Ältere Menschen leiden unter Einsamkeit und fehlenden Gesprächspartnern. Menschen, die hier eine neue Heimat suchen, wünschen sich beim Deutsch-Lernen mehr als nur Unterrichtsstunden. Da beide Gruppen auch noch über recht viel Zeit verfügen, bräuchte man sie nur zusammenzubringen. So beschreibt Franziska Pullmann die Grundidee, die hinter einem Sozialprojekt der Soziale Dienste und Jugendhilfe GmbH steht. Der Clou: als Verbindung zwischen Senioren und Migranten soll eine Rikscha her.

Förderung deckt Personalkosten

Die größte Hürde, die Finanzierung, ist nunmehr genommen. Denn am Mittwoch (23. Juli) übergab die Deutsche Fernsehlotterie eine Förderung von 141.000 Euro. Damit kann es fast losgehen. Fast, weil ausgerechnet die Rikscha laut den Förderrichtlinien der Fernsehlotterie nicht damit bezahlt werden kann. Nun soll also versucht werden, noch andere Unterstützer dafür zu gewinnen oder auch ein Crowdfunding aufgesetzt werden, wie Pullmann erklärt. Das passende Fahrzeug mit barrierearmem Einstieg von vorn und Elektrounterstützung für den Fahrer koste immerhin rund 10.000 Euro.

Rikscha soll noch gekauft werden

Für den Start, der für Herbst geplant ist, werde man also auf eine Kooperation setzen. Mit dem Erfurter Bike-Taxi sei man bereits in Gesprächen. Damit das Projekt mit dem vollen Titel „Zusammen unterwegs: Mit der Rikscha Isolation überwinden und Integration fördern“ aber richtig in Fahrt kommt, wäre ein eigenes Fahrzeug wichtig, weil schon die Förderung, die Personal- und Projektkosten mit abdecken soll, auf 31 Monate ausgelegt ist.

Gernot Gräbner mit seinem Rikscha-Taxi könnte ein Partner des Projektes werden. (Archivbild)
Gernot Gräbner mit seinem Rikscha-Taxi könnte ein Partner des Projektes werden. (Archivbild)© Funke Medien Thüringen | Lydia Werner

Auch wenn Migranten als ehrenamtliche Helfer besonders im Fokus stehen, sei das Projekt offen für alle, die sich in ihrer Freizeit für die Senioren engagieren wollen. Dass es funktionieren wird, da sind sich Pullmann und Robert Heinold, einer der Geschäftsführer, sicher. So habe man in Seniorenheimen, etwa dem des Deutschordens, nachgefragt und sei auf gute Resonanz gestoßen. Ebenso schaue man auf die guten Erfahrungen eines Schrebergarten-Projektes. Auch hier habe die Kombination aus jungen und tatkräftigen Menschen, die sich auf Deutsch unterhalten wollen und Senioren, die Hilfe benötigen, gut funktioniert.

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Damit am Ende kein Missverständnis aufkommt. Durch den Fahrtwind hindurch sollen sich die Rikscha-Fahrenden nicht unterhalten. Das Fahrzeug soll eher dazu dienen, dass der Senior oder die Seniorin (aus dem Pflegeheim) abgeholt werden. Dann wird ein Ziel angesteuert, wo man sich schön unterhalten kann. „Das erweitert ja auch den Umkreis, wo die älteren Menschen unterwegs sein können“, sagt Franziska Pullmann.