Der Monitor hängt neben der Kreidetafel, das Tablet gehört genauso zur Unterrichtsausstattung wie Geodreieck und Zirkel. Lernstoff wird über die Cloud abgerufen – und aus Büchern. Das Albert-Schweitzer-Gymnasium setzt auf eine sinnvolle Verbindung der digitalen und der analogen Lernwelt. Dafür prangt am Eingang nun das Siegel „Digitale Schule“.
Auszeichnungen für drei weitere Erfurter Schulen
Die Auszeichnung durch die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (Stift) und die Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ ging auch an die Internationale Gemeinschaftsschule, die Gesamtschule „Am Schwemmbach“ und die Berufsschule „Andreas Gordon“. Sie bedeutet eben nicht, dass die Einrichtungen alles Analoge über Bord werfen. Es geht um innovative Lernformen, zeitgemäßen Unterricht und zugleich sicheren und kritischen Umgang mit den Möglichkeiten der digitalen Technik.
Jedes Kind hat ein Tablet
„Im Sportunterricht brauchen die Schüler kein Tablet. In Kunst und Musik auch weniger“, sagt Simon Abendroth mit einem Lächeln. Er lehrt Wirtschaft/Recht und Sport am Albert-Schweitzer-Gymnasium. Ausnahmen bestätigen die Regel. Denn das Tablet ist eine Grundvoraussetzung für den Unterricht. Jedes Kind hat eines der Geräte, die geliehen oder gekauft werden können.
Hefter und Zettelwirtschaft sind in der Oberstufe passé. Arbeitsblätter, Präsentationen und andere Materialien werden von den Pädagoginnen und Pädagogen über die Cloud bereitgestellt. Ist ein Lehrer wegen Krankheit oder anderer Verpflichtungen mal nicht anwesend, können die Schüler dennoch an bereitgestellten Aufgaben arbeiten. Absprachen abseits des Unterrichts, sei es zwischen Lehrern und Schülern oder mit den Eltern, laufen ebenfalls digital.
Spezialschulteil für Naturwissenschaften
Neben diesen organisatorischen Vorteilen ergeben sich durch das digitale Arbeiten auch Verknüpfungen zwischen den Unterrichtsfächern. Simon Abendroth nennt beispielhaft die Seminarfacharbeit „Beevoice“, die sich mit dem Schwarmverhalten von Bienen beschäftigt. Die Schüler programmieren ein System, das die Geräusche innerhalb des Bienenstocks analysiert und so vorhersagen kann, wann die Insekten ausschwärmen, um ein neues Volk zu gründen – eine praktische Hilfe für Imker. Das Projekt verbindet Inhalte aus dem Biologie-Unterricht mit Fähigkeiten aus dem Informatik-Unterricht.
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Zudem passt das Thema zum naturwissenschaftlichen Profil des Gymnasiums, das Spezialklassen für Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik (Mint) führt. Die Schülerinnen und Schüler des Spezialschulteils machen regelmäßig mit Projekten und Experimenten von sich reden. Erst im Sommer räumten zwei Schülergruppen Preise bei „Jugend forscht“ ab.
Stetige Suche nach Talenten
Trotz dieser Fokussierung sei das Gymnasium keine elitäre Kaderschmiede, stellt Simon Abendroth klar. „Wir wollen in den Mint-Fächern fördern und fordern. Und dafür suchen wir Schüler, die Bock auf Naturwissenschaften haben“, sagt er. Das könne auch bedeuten, mithilfe der schuleigenen 3D-Drucker ein fliegendes Fahrrad zu bauen.
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Die Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Welt werden am Albert-Schweitzer-Gymnasium nicht ausgeblendet. Dass die Tablets mehr zum Zocken als zum Lernen genutzt werden, komme durchaus vor. Doch das Kollegium sei technikaffin und könne entsprechende Sperren installieren. Mit Künstlicher Intelligenz griffbereit auf jedem Smartphone ist der Nutzen von Hausaufgaben begrenzt. Ergo müssen Leistung und fachliches Verständnis der Schüler live im Unterricht geprüft werden.




