2,90 Euro kostet die Einzelfahrt in der Evag-Tarifzone 10 inzwischen. Viele Erfurter, sofern sie keine Monatskarte oder ein Deutschlandticket besitzen, jammern über die jüngsten Preiserhöhungen. Da ist es vielleicht ein Trost zu wissen: Im bundesweiten Vergleich fahren die Erfurter noch mit am günstigsten.
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Konkret: Nur in Schwerin, Kiel und Potsdam ist das Nahverkehrsticket günstiger, in 37 anderen deutschen Großstädten jedoch erheblich teurer. Das gilt nicht nur für Metropolen wie München (4,10 Euro), Hamburg (3,90 Euro) oder Berlin (3,80 Euro), sondern auch für vergleichbare Städte wie Augsburg (4,00 Euro) oder Mainz (3,70 Euro).
Günstig, auch am Einkommen gemessen
Das Internet-Vergleichsportal testberichte.de wollte es noch genauer wissen und hat die Tarifstrukturen der Nahverkehrsgesellschaften unter die Lupe genommen. Berücksichtigt wurde etwa auch das durchschnittlich verfügbare Einkommen. Hier landet das teure München interessanterweise auf einem attraktiven 2. Platz hinter Schwerin (einfache Fahrt 2,50 Euro). Erfurt ist auf Platz 8 immerhin noch unter den Top Ten.
Dass die Evag in der Gesamtplatzierung trotzdem nur einen unterdurchschnittlichen 27. Platz erreicht, hat andere Gründe.
Teure Hundetickets und Monatsabos
So sind Hunde-Tickets für 2,20 vergleichsweise teuer, Platz 34 von 42 bundesweit. Und auch das Verhältnis von Einzelticketpreis und Monatsabo ist im deutschlandweiten Vergleich mit am ungünstigsten. Veranschlagt wurden für die Analyse ohnehin bereits die 58 Euro für das Deutschlandticket und nicht die 83,20 Euro, die die Evag für ein reguläres Monatsticket berechnet. Damit lohnt sich das Abo ab 20 Fahrten im Monat. Mit Freiburg im Breisgau und Rostock teilt sich Erfurt da den vorletzten Platz vor Kiel (22 Fahrten).
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Interessant: Immerhin drei Städte bieten Monatskarten an, die noch günstiger als das Deutschlandticket sind. Besonders lukrativ ist das Abo in Münster. Hier kostet es 31 Euro und lohnt bereits ab neun Einzelfahrten.
Kurzstreckentarif fehlt in der Stadt
Zu den Schlusslichtern gehört der Erfurter Nahverkehr schließlich noch in Ermangelung eines Kurzstreckentarifs. Nur in Lübeck, Dresden und Chemnitz und eben Erfurt fehlt dieses Angebot, über das in der Stadt ja schon länger diskutiert wird. Zuletzt hatte der Stadtrat im September 2024 gefordert, einen solchen Tarif zu prüfen. Das wurde von Evag und Verwaltung zurückgewiesen.
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Neben Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung, die wie alle Fahrpreis-Angelegenheiten den gesamten Tarifverbund Mittelthüringen betreffen würde, wird ein sozialer Aspekt ins Feld geführt: Insbesondere sozial schlechter gestellte Erfurter würden eher die Langstrecken in die Großwohngebiete nutzen, von einem Kurzstreckenrabatt also nicht profitieren.





