schon, dass man in diesem Satz auf das Wort Bratwurst verzichten kann, zeigt, das Braten auf dem (vorzugsweise Holzkohle-)Grill gehört zur DNA der Thüringerinnen und Thüringer. Mit den ersten milden Tagen zieht es alle – es gibt ja auch genügend vegetarische oder vegane Varianten – hinaus ins Grüne, um dort die Natur und kulinarische Freuden zu genießen.

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An dieser Stelle soll es aber nicht darum gehen, wo man die beste Bratwurst kaufen kann, oder wie ein Thüringer die Brätl einlegt, sondern darum, wo und wie das Grillen mit viel Spaß und ohne Ärger mit den Behörden oder Nachbarn abgeht.

Das sind die offiziellen Grillplätze

Grillplatz
Öffentlicher Grillplatz im Nordpark. In der Hochsaison wird hier auch unter der Woche angefeuert. © Funke Medien Thüringen | Casjen Carl
  • Nordpark (3 Plätze)
  • Moskauer Platz – Am Baseballfeld (ein Platz)

An den genannten Orten geht es in erster Linie darum, Glück zu haben, dass sie gerade nicht durch andere Freunde des gebratenen Gemüses, Käses oder Fleischs genutzt werden. Sie haben auch den Vorteil, dass kein schwerer Rost mitgeschleppt werden muss. Etwas Kohle und eine passende Bürste – und los geht’s.

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Grillen ist in den Parks der Stadt nicht verboten

Wer zum Feiern und Grillen in den Park zieht, muss alles per Handwagen heranschaffen.
Wer zum Feiern und Grillen in den Park zieht, muss alles per Handwagen heranschaffen.© FUNKE Foto Services | Michael Schwalm

Es ist auch möglich, sich selbst ein lauschiges Plätzchen in den Parks der Stadt zu suchen, um mit Freunden oder der Familie sich dem Natur- und Grillgenuss hinzugeben. Denn die Stadt hat grundsätzlich nichts dagegen. So untersagt die Satzung über die Benutzung der Grünanlagen vom 10. März 2009 nur „das Grillen im Bereich der Kronentraufe von Bäumen oder Sträuchern zuzüglich eines Sicherheitsabstandes von 5 Metern sowie das Errichten von offenen Feuerstellen“. (§ 3 Verhalten in Grünanlagen, Art. 4 Abs. 12) Kurz gesagt: Angemessener Grillrost ja, Lagerfeuer nein. Aber, so weist die Stadt gesondert darauf hin: „In den trockenen Sommermonaten kann es außerdem dazu kommen, dass ein Grillverbot ausgesprochen wird, um die Gefahr vor drohenden Wiesen- und Waldbränden zu minimieren.“ 

Beliebte Grillplätze in Erfurt

  • Luisenpark am steinigen Flutgraben-Ufer (beim Naturdenkmal Hybrideiche) und den darüber gelegenen Wiesen
  • Venedig
  • Geraaue zwischen Kanuklub und Pappelstiegbrücke
  • Klärchen /Geraaue
  • Gispersleben Kilianipark
  • Stadtpark
  • Nordpark (Wiese am Bad)

Auch hier gilt wie überall: Rücksicht auf andere Nutzer der Grünanlagen und vor allem auch, jeglichen Müll wieder mitzunehmen, da an frei gewählten Stellen selten auch ein Papierkorb oder Container für Müll ist.

Stadtordnungsdienst für Kontrollen unterwegs

Damit hier alles geregelt abläuft, wird in den Sommermonaten der Stadtordnungsdienst zur „Grill-Polizei. Sowohl durch den täglichen Streifendienst sowie anlassbezogen werde kontrolliert, sagt die Stadt auf Anfrage. „An ausgewählten Tagen werden auch die Parkanlagen sowohl durch die ‚City-Streife‘ als auch durch die ‚Erfurter Nachteulen‘, vorwiegend in den späten Abend- und Nachtstunden, bestreift.“ Dabei würden Verstöße sanktioniert oder aber auch Hinweise gegeben, wie denn die Plätze beim Verlassen auszusehen hätten. In ganz schwierigen Fällen werde auch die echte Polizei hinzugezogen.

Grillen im Garten – was geht?

Grillen Braten
Auch die Forellen aus der Gera eignen sich hervorragend für einen Grillabend.© Funke Medien Thüringen | Casjen Carl

In manchen Gärten dieser Stadt geht der Rost scheinbar nie aus. Ist das auch gleich ein Verstoß gegen geltende Regeln? Nein. Denn auch in dem Fall gelten kommunale Ordnungen und es gibt kein „Bundesgrillgesetz“. Im Wesentlichen orientiert sich die Frage nach der Häufigkeit und dem Wie an der gegenseitigen Rücksichtnahme.

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Für Erfurt fehlt offensichtlich ein Musterurteil, weil sich Thüringer offensichtlich großherzig mit den Nachbarn zeigen. Grundsätzlich müsse es geduldet werden. „§ 906 Absatz 1 BGB regelt die Duldungspflicht von Grundstückseigentümern gegenüber Einwirkungen von Nachbargrundstücken. Der Eigentümer kann Einwirkungen wie Gase, Dämpfe, Gerüche, Rauch, Ruß, Wärme, Geräusche oder Erschütterungen nicht verbieten, wenn sie sein Grundstück nur unwesentlich beeinträchtigen.“ In einigen Bundesländern wurden aber schon mal Obergrenzen fürs Jahr oder Monat gesetzt.

Rostkultur auf Balkon und Terrasse

Elektrogrills verursachen deutlich weniger Rauch – ein Plus für den Einsatz auf dem Balkon.
Elektrogrills verursachen deutlich weniger Rauch – ein Plus für den Einsatz auf dem Balkon.© dpa | Laura Ludwig

Wie schaut es mit dem Balkon aus? Auch hier gibt es keine eindeutigen Gesetze. Wer sich aber bei der Wahl seiner Wohnung davon leiten lässt, ob der Balkon grilltauglich ist, sollte genau in den Mietvertrag schauen und die Hausordnung studieren. Wenn hier ein Grillverbot verankert ist, wird später ein Grill-Recht kaum durchsetzbar sein. Wenn es hart auf hart kommt, ist dann sogar der Elektro-Grill auf dem Balkon tabu.