
Beim Blick auf aktuelle Zahlen scheint es so, als würden die Erfurter zunehmend das eigene Auto stehen lassen – oder sich erst gar keins anschaffen: Der Carsharing-Anbieter Teilauto teilt mit, dass es mittlerweile über 5000 registrierte Nutzer in der Landeshauptstadt gibt, ein Plus von rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt Erfurt bei den Carsharing-Zahlen in Thüringen an der Spitze.
Mobilitäts-Stationen sollen entstehen
„Autoteilen wird von Jahr zu Jahr bequemer“, erklärt Michael Creutzer, kaufmännischer Geschäftsführer von Teilauto. „2025 wird es in Mitteldeutschland absehbar über 1000 Fahrzeugstandorte geben“, prognostizierte er Anfang des Jahres. In Erfurt selbst stehen aktuell 125 Fahrzeuge des Anbieters an 65 Standorten bereit – zehn davon sind E-Autos.

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Die Stadtverwaltung unterstützt den Trend aktiv. Seit einigen Jahren werden neue Verkehrsschilder aufgestellt, die Carsharing-Stellplätze im öffentlichen Raum kennzeichnen. Das Ziel: In den Stadtteilen sollen Mobilitätsstationen entstehen, die Carsharing, Fahrradbügel und Ladesäulen kombinieren – beispielsweise im Rahmen des Modellvorhabens Südost.
Evag-Abo-Kunden erhalten die Carsharing-Wagen günstiger, ebenso wie Mieter der Kowo. Die Buchung ist bereits ab 15 Minuten möglich – ideal um etwa den Wocheneinkauf zu erledigen.
Zwei E-Scooter-Anbieter teilen sich den Markt
Seit 2020 prägen E-Scooter das Erfurter Stadtbild. Nach dem Start mit Bird – die sich 2022 in Deutschland zurückzogen – sind heute zwei Anbieter aktiv: Das Berliner Unternehmen Dott (ehemals Tier) mit etwa 150 Fahrzeugen und der Göttinger Anbieter Yoio mit rund 200 E-Scootern.

Die Preise unterscheiden sich: Während Dott 1 Euro für die Aktivierung plus 36 Cent pro Minute verlangt, ist Yoio mit 1,09 Euro Aktivierung und 25 Cent pro Minute etwas günstiger. Die Göttinger werben zudem damit, zu 100 Prozent auf Ökostrom zu setzen.
Die Stadt hat Obergrenzen für E-Scooter festgelegt, um eine Überfrachtung des öffentlichen Raums zu vermeiden. Wichtig für Nutzer ist, dass nur auf Radwegen oder der Fahrbahn gefahren werden darf – Gehwege sind verboten. Zudem gibt es Abstellverbotszonen.
Kostenlose Lastenräder an immer mehr Stationen

Eine Erfurter Besonderheit ist Ella – „Erfurts langersehntes Lastenrad“. Die ehrenamtlich organisierte Initiative bietet seit 2016 kostenfreie Lastenräder an verschiedenen Standorten in der Innenstadt an. Nach einmaliger Online-Registrierung können die Räder über einen Kalender gebucht werden. Standorte gibt es unter anderem am Domplatz, an der FH Erfurt, am Unicampus und in der Magdeburger Allee.
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Ob Wocheneinkauf, Getränkekisten oder Kindertransport: „Mit Ella zeigen wir, dass autofreies Leben in der Stadt funktionieren kann“, erklärt die Initiative. Und das komplett kostenfrei. Die Räder werden vom Verein „s.P.u.K.“ betrieben und durch Spenden finanziert
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Wer Erfurt und Umgebung mit dem Rand erkunden möchte, wird bei der Tourist-Information am Benediktsplatz fündig. Dort stehen zwölf E-Bikes (30 Euro pro Tag) und zwölf Tourenräder (16 Euro pro Tag) zur Verfügung. Die Leihe lohnt sich vor allem für Tagesausflüge. Schloss, Korb und Werkzeug sind inklusive. Eine Reservierung wird empfohlen und Rückgaben sind nur während der Öffnungszeiten möglich.




