Die Gewerkschaft Verdi gibt nicht auf in ihrem Bemühen, den Online-Händler Zalando in Erfurt zur Anerkennung des Flächentarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel zu bewegen. Zum dritten Mal werden die Beschäftigten in diesem Jahr zum Streik aufgerufen. Am Dienstag, den 8. Juli, sollen mit Beginn der Frühschicht die Arbeitsniederlassungen fortgesetzt werden. Bereits im April und im Mai hatte Verdi zum Streik bei Zalando aufgerufen. Nach beteiligten sich im April 80, im Mai 220 Mitarbeiter daran. Es waren die ersten Streiks in der zwölfjährigen Geschichte des Zalando-Standorts in Erfurt.

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Flächentarif könnte 15 Prozent mehr Lohn bringen

Eine Anerkennung der Flächentarifverträge würde nach Verdi-Angaben dazu führen, dass die Erfurter Zalando-Beschäftigten rund 15 Prozent mehr Lohn erhielten. Hinzu kämen höhere Zuschläge, kürzere Wochenarbeitszeiten, tarifliche Altersvorsorge und weitere Verbesserungen. Wirtschaftlich sei dies vertretbar. Die Gewerkschaft verweist auf die Konzerngewinne von mehr als 500 Millionen Euro und die Übernahme des Konkurrenzen „About You“ für 1,1 Milliarden Euro.

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Verdi: Zalando verfolgt Strategie amerikanischer Großkonzerne

Zalando lehnt die Übernahme des Flächentarifs bislang ab und verweist darauf, dass mit den Betriebsräten bereits über viele Verbesserungen der Arbeitsbedingungen verhandelt wurde. So seien die Löhne vergangenes Jahr um 9,8 Prozent angehoben wurden, würden seit diesem Jahr 30 Tage Urlaub gewährt.

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Verdi-Gewerkschaftssekretär Matthias Adorf kritisiert die Willkür bei der Lohngestaltung. „Zalando hat sich im Umgang mit Gewerkschaften die Strategie amerikanischer Großkonzerne wie Amazon abgeschaut. Es geht darum, unter allen Umständen Gewerkschaften aus der Lohnentwicklung herauszuhalten. Während im Bereich der Lagerarbeit die Löhne möglichst tief gehalten werden sollen, herrscht im Verwaltungsbereich eine flexible Lohngestaltung nach dem Nasenprinzip“, so Adorf.

red