Wer am Wochenende in Erfurt feiern geht und aus dem Umland kommt, hat ein Problem: Der Heimweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nachts entweder extrem lang oder gar nicht möglich. Das zeigt ein aktueller Vergleich des ADAC, der die nächtlichen Nahverkehrsverbindungen in 20 deutschen Großstädten untersucht hat. Erfurt schneidet dabei am schlechtesten ab.

Nur ein Ziel nach Mitternacht erreichbar

Der Automobilclub testete an einem Wochenende im Mai fünf Verbindungen vom Erfurter Anger ins Umland – nach Elxleben an der Gera, Udestedt, Ulla, Ichtershausen und Neudietendorf. Das ernüchternde Ergebnis: Zwischen 23.30 und 0.30 Uhr waren nur drei der fünf Orte überhaupt erreichbar. Nach 0.30 Uhr morgens fuhr nur noch eine einzige Verbindung – nach Neudietendorf. Zwei Ziele waren in der Nacht komplett vom Netz abgeschnitten.

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„Zwischen 23.30 und 2.30 Uhr dauert die Heimfahrt in Erfurt entweder unverhältnismäßig lange oder ist gar nicht möglich“, fasst Lukas Berkel, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen, zusammen. Die Bewertung für Erfurt lautet deshalb: „lückenhaft“.

Lange Wartezeiten und erzwungene Umstiege

Erschwerend kommt hinzu: Bei allen getesteten Verbindungen war mindestens ein Umstieg notwendig. Die Reisezeit betrug teilweise bis zu einer Stunde, hinzu kamen oft noch längere Fußwege von der Nachthaltestelle bis zum eigentlichen Ziel. „Flexible Ausstiege zwischen Haltestellen könnten hier helfen und mehr Sicherheit für die Fahrgäste schaffen“, so der ADAC.

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Zum Vergleich: Zehn der 20 getesteten Städte bieten bis nach Mitternacht einen guten bis sehr guten Nahverkehrs-Service. Augsburg, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt und Hannover erhielten die Bestnoten.

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Fahrplanauskunft unzuverlässig

Ein weiteres Problem: Die Online-Fahrplanauskunft funktionierte in 13 von 20 Städten nicht durchgängig zuverlässig. Drei Städte hätten sogar ganz aus der Wertung genommen werden müssen, weil vorhandene Verbindungen nicht angezeigt wurden.
Der ADAC empfiehlt Nachtschwärmern, vor der Heimfahrt verschiedene Informationsquellen zu nutzen – App, Homepage und Google Maps – und unterschiedliche Start- und Zielhaltestellen einzugeben. Zudem sollten aktuelle Fahrplanänderungen geprüft werden.

„Damit auch junge Menschen ohne Auto aus dem Umkreis am gesellschaftlichen Leben in der Stadt teilnehmen können, müssen ihre Bedürfnisse beim Nachtverkehrsangebot stärker berücksichtigt werden“, fordert Berkel. Eine Lösung könnten On-Demand-Angebote sein, die in die Fahrplanauskunft integriert werden.