- Mit 16 Jahren ist Julius Manner in den Magischen Zirkel aufgenommen worden.
- Die mehrteilige Aufnahmeprüfung hatte es in sich.
- Er träumt von einer internationalen Karriere im Stil von Copperfield, Ehrlich Brothers & Co.
Mit einem Zauber-Adventskalender fing alles an. Jeden Tag ein neuer Trick – und irgendwann war es um den kleinen Julius geschehen. Heute, neun Jahre später, ist der 16-Jährige aus Erfurt offiziell der jüngste Magier Thüringens und frisch aufgenommenes Mitglied im renommierten Magischen Zirkel von Deutschland.

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„Es war natürlich erstmal ein ganz schöner Glücksmoment“, berichtet Julius, der unter dem Künstlernamen Juliman auftritt. Die Freude über diese Auszeichnung dürfte sogar größer sein als die über das bevorstehende Abitur: „Das verfolgt mich ja noch länger als das Abitur“, sagt er mit einem Lächeln.
Strenge Prüfung mit Theorie und Praxis
Der Weg in den Magischen Zirkel war kein Zuckerschlecken. Julius entschied sich für die Aufnahmeprüfung statt des Weges über einen Wettbewerb. Die Prüfung bestand aus drei Teilen: einem theoretischen Teil zur Geschichte der Zauberkunst und zu Trickprinzipien, zwei einzelnen Praxiskunststücken und einem 15-minütigen Bühnenprogramm. Bei letzterem ließ er unter anderem einen Zauberstab tanzen, verkettete solide Ringe und zauberte Tulpen aus dem Nichts.

„Der Teil, wovor ich auf jeden Fall am meisten Respekt hatte, war die Theorie, weil ich gar nicht wusste, in welchem Umfang sie das haben wollten“, gesteht der junge Magier. Das Büffeln hat sich gelohnt – auch wenn er scherzhaft anmerkt: „Ich glaube nicht, dass irgendein Zauberkünstler diese Theorie irgendwann benötigt.“
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Zwischen Schulbank und Showbühne
Dass Julius mit 16 Jahren bereits so weit gekommen ist, liegt sowohl an eiserner Disziplin als auch großer Leidenschaft. Seit seinem zehnten Lebensjahr arbeitet er mit dem hauptberuflichen Zauberkünstler Steffen Borowski zusammen. Durchschnittlich ein bis zwei Auftritte pro Monat absolviert er.
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Dazu kommen sein Engagement im Jugendsinfonieorchester Erfurt, wo er Geige spielt, und Dreharbeiten als Nebendarsteller in der Kika-Serie „Schloss Einstein“. „Mit sehr viel Stress“, antwortet er auf die Frage, wie er das alles unter einen Hut bekommt. Sogar die Ferien sind oft durchgetaktet: „Zum Leid meiner Familie tatsächlich ja. Wir versuchen es dann manchmal zu reduzieren, dass ich trotzdem noch mal mit der Familie in den Urlaub fahren kann.“
Seine Lehrer sähen sein Engagement zwiegespalten: „Teilweise erwischen sie mich, wie ich mit Karten unter der Schulbank irgendwelche Sachen übe“, gibt Julius zu. Doch letztendlich finden sie das Hobby toll. Seine Mitschüler unterstützen ihn sehr: „Die finden das super cool, die mögen das und bin ich denen auch sehr dankbar.“
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Kinder als ehrlichstes Publikum
Sein Lieblingspublikum sind Kinder. „Die sind verdammt ehrlich und du hast sofort ein Feedback“, erklärt er. „Wenn es denen nicht gefällt, gehen die einfach.“ Die ungefilterten Reaktionen helfen ihm, seine Darbietungen zu perfektionieren.
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Sein Erfolgsrezept für kindgerechte Präsentation: „Es sollte nicht zu langweilig sein, nicht zu eintönig, man sollte viel mit der Stimme arbeiten, viele Witze bringen, die Kinder mögen, sich absichtlich mal versprechen.“ Einen einzelnen Lieblingstrick hat er nicht: „Es geht eigentlich nie um den Trick, es geht wirklich immer nur um die Präsentation, wie man den Trick rüberbringt.“
Nach Auftritten kommen oft Kinder zu ihm, zeigen eigene Tricks oder fragen, wie man Zauberer werden kann. Sein Rat an alle, die außergewöhnliche Träume verfolgen: „Bleibt dran, auf jeden Fall. Immer dafür kämpfen, dafür einstehen und nicht von anderen runtermachen lassen.“
Mit Copperfield und den Ehrlich Brothers vor Augen
Konkrete Vorbilder hat Juliman nicht, dennoch schaut er zu Namen wie David Copperfield, den Ehrlich Brothers oder Siegfried & Roy auf. Entsprechend groß sind die Ziele: Nach dem Abitur will Julius studieren – als zweites Standbein – und parallel seine Zauberkarriere vorantreiben. „Mein großes Ziel ist natürlich, hauptberuflicher Zauberer zu werden, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu haben“, sagt er. Langfristig träumt er von der ganz großen internationalen Bühne: „Das ist das große Ziel, das ist mein großer Wunsch.“
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Bis dahin bleibt Julius der heimischen Szene treu. In ferner Zukunft würde er gerne in der Erfurter Messehalle auftreten. Und er konkretisiert seine internationalen Ambitionen: Neben seinem deutschsprachigen Programm bietet er auch ein englischsprachiges an – für englischsprachige Schulen und mögliche Auslandsauftritte.
Ein Traum von Julius ist es, seine beiden Leidenschaften – Musik und Zauberei – in einer Show zu vereinen. „Das haben wir tatsächlich vor. Wir haben nur noch nicht diesen perfekten Punkt dafür gefunden, wo das am besten eingebracht wird. Da sind wir seit Jahren am überlegen.“
Buchbar ist der jüngste Magier Thüringens über seine Homepage. Die nächsten Zaubertricks sind also nur einen Klick entfernt.








